Zurück   Startseite   Druckversion 18. Januar 2010

31. Januar bis 24. Mai 2010

Skulpturen aus Ton

Jochen Brandt und Thomas König

Etwas aus Ton zu formen und in der Erde zu brennen, hat etwas Archaisches. Die Ursprünglichkeit und Erdverbundenheit dieses Vorgangs sieht man den Arbeiten des Keramikers Jochen Brandt an. Gleichzeitig sind sie sehr modern in ihrer reduzierten Formensprache und ihrer chiffrenhaften Abstraktion. Genau das macht ihre Faszination aus.

Jochen Brandt   Thomas König

Arbeit von Jochen Brandt

Arbeit von Thomas König


(Klicken Sie auf ein Bild, um es zu vergrößern. JavaScript erforderlich.)

Den Entstehungsprozess der Keramiken von Jochen Brandt beschreibt Wolfgang Faulhammer von der Galerie im Petrushof in Obermarchtal so: Den Ausgangspunkt bilden "faustgroße Knetlinge aus Ton, an denen der Künstler skizzenhaft dreidimensionale Ideen entfaltet. (...) Der konstruktive Aufbau der Plastik geschieht in eruptiver Kraftentfaltung, die quasi instinktiv von dieser Idee kontrolliert wird. (...) In einer Art gestischen Taumels wird Ton schichtend, pressend, knautschend zu wulstartigen Bögen und Ringsegmenten und weiter zu komplexen, offenen Raumgebilden gestaltet. Die Spuren des Materialaufbaus werden nachträglich nicht getilgt, und die aufeinander ansetzenden, armbreiten Bögen nicht korrigiert. Der Radius der umgreifenden Hände des Künstlers gibt das Maß für die "richtige", weil körperbezogene Größendimension dieser Bodenarbeiten vor."

Das Ergebnis sind schwarz gebrannte Gefäßkeramiken, die man ehesten wohl als "konstruktiv" bezeichnen kann, wenn sie auch weniger selbstbezüglich sind als die konkrete Kunst und neben dem Konstruktivismus auch andere Strömungen zeitgenössischer Kunst aufgreifen. Gegenständliche Assoziationen wie "Urne", "Siegelring", "Gerippe", aber auch "Schrift", "Schriftzeichen" oder architektonische Formen kommen dem Betrachter fast automatisch in den Sinn.

Besonders beeindruckend ist jedoch das subtile Verhältnis von Licht und Schatten, in dem die Plastiken von Jochen Brandt stehen und das vom Künstler mit konzipiert wird. Sie sind somit exzellente Beispiele einer Keramiktradition, der alle Errungenschaften der Vergangenheit zu Gebote stehen und die gleichzeitig Arbeiten von aktueller Relevanz zu schaffen in der Lage ist.

Jochen Brandt wurde 1960 in Frankfurt am Main geboren, studierte an der Hochschule Kassel bei Prof. Ralf Busz, absolvierte zahlreiche Studienreisen u.a. nach England, Nepal und Thailand, forschte zu "frühgeschichtlichen Keramiktechniken Europas und des Orients", veröffentlichte zum Thema, nahm Lehraufträge wahr, erhielt etliche Preise, darunter den Bayrischen Staatspreis für Gestaltung und den "honorable award" des "International ceramics festival" in Japan und wurde 2002 zum Professor an das Institut für künstlerische Keramik und Glas der Fachhochschule Koblenz in Höhr-Grenzhausen berufen.

In ebendiesem Institut hat der zweite Künstler dieser Ausstellung studiert: Thomas Jan König (Jahrgang 1966). Auch seine Vita weist bereits einige Auszeichnungen aus, darunter den Keramikpreis der Stadt Bürgel, den Keramikpreis der Stadt Gmunden und den Staatspreis für das Kunsthandwerk im Land Nordrhein-Westfalen im Werkbereich Keramik. Auch zahlreiche Ausstellungen hat der Künstler seit seinem Studium bestückt, u.a. im "Museum für antike Schifffahrt" in Mainz, im Kurfürstlichen Schloss Koblenz, in der Rosenthal Galerie Hamburg, im Keramikmuseum in Frechen, auf der "manufactum" in Dortmund, in der Zeche Zollverein in Essen, in Bolivien, Österreich und in den Niederlanden, wo er seit 2000 Lehraufträge an verschiedenen Instituten angenommen hat.

Königs Hauptthema ist die "Kommunikation" seiner meist weißen Ton- oder Porzellan-Objekte im Raum. Manche davon erinnern in ihrer Reduziertheit nur noch entfernt an Gefäße, werden aber in vielen Gesellschaften trotzdem noch als solche verstanden, besonders dort, wo Keramik und Kultur eng zusammengehören. Bei allen seinen Plastiken fallen trotz dieses Minimalismus die sinnliche Form, die klare Struktur und die für König typische Glasur auf.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 31. Januar 2010, 16 Uhr in der Kunststation eröffnet und dauert bis zum 24. Mai 2010.

Öffnungszeiten der Galerie und des Café: Di - So, 13 - 18 Uhr, Eintritt: 3 €, ermäßigt 1,50 €, Führungen auf Anfrage.

Text: Marianne Blum.


Zurück   Seitenanfang
P. Klingebiel, Fulda

Freie Malschule
 30.10.2011 bis 04.03.2012
Mehr zur Ausstellung ...
FZ-Artikel zur Ausstellung
Fotos zur Ausstellung

Labyrinth der Mythen
 11.12.2011 bis 04.03.2012
Mehr zur Ausstellung ...
FZ-Artikel zur Ausstellung
Fotos zur Ausstellung

Café in der Kunststation
Geöffnet: dienstags - sonntags, 13 - 17 Uhr

Sparkasse Fulda

Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

Ulenspiegel in der Kunststation Kleinsassen

Jahresprogramm

Öffnungszeiten der Kunststation:
dienstags - sonntags, 13 - 17 Uhr,

Jahresprogramm 2012
Seminarprogramm 2012

Weg zur Kunststation

Nachricht an die Kunststation
Kunsttelegramm der Kunststation

Ausstellungen 2012
Ausstellungen 2011

Die Gestaltung der Homepage basiert auf dem Flyer zur aktuellen Ausstellung
Im Labyrinth der Mythen.

Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
(www.druschel-photography.de).