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Von Leichtigkeit bis ErdenschwereDie Ausstellung "Skulpturen aus Ton" wird zum RaumerlebnisVon Beatrix Nolte-Schunck. Kleinsassen. Ein besonderes Raumerlebnis bietet sich bis zum 20. Mai in der Kunststation Kleinsassen: Die Ausstellung "Skulpturen aus Ton", die jetzt eröffnet wurde, ist ein echter Hingucker. Dafür sorgen die schwärzlichen Bodenarbeiten von Jochen Brandt und die weißen Wandobjekte Thomas Jan König. "Wir lassen das Erdenschwere der Brandtschen mit der Leichtigkeit der Königschen Werke in Zwiesprache treten", erläuterte Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation, und freute sich mit den Vernissage-Gästen über die sehr gelungene Zusammenschau. "Die Einfachheit und Zurückgenommenheit solcher Formen mit ihrer starken Raumwirkung liebe ich sehr", hob er hervor. Nicht nur Fotografen wie unser Mitarbeiter Ralph Leupolt ließen sich von Formsprache, Anordnung sowie Licht- und Schattenvarianten der Arbeiten faszinieren. Auch die übrigen Besucher spürten, dass der Raum gerade bei dieser Präsentation ausgesprochen ernst genommen wird, auch wenn (oder: gerade weil) die Objekte mit ihm spielen. Wie Ballmaier beim Vorstellen der Ausstellenden betonte, sind beide vielfach ausgezeichnet worden und haben ihre Werke schon in etlichen Präsentationen gezeigt. Brandt ist seit 2002 Professor am Institut für künstlerische Keramik und Heißglas der Fachhochschule Koblenz in Höhr-Grenzhausen, wo auch König studiert hat. Dieser lebt an der holländischen Grenze und hat seit 2000 in den Niederlanden Lehraufträge an verschiedenen Instituten angenommen. Brandt nennt seine Objekte "Lehmwerke". Die innen hohlen Tonkörper entstehen nach gekneteten Modellfigürchen, "und die Größe der Objekte entspricht dem Radius meiner Arme." Brandts Ziel ist es, dass der Raum durch die Arbeiten "umschmiegt wird". Außerdem weist er darauf hin, wie sehr der Ausdruck seiner Arbeiten durch Standortwechsel der Betrachter variiert. Die schwärzliche Farbe kommt durch eingebrannten Kohlenstoff zustande, "wobei die Farbe nur die Formen unterstreichen soll." Durch sie wirken die Objekte "besonders konkret, kratzig und gut fassbar wie Scherenschnitte", betont der 1960 geborene Künstler. König (Jahrgang 1966) benutzt für seine Arbeiten die Töpferscheibe, auch wenn man dies einigen seiner filigranen Werke nicht ansieht. Doch bei den etwa 310 Schleifen beziehungsweise Schlingen aus Steinzeug sieht man etwa Druckstellen und durchlaufende Ränder. Diese Schlaufen "überspringen" sozusagen die Ecke eines Raumes und schließlich auch diesen selbst. Mit dem Werk will König "gesellschaftliches Miteinander, aber auch Unterschiede zwischen den Individuen zum Ausdruck bringen." Es gibt viel zu entdecken bei dieser Ausstellung, die dienstags bis sonntags zwischen 13 und 17 Uhr in der Kunststation Kleinsassen zu sehen ist. Aus: Fuldaer Zeitung vom 3. Februar 2010
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