Zurück   Startseite   Druckversion 12. März 2000/6. August 2004
Die Hälfte des Himmels

Zeitgenössische chinesische Künstlerinnen

Kunststation Kleinsassen: 20. Februar bis 9. April 2000
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Wang Gongyi  
Wang Gongyi: Ohne Titel  
Ohne Titel
Holz, Reispapier - 1994
140 x 550 cm
 

Ich versuchte, alles, was ich vorher gelernt hatte, über Bord zu werfen. Das war ein schwerer, zunächst erfolglos erscheinender Prozeß, doch im Vergleich zu dem, was ich früher erstrebte, sinnvoller. Langsam lernte ich, spontan zu zeichnen und zu malen und mich loszulösen von der Gewohnheit, krampfhaft ein Konzept vorzubereiten. Ich lernte, auf zweckgebundenes Handeln beim Umgang mit Menschen oder sonstigen Tätigkeiten zu verzichten. Wir sind gewohnt, nur etwas für einen bestimmten Zweck zu tun. Wir haben die Gewohnheit entwickelt, alles, jedes Ding, jede Sache, selbst die kleinste Idee mit einem Begriff zu belegen und vom anderen zu differenzieren. So haben wir unsere Offenheit verloren, zu lange unsere eigene Kindheit verdrängt. Wir leben, aber wissen nicht, was Leben ist. Ich befinde mich noch in einem Prozeß der Metamorphose. Und ich weiß nicht, wohin mich das führt.

I tried to throw everything I had learned so far over board. At first this seemed to be a difficult process without any success, but it was by far more meaningful than what I had strived for before. Slowly I learned to paint spontaneously and to get rid of the habit of preparing a concept. I learned not to set any goals when dealing with people or any other activities. We are often used to doing certain things only to a certain purpose. We have developed the habit of giving even the smallest idea a name or differenciating it. We have lost our naive openess, we have suppressed our childhood for too long. We live but don't know life. I for myself know that I am still in a process of change. I don't know where this will lead me to.

  Lebensdaten
1946 geboren in Tianjin.
1980 Abschluss des Studiums an der Akademie der Bildenden Künste Chinas, Hangzhou, Fachbereich Grafik.
1986 Einladung durch das französische Kulturministerium nach Frankreich.
1992 Einladung der Aix-Kunstakademie und des ALMA-Grafikstudios, Lyon, nach Frankreich. Fortbildung in Lithographie, Ätz- und Drucktechniken. Stipendiatin des Französischen Ministeriums für Auswertige Angelegenheiten.
  Aussstellungen
1980 "2. Nationalausstellung junger Künstler Chinas".
1991 "4. Kunstausstellung für Dreidruckgraphik".
1996 "Sechzehn zeitgenössische chinesische Künstler", München.
1997 "Internationale Graphikausstellung", Portlander Museum, USA.
1997 "Kunstmesse", Vancouver, Kanada.
1997 Einzelausstellungen: ALMA-Galerie, Lyon. LÉNPARGATER-Kunstzentrum, Zola-Galerie Aix, Französisches Kulturzentrum, Marokko, "Chinahaus", Paris, Bailian-Galerie, Eugeon, USA.

 
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