Zurück   Startseite   Druckversion 25. Januar 2010

Sprache menschlicher Formen

Barnickel und Liebmann in Kleinsassen

Von Andreas Ungermann.

Kleinsassen. Mit der Schau "Kreuzspiegel" in der Kunststation Kleinsassen zeigen Bildhauer Dr. Ulrich Barnickel und Maler Professor Werner Liebmann erstmals eine gemeinsame Ausstellung.

"Es liegt alles im Auge des Betrachters" - so lautet ein Sprichwort. Das gilt auch für die gestern in der Kunststation Kleinsassen eröffnete Ausstellung "Kreuzspiegel" des Bildhauers Dr. Ulrich Barnickel und des Malers Professor Werner Liebmann. Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation, erinnerte daran, dass das subjekitve Gefallen nichts über die Qualitält der Kunst aussage. Vielmehr müsse man beim Betrachten die Augen öffnen und damit auch offen sein für Neues.

Die Bilder Liebmanns, der als Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee lehrt, sind nicht einfach in Worte zu fassen. Sie spiegeln in wilder, bunter Farbgebung und expressionistischem Stil einen ständigen Entstehungsprozess wider. Liebmann arbeit dabei mit menschlichen Formen, auch wenn diese sich nicht immer auf den ersten Blick erschließen. So lassen die Werke, die Liebmann alle eigens für die Ausstellung in der Rhön gemalt hat, dem Betrachter weite Interpretationsmöglichkeiten.

Sollten die Bilder, die auch zum Verkauf stehen, nach Ausstellungsende am 11. April in seinen Besitz zurückkehren, so kann er sich gar vorstellen, an dem einen oder anderen Werk weiter zu arbeiten. Begeistert war Liebmann von dem Malerdorf in der Rhön und der Kunststation, als er sie erstmals besuchte. Und in den Räumlichkeiten kommen seine großen Gemälde, die man in ihrer Gesamtheit auf sich wirken lassen muss, zur Geltung.

Ergänzt wird die Gemäldesammlung des Malers, der Deutschland bereits auf der Biennale in Venedig vertreten und in der Nationalgalerie in Berlin ausgestellt hat, von Skulpturen des in Schlitz ansässigen Bildhauers Dr. Ulrich Barnickel. Auch er, der mit Liebmann auf Burg Giebichenstein - der heutigen Hochschule für Kunst und Design in Halle - studiert hat, lässt menschliche Formen aus seinen Statuen sprechen, erhält dabei bei seinem Werkstoff Metall die natürlichen Spuren, und auch die Schweißnähte fügen sich in das Gesamtbild der Werke ein.

Aus: Fuldaer Zeitung vom 25. Januar 2010


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