China - Tagebuch von Veronika Zyzik
15. Tag - Sonntag, 30. April 2000
Schon um 6 Uhr früh spaziere ich mit Gudrun zum nahe gelegenen
Dongdan-Park. Erstaunlich, wie viele Menschen sich um diese Zeit hier
eingefunden haben. Anfangs ist es mir peinlich, sie zu fotografieren. Weil
ich aber nicht die einzige bin, werde ich mutiger. In kleineren Gruppen
finden vor allem ältere Leute zu Ruhe und Besinnung. Viele Menschen
klopfen sich ab, dehnen und beugen sich, tanzen mit Säbeln oder
strecken sich einfach an Metallstangen aus. Ich bewundere ihren Willen und
die Ausdauer zur dieser Disziplin. Kein Wunder, dass die Menschen in China
so lange leben.
Leise Musik ertönt an einigen Stellen. Plötzlich ein Gezwitscher
als ob tausend Vögel singen. Sieben Bambuskäfige hängen in
den Bäumen, und die für die Käfige viel zu großen
Vögel tirilieren um die Wette. Davor sitzen ihre Besitzer und
unterhalten sich, wahrscheinlich über das, was die Vögel den
ganzen Tag machen. Ein paar einsame Männer bieten uns eine Massage an.
Nachmittags wählen Gudrun und ich aus dem Routenplaner eine
Entdeckungsreise in den Stadtteil Chongwen aus und entspannen an diesem
heißen Tag bei 30 Grad im Park des Sonnenaltars.
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