Zurück   Startseite   Druckversion 21. April 2010

Moderne Interpretationen des babylonischen Erbes

Werke von Ivan Denchev in der Kunstation

Von Bea Nolte-Schunck.

Kleinsassen. Eine visuelle Reise in die versunkene Welt der "Babylongärten" wird durch eine Ausstellung mit Werken des Bulgaren Ivan Denchev ermöglicht.

Bis zum 30. Juni zeigt er seine symbolstarken und dabei leichten Arbeiten im Atelier der Kunststation Kleinsassen.

"Ich freue mich von Herzen wieder hier zu sein", betonte Denchev, der im Jahr 2000 ein Monatsstipendium der Kunststation bekommen hatte. Seine Werke wollte der Künstler mit Universitätsabschluss in "Monumental Arts" nicht kommentieren. "Wenn bei den Betrachtern Funken der Neugierde aufglühen, dann habe ich einen kleinen Teil meiner Arbeit gut getan", sagte Denchev, dessen Worte Lora Altenfelder übersetzte. Ihre Mutter Fani Parvora-Altenfelder ist Kunsthistorikerin und Kustodin der Ausstellung, in die sie auch einführte.

"Ivan Denchevs Babylon-Werke sind modern interpretierte Geschichte mit Wurzeln in der Antike", betonte die in Fulda lebende Bulgarin, die sich für Kunst aus ihrem Heimatland engagiert. Sie erinnerte an die Stadt am Euphrat, das einstige Kulturzentrum der gesamten vorderasiatischen Welt. "Die hängenden Gärten dort galten als eins der sieben Weltwunder der Antike, und der biblisch berichtete Turmbau zu Babylon ist bis heute ein Symbol für menschliche Vermessenheit und Kommunikationsprobleme", gab Parvova-Altenfelder zu bedenken. Dieses babylonische "Erbe" sei für den mehrmals ausgezeichneten Denchev ein spannendes Themenfeld, das er mit künstlerischer Freiheit bearbeite. "Dabei spielen für ihn gerade auch die menschliche Kommunikation und deren Grenzen eine besondere Rolle", sagte die Kustodin. Parvova-Altenfelder machte die zahlreichen Besucher auch kulinarisch mit ihrem Heimatland vertraut, und Hofbiebers Bürgermeister Marcus Schafft (CDU) dankte als Vize-Vorsitzender des Vereins Kunststation Kleinsassen herzlich für diese Gastfreundschaft. Die Betrachter nutzten die Gelegenheit, sich dem alten Babylon zu nähern sowie möglichst viel von der Symbolik der Gemälde und Zeichnungen zu entschlüsseln. Dabei erwiesen sich die optischen Spaziergänge in den babylonischen Gärten (mit Turmaussicht) als sehr lohnend.

Denchev wird bald auch Arbeiten in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana zeigen: Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation, kündigte an, dass der bulgarische Maler die Kunststation dort bei einem großen Kulturfestival vertreten wird.

Aus: Fuldaer Zeitung vom 21. April 2010


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