Zurück   Startseite   Druckversion 30. Juni 2004

27. Juni bis 29. August 2004

Molakana - Textilarbeiten der Kuna-Indianer (Panama)

Die Kunststation Kleinsassen präsentiert farbenfrohe Textilkunst in Gersfeld

Vor der Ostküste Panamas liegen die karibischen Koralleninseln von San Blas. Dort leben die Kuna-Indianer, die auf der Welt einzigartige Textil-Applikationen herstellen. Drei bis fünf Monate, fünf bis sechs Stunden täglich, je nach Schwierigkeitsgrad benötigen sie, um ein Stück fertigzustellen. Es sind ausschließlich Frauen, die diese Kunstwerke anfertigen. Sie wetteifern miteinander im Schaffen immer neuer Motive und lassen dabei ihrer Fabulierfreudigkeit freien Lauf. Die farbenprächtigen Ergebnisse ihres kreativen Wettbewerbs sind ab dem 27. Juni 2004 in der Galerie der Stadt Gersfeld zu sehen. Die Indianerinnen nennen sie "molakana" (Einzahl: mola). Sie bezeichnen
Blüten-Mola
Blüten-Mola, Textilapplikation
damit sowohl die vollständigen Blusen, die aus den Bildteilen hergestellt werden, als auch die einzelnen Vor- und Rückenteile. Die molakana sind somit beides: eigenständige Kunstwerke, aber auch reich geschmückte Kleidungsstücke und damit Gebrauchsobjekte. Diese doppelte Bestimmung und ihre lebendige Bildsprache machen sie so interessant und faszinierend.

Seit etwa zwei Jahrzehnten ist man in der internationalen Kunstwelt auf die Textilkunst der Kuna-Indianer aufmerksam geworden. Der Ethnologe Prof. Dr. Günther Hartmann, der bis zu seiner Emeritierung neben seiner Lehrtätigkeit an der Freien Universität Berlin Oberkustos der staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz war, zuletzt als Leiter der Abteilung Amerikanische Naturvölker, und seine Frau Ursula Hartmann, haben sicher dazu beigetragen. Seit vielen Jahrzehnten tragen sie Objekte der Kuna-Kultur zusammen, werten sie aus und präsentieren sie in Ausstellungen, die sie der ganzen Bundesrepublik, aber auch im Ausland organisieren.

Die Kunststation Kleinsassen unterstützt dieses Engagement und bietet durch die Ausstellung in der Galerie der Stadt Gersfeld einem interessierten Publikum die Möglichkeit, die fremde Welt der Kuna-Indianerinnen durch ihre Arbeiten kennenzulernen. Die Schau wird vom Kultursommer Main-Kinzig-Fulda 2004 gefördert.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 27. Juni 2004 um 16 Uhr eröffnet und dauert bis zum 29. August 2004. Prof. Dr. Hartmann und seine Frau Ursula Hartmann sind zur Eröffnung anwesend und werden mit einem kurzen Vortrag in die Ausstellung einführen und von ihren Expeditionen berichten. Die Galerie der Stadt Gersfeld finden Sie in der Stadthalle, Schlossplatz 9 in Gersfeld, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 13 - 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Am Sonntag, 11. Juli, um 16 Uhr lädt die Kunststation Kleinsassen darüber hinaus in die Galerie der Stadt Gersfeld zu einem Dia-Vortrag mit dem Ehepaar Hartmann ein, der sich dem Leben der Kuna und ihrer Kunst widmen wird.


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