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China - Tagebuch von Veronika Zyzik

2. Tag - Montag, 17. April 2000

2. Tag: 17. April 2000

Um 5:20 Uhr lokaler Zeit Zwischenlandung in Shanghai. Ich halte mich an eine Gruppe, die ebenfalls nach Peking weiterreist. Meine neuen Begleiter sind ein Kung-Fu-Meister, ein Akupunktur-Arzt und der Kunstprofessor Qi Yang aus Bochum. Ich freue mich: Qi Yang kennt natürlich die Kunststation Kleinsassen. So klein ist die Welt. Um 13:45 Uhr geht es weiter nach Peking. Hier lande ich zwei Stunden später. Peking heißt übrigens in der Landesprache Beijing. Übertragen bedeutet das "Hauptstadt des Nordens". Ich bin froh, den Flug heil überstanden zu haben. Meine Nerven werden allerdings gleich wieder strapaziert. Herr Can vom Reisebüro East-Asia soll mich am Flughafen erwarten. Ich warte angespannt beinahe eine halbe Stunde auf ihn, endlich taucht er auf – noch mal Glück gehabt. Die 30 Kilometer zum Hotel Asia Vision legen wir mit einer Taxe zurück. Ich sammele erste Eindrücke eines Landes voller Kontraste.

Rechts und links unseres Weges liegen Hotels und Banken. Ein Gebäude wirkt eleganter und protziger als das andere. Dazwischen ducken sich kleine Häuser, kurz vorm Zusammenfallen. Chinesen sitzen vor der Tür, unterhalten sich, essen, lesen Zeitung. Später erzählt mir Li Li, eine unserer Ausflugsleiterinnen, dass hier nicht unbedingt arme Leute wohnen. Zum Teil werden die Quartiere als Unterkunft während einer Arbeitswoche genutzt. Die vielen Fahrradfahrer radeln auf einer eigenen Spur, häufig durch Bäume von der Hauptstraße abgegrenzt. Mein Blick bleibt an einem wunderschönen Park hängen. Rote und weiße Blüten leuchten im Sonnenlicht. Viele Menschen halten sich hier auf, suchen Entspannung, spielen, faulenzen, flanieren in dieser grünen Oase auf und ab. Ein Friseur verschönt seine Kunden im Freien.

Mein Hotel beeindruckt mich: Wow, Klasse. 15 Stockwerke und vier Aufzüge aus Glas. Im Innenhof schwebe ich außen am Gebäude hoch. Das Zimmer im achten Stock ist tiptop, absolut schallisoliert und bietet eine atemberaubende Aussicht. Auch hier wieder starke Brüche: der gepflegte Innenbereich und der Hinterhof mit grauen Hütten. Im Hotel treffe ich die drei anderen Künstlerinnen, mit denen ich die nächsten Tage verbringen werde: die Malerinnen Gudrun Birkholz, Eva Möller und Renate Pfrommer aus Berlin. Fünfte im Bunde ist Gisela Mnich, Vertreterin der Volkshochschule Berlin-Steglitz. Wir speisen nicht weit entfernt vom Hotel in einem einfachen, kleinen Restaurant. Die Tischdecke ist blütensauber, zumindest bis wir mit Stäbchen experimentieren. Für ein Bier im Hotel – Klavierbegleitung inklusive - zahlen wir später soviel wie für unser komplettes Menü im Restaurant.

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