Zurück   Startseite   Druckversion 25. Juli 2000/6. August 2004

RhönSalon 2000 im Internet

Einführung in die Ausstellung
von Dr. Marion Feld, Kuratorin der Ausstellung

Mit dem RhönSalon verwirklicht die Kunststation Kleinsassen in diesem Jahr erstmals eine schon seit langem gehegte Idee. Zugleich erfüllt sich damit der oft geäußerte Wunsch vieler KünstlerInnen und BesucherInnen nach einer derartigen regionalen Kunstausstellung.

Die Kunststation war zwar schon oft Ausstellungsort für einzelne in der Region lebende und arbeitende KünstlerInnen oder Schauplatz für Ereignisse und Aktionen, die thematisch durch die Region selbst angeregt wurden (zum Beispiel das Rhön-Projekt von Peter Lörincz, die Gründung der Gruppe LAFIWAPA oder Performances von Sieglinde Kallnbach). Doch hat es bisher noch kein derartig umfassendes Forum für die in der Region beheimatete Kunst gegeben.

Neben der weiträumigen länderübergreifenden Auffassung der Region Rhön bildet vor allem die interdisziplinäre Zusammenfassung von Bildender Kunst, Architektur und Design ein neues, zukunftsweisendes Konzept für die Kunststation Kleinsassen. Im Zweijahresrhythmus einer Biennale wird die Ausstellung zukünftig fortgesetzt und aktualisiert. Professionell arbeitende KünstlerInnen und DesignerInnen sowie ArchitektInnen mit künstlerischem Anspruch erhalten damit die Möglichkeit, gemeinsam ihre jeweils neuesten Arbeiten der Öffentlichkeit vorzustellen.

Der länderübergreifende Ansatz mit den an der Rhön teilhabenden Bundesländern Bayern, Hessen und Thüringen ermöglicht zugleich eine derart umfassende Präsentation. Bereits bestehende Kontakte zu KünstlerInnen und in der Kunstszene agierenden Persönlichkeiten ließen dabei eine erste Adresskartei entstehen, die durch Pressemitteilungen und "Mundpropaganda" immer umfangreicher wurde. Auch nach Ablauf der Anmeldefrist und nach Drucklegung des Katalogs gingen weitere Anfragen ein, die für die erste Ausstellung leider nicht mehr berücksichtigt werden konnten.

Vermutlich leben und arbeiten noch weit mehr professionelle KünstlerInnen in der Region Rhön, als uns bekannt geworden sind. Diese bitten wir hiermit zugleich um Nachsicht für unsere noch unvollendete Auflistung und für ihre erst im nächsten RhönSalon im Jahre 2002 mögliche Beteiligung. Es kann sich - zumal bei einer ersten derartigen Veranstaltung - nur um eine vorläufige Basis handeln, auf der in der Zukunft eine detailliertere Vorgehensweise möglich sein wird. Unter Berücksichtigung sich verändernder Lebensumstände wird sich eine Liste regionaler KünstlerInnen darüber hinaus vermutlich auch in Zukunft flexibel und flukturierend gestalten.

Die erstmalige und kurzfristig einberaumte Vorbereitung dieser Ausstellung bedingte ein vereinfachtes Anmeldeverfahren, bei dem auf eine Vorjurierung verzichtet werden musste und folglich alle fristgerecht angemeldeten Künstlerinnen in der Ausstellung und im Katalog berücksichtigt wurden. Zwangsläufig konnte dabei kein gleichmäßiges künstlerisches Niveau eingehalten werden. Dies wird jedoch bei den zukünftigen Folgeausstellungen durch ein entsprechendes Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren sowie durch eine Vorjurierung gewährleistet sein.

Aufgrund der unerwartet vielen Anmeldungen zum RhönSalon 2000 konnten leider nicht alle vorangemeldeten Werke der Künstlerinnen in die Ausstellung integriert werden. Doch hat das Kuratorium mit großer Sorgfalt und Verantwortung mindestens je ein Werk aller Teilnehmer zur Präsentation ausgewählt und sich gewissenhaft darum bemüht, aus der Vielzahl und Vielgestaltigkeit der Werke eine stimmige und ansprechende Ausstellung zu gestalten.

Der RhönSalon bietet die Möglichkeit, in Form einer aktuellen Bestandsaufnahme die zeitgenössische regionale Kunst zu dokumentieren und die künstlerische Potenz einer zentralen deutschen Binnenregion darzustellen. Die Kunststation Kleinsasssen erhält dadurch - neben ihren bisherigen Aktivitäten - zusätzlich die Funktion eines Zentrums für regionalen Kulturaustausch.

Mit dem RhönSalon 2000 ist ein erster Schritt in dieser Zielrichtung gemacht. Das interdisziplinäre, auf die Region fokussierte Konzept ermöglicht eine interessante Kombination von Werken unterschiedlichster Kunstgattungen und Stilrichtungen. Von der daraus resultierenden, geografischen und fachlich übergreifenden Kommunikation sind bedeutende Impulse für alle Beteiligten und nicht zuletzt für die zukünftige Gestaltung und Weiterentwicklung der Ausstellung zu erwarten. Ein gemeinsamer Dialog zwischen dem Organisationsteam und den TeilnehmerInnen, wie er in einem während der Ausstellung stattfindenden Diskussionsforum geplant ist, wird den Weg in die Zukunft weisen.

Das Organisationsteam - bestehend aus Peter Ballmaier (Leiter der Kunststation Kleinsassen), Predrag Hegedüs (künstlerischer Berater der Kunststation Kleinsassen und Initiator des RhönSalons) sowie die Autorin - möchte abschließend allen Beteiligten herzlich für die Zusammenarbeit und Unterstützung danken, insbesondere allen KünstlerInnen des Rhön-Salons, die durch ihre Teilnahme das Zustandekommen dieser Ausstellung erst ermöglicht und durch ihr damit bekundetes Interesse die Bedeutung einer solchen Veranstaltung zum Ausdruck gebracht haben. Auch möchten wir uns bei all jenen bedanken, die durch ihren Rat, ihre Vermittlung und ihr persönliches Engagement den RhönSalon gefördert und zu seiner Verwirklichung beigetragen haben.

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