|
RhönSalon 2000 im Internet
"RhönSalon" setzt Maßstäbe
von Klaus H. Orth (Fuldaer Zeitung vom 26. Juni 2000)
Hofbieber-Kleinsassen.
Im Handumdrehen waren am Sonntagnachmittag alle Stühle in Halle drei
der Kunststation Kleinsassen besetzt. Diejenigen Besucher, die
keinen der begehrten Sitzplätze mehr für sich ergattern konnten,
standen dicht an dicht. Im Ausstellungshaus am Fuße der Milseburg
wurde ein länderübergreifendes Projekt ins Leben gerufen: der
"RhönSalon 2000". Bis zum 20. August präsentiert er Exponate
von 82 Kreativen, die im bayerischen, hessischen oder thüringischen Teil
der Rhön leben und in den Bereichen bildende Kunst, Design und
Architektur professionell tätig sind.
Freude über Resonanz
"So wie mit den Sitzplätzen ist es auch mit dem Platz an den
Wänden", sagte Peter Ballmaier während der Eröffnung.
Der Leiter der Kunststation freute sich über die große Resonanz,
die das jüngste Projekt seines Hauses bei Kreativen und Publikum
gleichermaßen erfährt. Bei den von nun an im 2-Jahres-Rhythmus
stattfindenden RhönSalon-Expositionen gehe es darum, eine Bestandsaufnahme
des Kunstschaffens der Region Rhön zu bieten.
Ballmaier dankte besonders Kuratorin Dr. Marion Feld und dem Ideengeber des
Projekts, dem Künstler Predrag Hegedüs, der auch für das
anspruchsvolle Arrangement und die exzellente Hängung der Exponate
verantwortlich zeichnet. "Ohne die beiden hätte ich die Ausstellung
nie realisieren können", sagte Ballmaier und verwies darauf, dass
zur Schau ein Katalog (15 Mark) erschienen ist. Die Kunststation habe zudem
drei Auszeichnungen in Form von Ankaufspreisen ausgelobt, die am Ende der
Kunsttage am 20. August an drei noch zu ermittelnde Ausstellungsteilnehmer
verliehen werden. Für alle Teilnehmer finde - quasi als kleines
Dankeschön - ein Marketing-Seminar für Künstler zum Thema
"Von der Kunst leben?!" statt.
Dr. Feld erklärte, der RhönSalon 2000 begleite und ergänze das
Konzept der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Rhön, an der auf der
regionalpolitischen Ebene alle Landkreise der Rhön (Fulda, Bad Kissingen,
Rhön-Grabfeld, Schmalkalden-Meiningen und Wartburg) beteiligt sind.
Die Ausstellung verstehe sich als kultureller Beitrag zu den Zielen dieser
Arbeitsgemeinschaft, die eine nachhaltige Entwicklung und Gestaltung der
Rhön als gemeinsamer Wirtschafts-, Kultur- und Naturraum beabsichtige.
Damit stehe die Kunststation zum Zeitpunkt ihres 20-jährigen Bestehens
verstärkt im Schnittpunkt einer kulturräumlichen regionalen
Entwicklung und bilde mehr noch als bisher ein "Zentrum für einen
regionalen Kulturaustausch".
Länderübergreifend
Die Schau, die sich als länderübergreifend und interdisziplinär
verstehe, bilde ein Forum, das Beiträge aus allen Sparten der bildenden
Kunst, des Designs und einer künstlerisch ambitionierten Architektur
zusammenführe und so zum Dialog über zeitgenössische regionale
Kunst einlade.
Die nur dreimonatige Organisationsphase habe ein vereinfachtes Anmeldeverfahren
nötig gemacht, bei dem auf eine Vorjurierung verzichtet worden sei.
"82 Teilnehmer, das ist eine gewaltige Zahl und zeugt von einem enormen
künstlerischen Potenzial in unserer Region", sagte Dr. Feld und
führte aus, dass von den Ausstellenden 40 aus Hessen, 11 aus Bayern und
31 aus Thüringen stammen. Der Großteil arbeite im Bereich der
bildenden Kunst. Auch seitens der Architekten habe es zahlreiche Nachfragen
gegeben, jedoch hätten sich aufgrund der relativ kurzen Vorbereitungszeit
nur wenige zu einer Anmeldung entschlossen.
Das Bewerbungsverfahren des nächsten RhönSalons in zwei Jahren werde
ein feststehender Ausschreibungsmodus mit Vorjurierung regeln. Künstler,
Designer und Architekten lud die Mitorganisatorin ein, bei der inhaltlichen
Gestaltung des RhönSalons mitzuwirken: Am 15. Juli findet in der
Kunststation ein interdisziplinäres Forum für alle Interessenten zu
künftigen Formen und Themen statt. Dr. Feld wünschte den Gästen
beim "aktiven Rezipieren" der Schau viel Freude und dankte Autor
Wilfried Liebchen für einen Beitrag, der sich mit der Kunst des
Betrachtens auseinandersetze und in Kürze im Rahmen des RhönSalons
erscheine.
Breites Spektrum
Umrahmt wurde die Vernissage von der Willi-Wecker-Combo. Die Schau umfasst
Bilder in Öl, Acryl und Tempera, Aquarelle und Gouachen, Zeichnungen in
Kreide, Kohle und Pastell, Farbholzschnitte, Aquatintas und Radierungen,
Fotografien, zwei- und dreidimensionale Collagen, Arbeiten aus Stoff und
Papier, Skulpturen und Objekte aus Stein, Holz, Metall und Terrakotta,
innovative Exponate vom Mobile bis zur raumgreifenden Installation.
Darüber hinaus sind Architekturmodelle und Skizzen sowie kostbare Schalen
und Kannen aus Gold und Silber in neuzeitlichen Designs zu sehen. Die
Ausstellung ist täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr sowie nach
Vereinbarung geöffnet. Weitere Informationen unter Telefon (0 66 57) 80 02.
Zur Eingangsseite
|
 |
 |
 |
 |