|
Papageno und das Opernfest für AugenEin Musikgenie, das bildenden Künstler inspiriert: Kleinsassen zeigt "Mozart"Von Bea Nolte-Schunck. Kleinsassen. Ein Musikgenie inspiriert andere Künstler zu Höchstleistungen: Davon kann man sich in der Kunststation Kleinsassen überzeugen, wo bis zum 16. September die Präsentation "Mozart Bilder Klang - Bilder zu Mozarts Opern" zu sehen ist. Wie Günther Troll als Ausstellungsinitiator und -kurator vor den sehr zahlreichen Vernissage-Gästen betonte, werden insgesamt 164 Werke von Max Slevogt, Ludwig Sievert, Bernhard Pankok (einem künstlerischen Lehrer von Günter Grass), Lotte Reiniger, Johannes Grützke, Roland Topor, Achim Freyer, Veronika und Alexander Zyzik gezeigt. Dabei handelt es sich um Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen, Lithografien, Gemälde in Mischtechnik sowie um Scherenschnitte von Lotte Reiniger und einen der von ihr erfundenen Silhouetten-Trickfilme zu Mozarts Opernwelt. Troll bezeichnete Reinigers Arbeiten als "Opernfest für das Auge", womit auch die gesamte Präsentation treffend beschrieben ist. Was den genannten Beteiligten an Illustrationen, Bühnenbildentwürfen und weiteren Werken zur "Zauberflöte", zu "Cosi fan tutte", "Figaros Hochzeit" und anderen Mozart-Opern gelungen ist, kann Sommergenuss schenken. So passt es gut, dass diese besondere Ausstellung ein Angebot des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda ist. Troll betonte, die Präsentation mit bedeutenden künstlerischen Arbeiten sei in ihrer Zusammenstellung bisher einmalig. Sie werde auch in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr zu sehen sein, "da die Museen ihre Schätze nicht so schnell wieder zur Verfügung stellen werden", sagte der Kurator mit einem Dank an alle Leihgeber. Er und Kunststationsleiter Peter Ballmaier äußerten ihre Freude, dass die Eheleute Zyzik als Hauskünstler in der Ausstellung vertreten sind. Alexander Zyzik zeige, so Troll, eine ins Bild übertragene Mozart-Biografie: Da sei zunächst der junge Genius "Wolferl", und "Es werde Licht" dokumentiere die musikalische Leichtigkeit des Seins, doch mit "Lacrimosa" komme die Traurigkeit und Vergänglickeit des Komponisten in den Blick. "Schöner kann zeitgenössiche Kunst das Leben Mozarts nicht illustrieren", würdigte der Kurator. Bei Veronika Zyziks Arbeiten zur "Zauberflöte" lobte er die "versinnbildlichte Musikalität" und hob hervor, "mit welch zauberhafter Leichtigkeit die dargestellten Figuren auf der Fläche stehen." Apropos "Zauberflöte": Die heiteren Ingredienzien dieser Oper und ihr Motivreichtum sprechen bildende Künstler offenbar besonders an. Ein Paradebeispiel dafür sind die wunderschönen, märchenhaften Aquarelle von Ludwig Sievert als Szenen zu dieser Oper in der berühmten Mannheimer Version von 1916. Der Bühnenmaler Sievert habe sich um Mozart besondere Verdienste erworben, so Troll. Max Slevogt fertigte 1918/19 humor- und fantasievolle Randzeichnungen zur Originalpartitur der "Zauberflöte" an. Etwa zur gleichen Zeit entstanden Slevogts Aquarelle zu dieser Oper, und wer dessen federleichten, lebensfroh tänzelnden Papageno betrachtet, der kann schon hingerissen sein. Von großem Feinsinn zeugen die Farblithografien, die der ebenfalls renommierte Pankok 1922 zur Berliner Inszenierung von "Cosi fan tutte" schuf. Grützke, Mitbegründer der "Schule der neuen Prächtigkeit", provozierte laut Troll 1983 mit seinen Kostümentwürfen zu "Figaros Hochzeit" für die Aufsehen erregende Stuttgarter Inszenierung von Peter Zadek. Klangliche Mozart-Freude bei der Vernissage verbreiteten Silja und Antonie Müller sowie Maximilian Möller.
Aus: Fuldaer Zeitung vom 5. Juni 2012 Die Ausstellung wird unterstützt durch
|
Letzte Änderung Menu: 7. Mai 2013 |