Zurück   Startseite   Druckversion 29. Juli 2000/6. August 2004

RhönSalon 2000 im Internet

"RhönSalon" setzt Maßstäbe

von Klaus H. Orth (Fuldaer Zeitung vom 26. Juni 2000)

Hofbieber-Kleinsassen. Im Handumdrehen waren am Sonntagnachmittag alle Stühle in Halle drei der Kunststation Kleinsassen besetzt. Diejenigen Besucher, die keinen der begehrten Sitzplätze mehr für sich ergattern konnten, standen dicht an dicht. Im Ausstellungshaus am Fuße der Milseburg wurde ein länderübergreifendes Projekt ins Leben gerufen: der "RhönSalon 2000". Bis zum 20. August präsentiert er Exponate von 82 Kreativen, die im bayerischen, hessischen oder thüringischen Teil der Rhön leben und in den Bereichen bildende Kunst, Design und Architektur professionell tätig sind.

Freude über Resonanz

"So wie mit den Sitzplätzen ist es auch mit dem Platz an den Wänden", sagte Peter Ballmaier während der Eröffnung. Der Leiter der Kunststation freute sich über die große Resonanz, die das jüngste Projekt seines Hauses bei Kreativen und Publikum gleichermaßen erfährt. Bei den von nun an im 2-Jahres-Rhythmus stattfindenden RhönSalon-Expositionen gehe es darum, eine Bestandsaufnahme des Kunstschaffens der Region Rhön zu bieten.

Ballmaier dankte besonders Kuratorin Dr. Marion Feld und dem Ideengeber des Projekts, dem Künstler Predrag Hegedüs, der auch für das anspruchsvolle Arrangement und die exzellente Hängung der Exponate verantwortlich zeichnet. "Ohne die beiden hätte ich die Ausstellung nie realisieren können", sagte Ballmaier und verwies darauf, dass zur Schau ein Katalog (15 Mark) erschienen ist. Die Kunststation habe zudem drei Auszeichnungen in Form von Ankaufspreisen ausgelobt, die am Ende der Kunsttage am 20. August an drei noch zu ermittelnde Ausstellungsteilnehmer verliehen werden. Für alle Teilnehmer finde - quasi als kleines Dankeschön - ein Marketing-Seminar für Künstler zum Thema "Von der Kunst leben?!" statt.

Dr. Feld erklärte, der RhönSalon 2000 begleite und ergänze das Konzept der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Rhön, an der auf der regionalpolitischen Ebene alle Landkreise der Rhön (Fulda, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Schmalkalden-Meiningen und Wartburg) beteiligt sind. Die Ausstellung verstehe sich als kultureller Beitrag zu den Zielen dieser Arbeitsgemeinschaft, die eine nachhaltige Entwicklung und Gestaltung der Rhön als gemeinsamer Wirtschafts-, Kultur- und Naturraum beabsichtige. Damit stehe die Kunststation zum Zeitpunkt ihres 20-jährigen Bestehens verstärkt im Schnittpunkt einer kulturräumlichen regionalen Entwicklung und bilde mehr noch als bisher ein "Zentrum für einen regionalen Kulturaustausch".

Länderübergreifend

Die Schau, die sich als länderübergreifend und interdisziplinär verstehe, bilde ein Forum, das Beiträge aus allen Sparten der bildenden Kunst, des Designs und einer künstlerisch ambitionierten Architektur zusammenführe und so zum Dialog über zeitgenössische regionale Kunst einlade.

Die nur dreimonatige Organisationsphase habe ein vereinfachtes Anmeldeverfahren nötig gemacht, bei dem auf eine Vorjurierung verzichtet worden sei. "82 Teilnehmer, das ist eine gewaltige Zahl und zeugt von einem enormen künstlerischen Potenzial in unserer Region", sagte Dr. Feld und führte aus, dass von den Ausstellenden 40 aus Hessen, 11 aus Bayern und 31 aus Thüringen stammen. Der Großteil arbeite im Bereich der bildenden Kunst. Auch seitens der Architekten habe es zahlreiche Nachfragen gegeben, jedoch hätten sich aufgrund der relativ kurzen Vorbereitungszeit nur wenige zu einer Anmeldung entschlossen.

Das Bewerbungsverfahren des nächsten RhönSalons in zwei Jahren werde ein feststehender Ausschreibungsmodus mit Vorjurierung regeln. Künstler, Designer und Architekten lud die Mitorganisatorin ein, bei der inhaltlichen Gestaltung des RhönSalons mitzuwirken: Am 15. Juli findet in der Kunststation ein interdisziplinäres Forum für alle Interessenten zu künftigen Formen und Themen statt. Dr. Feld wünschte den Gästen beim "aktiven Rezipieren" der Schau viel Freude und dankte Autor Wilfried Liebchen für einen Beitrag, der sich mit der Kunst des Betrachtens auseinandersetze und in Kürze im Rahmen des RhönSalons erscheine.

Breites Spektrum

Umrahmt wurde die Vernissage von der Willi-Wecker-Combo. Die Schau umfasst Bilder in Öl, Acryl und Tempera, Aquarelle und Gouachen, Zeichnungen in Kreide, Kohle und Pastell, Farbholzschnitte, Aquatintas und Radierungen, Fotografien, zwei- und dreidimensionale Collagen, Arbeiten aus Stoff und Papier, Skulpturen und Objekte aus Stein, Holz, Metall und Terrakotta, innovative Exponate vom Mobile bis zur raumgreifenden Installation. Darüber hinaus sind Architekturmodelle und Skizzen sowie kostbare Schalen und Kannen aus Gold und Silber in neuzeitlichen Designs zu sehen. Die Ausstellung ist täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Weitere Informationen unter Telefon (0 66 57) 80 02.

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