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24. Januar bis 10. April 2010KreuzspiegelWerner Liebmann - Malerei und Ulrich Barnickel - Metallplastiken"Die Welt ist rund. Wenn man mit Mühe auf einen kleinen Stein geklettert ist, verbleibt einem nur wenig Zeit, sich über die neue Aussicht zu freuen, denn man erkennt neben der Lächerlichkeit des zurückgelegten Weges auch die größeren Brocken und sieht in weiter Ferne die Berge," so schreibt Werner Liebmann auf seiner Homepage. Der Maler und Graphiker, der ab Januar 2010 neueste Arbeiten in der Kunststation ausstellt, hat mit diesem Satz festgehalten, was ihn immer weiter trieb und bis heute antreibt - ob als Künstler in der DDR oder als Künstler in der heutigen deutschen Realität. Das Ergebnis ist neben faszinierenden Bildern eine spannende Biographie:
1951 in dem kleinen Thüringer Ort Königsthal geboren, hatte er bereits eine abgeschlossene Hochschulausbildung als Chemiker in der Tasche und arbeitete drei Jahre als Ingenieur, bevor er sich 1976 zu seiner künstlerischen Neigung bekannte und beschloss Kunst zu studieren. An der Burg Giebichenstein (heute Hochschule für Kunst und Design) in Halle machte er 1982 sein Diplom bei Prof. Hannes H. Wagner. Hier lernte er auch seinen Kommilitonen, den heute in Schlitz ansässigen Bildhauer Ulrich Barnickel (Jahrgang 1955) kennen. 1983 ging Liebmann nach Leipzig und würde Meisterschüler bei Professor Bernhard Heisig. Von 1986 bis 1992 war er im Grundlagenstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden als Assistent tätig. 1992 erhielt er den Ruf an die HfBK Dresden und seit 1993 ist er Professor für Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Auch seine Ausstellungstätigkeit beeindruckt, so zeigte er bereits 1987 in der Hamburger Galerie Maschmann seine Bilder und stellte zwei Jahre später u.a. in der Berliner Nationalgalerie und in der Emdener Kunsthalle aus. In den Wendejahren 1989/90 folgten Aufsehen erregende Ausstellungen im In- und Ausland darunter in Boston/ USA, London und eine Beteiligung an der Biennale in Venedig. Namhafte Galerien führen seine Werke, auf der Art Cologne ist er regelmäßig vertreten. Werner Liebmann gehört einer Generation vor den jetzt so begehrten und hoch gehandelten Leipziger Künstlern um den Maler Neo Rauch an und nimmt doch schon alles vorweg, was auch in deren Bildern für Faszination sorgt: überbordende Fantasie, die mit Hilfe der Malerei, die sich sowohl einer realistischen als auch expressiven Bildsprache bedient, nach Erkenntnissen über die Wirklichkeit sucht, die man in der realen Welt nicht sehen kann. Liebmann selbst schreibt dazu: "Neues entsteht durch Verschiebung, Koppelung und Variation von Gesehenem oder Verstandenem." Ulrich Barnickel kombiniert zu Liebmanns Bildern neueste Plastiken aus seiner Werkstatt. Auch in seinen Skulpturen spielt die Realität, besonders der Mensch, eine entscheidende Rolle. Anders als bei Liebmann stehen seine aus Eisenblechen und -rohren geschweißten Figuren jedoch meist einzeln für sich. Ihr Reiz erklärt sich aus der Spannung zwischen erkennbaren menschlichen Formen und Gesten und der gleichzeitig offensichtlichen Beschaffenheit des Materials mitsamt der Schweißnähte und Schmiedespuren, die Teil der künstlerischen Konzeption von Barnickel sind. Diese Spuren erinnern an den Herstellungsprozess seiner Arbeiten und holen die Dimension der für die Kunst geleisteten körperlichen und maschinellen Anstrengung in die Betrachtung. Die Ausstellung mit neuen Gemälden von Werner Liebmann und Metallplastiken von Ulrich Barnickel wird am Sonntag, den 24. Januar 2010, 16 Uhr in der Kunststation eröffnet und dauert bis zum 11. April 2010. Öffnungszeiten der Galerie und des Café: Di - So, 13 - 18 Uhr, Eintritt: 3 €, ermäßigt 1,50 €, Führungen auf Anfrage. Text: Marianne Blum.
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