Ausstellung vom 25.4. bis 12.6.1999 in der Kunststation Kleinsassen
Stilreichtum und Kreativität einer Gruppe von Individualisten
38 Mitglieder des Berufsverbandes Bildender
Künstlerinnen und Künstler Frankfurt präsentieren in der
Kunststation Kleinsassen ausgewählte Arbeiten
Die Resonanz bei der Vernissage war enorm:
In der Kunststation Kleinsassen präsentieren 38 Mitglieder des Berufsverbandes
Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Frankfurt ausgewählte
Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur, Objektkunst
und Installation. Stilreichtum und Kreativität zeichnen die Schau
dieser Gruppe von Individualisten aus, die dem mit 270 Mitgliedern größten
Berufsverband seiner Art in Hessen angehören. Ingeborg Seidel, ebenfalls
BBK-Mitglied, hat die Anregung für die Schau gegeben und die Kontakte
zur Kunststation geknüpft.
Predrag Hegedüs, seit langem mit dem
Rhöner Präsentationshaus eng verbunden, zeichnet für die
überaus gelungene Organisation und Präsentation der Exponate
verantwortlich. Die Ausstellungsstücke verdeutlichen beispielhaft
die Vielfalt an Inhalten und Techniken innerhalb der Künstlergemeinschaft.
Es sind Arbeiten, die den Zeitgeist widerspiegeln und die gleichzeitig
die individuelle Handschrift ihrer Schöpfer tragen. Die verschiedensten
Ausdrucksformen gehen hier Hand in Hand, laden zum sinnlichen Reflektieren
ein und durchziehen die Schau gleich einem roten Faden. Die stilistische
Spannbreite reicht von der konkreten über die photorealistische bis
zur abstrakten Darstellung. Die Mitglieder thematisieren in ihren Arbeiten
Zeit, Raum, Angst, Natur, Dialog und Gegensatz. Manche nehmen dabei eine
bestimmte Position ein, andere lassen die Interpretation bewußt offen.
So widmet sich Karin Goetz in ihren
Zeichnungen und Installationen Verpuppungen. Ihre Cocons stehen symbolhaft
für all jene Hüllen, die Leben - ganz gleich welcher Art - behüten,
die alles Schützenswerte - auch Gedanken und Werke - vor äußeren
Angriffen bewahren. Lutz Lübbe verwendet für seine Arbeiten
Kaffeesatz und Leinwandsäcke, entwirft und verwirklicht ruhige Konstruktionen
mit sich wiederholenden Farbkompositionen wie Schwarz-Rot-Gold. Der Gegensätzlichkeit
der Kräfte hat sich Karl F. Hofeditz in seinen Skulpturen aus
Holz und Metall zugewandt, wobei der Beschaffenheit des Materials ein wesentlicher
Aussagewert zukommt. Ursula Zepter beschäftigt sich mit "Zeit-Räumen".
Sie versucht in ihren Arbeiten die Vereinnahmung und Verfügbarkeit
von Zeit sichtbar zu machen und sie als quantitativen Rohstoff darzustellen.
Karin Aurast orientiert sich am Nichtgegenständlichen, schafft
durch Übermalungen unzählige Farbschichten, die jedoch ihren
jeweiligen Grundton nicht verleugnen, sondern immer noch sichtbar bleiben
lassen.
Spiegelungen auf Oberflächen finden
sich in der photorealistischen Malerei von Jörg Koltermann.
Johannes Kriesche setzt sich mit Musik auseinander und Ramona
Menze-Kuhn präsentiert ein "Landschaftspuzzle" aus vielen Teilen,
das das Spannungsverhältnis zwischen Menschen und Natur aufzeigen
soll. Dieter Mulchs Bilder dokumentieren mit ihren Anlehnungen an
die Collage und diverse Zeichen eine traumartige Wahrnehmung. Die Wächterwesen
von Gabriele von Lutzau wirken wie Schutzsymbole alter Völker.
Ihr Ursprungsmaterial sind Baumwurzeln, die die Künstlerin bearbeitet,
bis daraus ihre archetypischen Figuren auf langen Stelzen entstehen.
Waltraud Munz präsentiert großformatige
Papierarbeiten in einer Mischtechnik aus Kreide, Aquarell und Collage,
während Allmut Plate in ihren Installationen die Themenkreise
Boot und Spurensuche aufgreift und vereint. Gabriele Schmolck-Hieber
stellt in ihren Wandinstallationen Papier und Fäden in immer neue
Zusammenhänge. Und Ingeborg Seidel appelliert mit ihren Radierungen
aus dem Themenkreis Landschaft an den Erhalt der Natur.
Schon diese kleine Auswahl aus unzähligen
Arbeiten zeigt das breite Spektrum der Schau, die durch ein lebendiges
Miteinander unterschiedlichster Stile, Techniken und Inhalte bestimmt ist.
Noch bis zum 12. Juni kann die Präsentation besucht werden.
Klaus H. Orth
Beitrag aus der Fuldaer Zeitung vom 28. April 1999
Öffnungszeiten der Kunststation
Kleinsassen: dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung. Weitere Informationen
unter Telefon (0 66 57) 80 02.
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