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RhönSalon 2000 im Internet
Kunststation Kleinsassen zeigt Arbeiten aus Bayern, Hessen und Thüringen
"RhönSalon 2000": Kunst kennt keine Grenzen
von Klaus H. Orth (Fuldaer Zeitung vom 29. Juli 2000)
Hofbieber-Kleinsassen.
Die Rhön verbindet. Den jüngsten Beweis dafür führt
ein Projekt, das die Kunststation Kleinsassen in diesem Jahr ins Leben
gerufen hat: Der "RhönSalon", der künftig im
Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden soll, zeigt im Jahr 2000 ausgewählte
Arbeiten von 82 Kreativen, die im bayerischen, hessischen oder
thüringischen Teil der Rhön professionell in den Bereichen
bildende Kunst, Design und Architektur arbeiten oder durch ihr Schaffen
mit der Region verbunden sind.
Bei einem Rundgang durch das Ausstellungshaus am Fuße der Milseburg
präsentiert sich dem Besucher ein Kaleidoskop kreativer
Ausdrucksformen. Werke unterschiedlicher Kunstgattungen und Stilrichtungen
vereinen sich im Atelier und in den drei Hallen zu einem eigenwilligen
Miteinander, das durchaus als Spiegel des zeitgenössischen
Kunstschaffens in der Region Rhön verstanden werden darf.
Bilderreichtum
Was zunächst ins Auge fällt, ist der enorme Bilderreichtum.
Realistische Darstellungen und impressionistsche Ansichten wie
"Herbstlandschaft" von Sergej Kasakow (Petersberg) und
"Feldweg im Winter" von Ferdinand Mohr (Großenlüder)
wechseln mit surreal anmutenden Arbeiten, zu denen Veronika Zyziks
(Ehrenberg) Ölbild "Jein" zu zählen ist, das eine Frau
mit drei zu einem Dreieck verschänkten Armen zeigt. Zur Abstraktion
neigt "Alles wegen Grün" von Leszek Skurski (Künzell).
In seiner Arbeit in Öl auf Leinwand verliert sich die angedeutete
Figur in einem Meer aus expressivem Rot und Orange. Bei Veronika P. Dutts
(Poppenhausen) Acrylbild "Farbraum dunkles Grau, Lichtfeld hell"
deutet schon der Titel auf die Autonomie der Farbe hin, die alles
Figürliche aus dem Bild verdrängt hat.
Bei den Pastellen sticht "Julia" von Spasa Milasinovic
(Glauburg) heraus. Das Porträt einer jungen Frau lebt von starken
Hell-Dunkel-Kontrasten und einer Geometrisierung der Farbflächen.
Nicht weniger beeindruckend sind die Aquatinta-Radierung
"Bauerngehöft in Alsfeld" von Ingeborg Mengel
(Alsfeld-Altenburg) und die Collagrafien "Romanik" und
"Gotik" von Gisela Rieck (Künzell), die hier Fachwerkidylle
ins Bild bannen und dort Architektur vergangener Epochen auf innovative
Weise zitieren. Bei den Aquarellen fallen die Blätter von Walter
Nickel (Roßdorf) und Hildegard Hull (Fladungen) ob ihrer Leuchtkraft
ins Auge.
Des Weiteren bietet die Schau ein Forum für Fotografien,
Architekturmodelle, Skizzen, kostbare Schalen und Kannen aus Gold und
Silber in neuzeitlichen Designs, für Arbeiten in Mischtechnik, zwei-
und dreidimensionale Collagen und andere einfallsreiche Exponate wie dem
titellosen Bild aus gefärbtem und gewachstem Japanpapier von Cordula
Hartung (Meiningen).
Kreatives Potenzial
Besonders erwähnenswert bei den Skulpturen und Objekten aus Stein,
Holz, Metall oder Terrakotta sind die kleinen Köpfe aus glasiertem
Ton von Rajko Herzegovac (Kleinsassen), die aus Sandstein gehauenen
Köpfe mit dem Titel "Zwölf Findlinge" von Walter Graf
(Obereschenbach) und der Frauentorso "Gaia 2000" von Ulrike
Bauer (Künzell-Dirlos).
Akzente setzen raumgreifende Installationen wie "Trinkkur" von
Ulrike Reinhold (Fulda) und die "Rhöncollection" aus Glas,
Erde, Steinen und Fundstücken aus Tierschädeln, die Hans
Rösch und Grete Meyer (Mellrichstadt) zusammengetragen und in Halle
eins großflächig ausgelegt haben.
Ein großes Lob gilt Predrag Hegedüs. Von ihm stammt nicht nur
die Idee des länderübergreifenden und sich als
interdisziplinär verstehenden Projekts. Der bosnische Künstler,
der in Frankfurt und Kleinsassen lebt und arbeitet, zeichnet für das
anspruchsvolle Arrangement und die exzellente Hängung der Exponate
verantwortlich. Auch Kuratorin Dr. Marion Feld hat bei der Auswahl eine
sichere Hand bewiesen.
Das kreative Potenzial, das der "RhönSalon 2000" freisetzt,
ist enorm. Noch bis zum 20. August können sich Besucher täglich,
außer montags, von 14 bis 18 Uhr davon überzeugen.
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