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Von Farbflächen bis zum PorträtNeue Ausstellung inder Kunststation: Gemälde, Collagen, SkulpturenKleinsassen. Das Gründungsdatum der Kunststation Kleinsassen jährt sich 2009 zum 30. Mal. Und fast genauso lang ist diese Institution für zeitgenössische Kunst mit dem Burghauner Künstler Günter Liebau verbunden. Besonders in den 80er Jahren war er bei vielen Gruppenausstellungen der Kunststation im In- und Ausland vertreten. 13 Jahre nach Gründung seiner eigenen Galerie 1996 kehrt er nun mit einer Ausstellung zurück, in der er neben eigenen Werken ausgewählte Künstler seiner Galerie präsentiert. Zu sehen sind zunächst großformatige Gemälde des aus dem schwäbischen Göppingen stammenden Konrad Hummel. Seine Bilder erschaffen durch raffiniert übereinander gelegte Farbflächen die Illusion eines sich öffnenden Raumes. Durch ihre verdrehten Achsen jedoch kippen sie die Sehgewohnheiten des Betrachters und lassen ihn schwindeln. In der gleichen Halle befinden sich die Bronzen des Berliners Michael Jastram. Die Themen des Bildhauers sind ebenso archaisch wie aktuell: Es geht um den Existenzkampf, aber auch um das Bedürfnis Brücken zu anderen Menschen zu bauen und unterwegs zu sein, versinnbildlicht durch Formen wie das Rad, Wagen, den Turm und Treppen. Die Querhalle ist ausgestattet mit den Materialcollagen von Günter Liebau. Seine Obsession ist die Farbe Blau. Ihre Leuchtkraft feiert er in seinen Strukturbildern, von denen jedes, ähnlich wie verschiedene Baumstämme, individuellen Charakter aufweist. Ganz im Gegensatz dazu stehen die Bronze- und Steinköpfe und -körper der Bremer Bildhauerin Claudia Krentz. Ihr Reiz liegt in der Glätte der Oberfläche und in der Reduziertheit der Form. "Mir geht es um grundlegende Fragen wie nach der Identität, was das ist und warum sie heute nicht mehr so einfach zu haben ist." Daher arbeite sie nur selten mit Modellen. Christine Reinckens dagegen arbeitet ausschließlich mit Modellen. In ihren Menschenbildern vermischt sich die Intention der Wiedererkennbarkeit der dargestellten Person mit der Darstellung des inneren Bildes, in dem die Kasselerin ihren persönlichen Eindruck ausdrückt. Die Farbe ist Träger von Emotionen und Stimmungen. Diesen Emotionen überlässt sich der Frankfurter Maler Jörg von Kitta-Kittel so vollständig, dass er sich im Laufe des Malprozesses, in dem seine großformatigen, expressiven Arbeiten entstehen, nahezu auflöst. Ein Schicksal, das die Künstlergruppe der Galerie Liebau hoffentlich nicht ereilt. Die Ausstellung dauert bis zum 14. Juni. Eine Parallelschau wird vom 24. April bis zum 21. Juni in der Galerie Liebau in Burghaun zu sehen sein. Infos unter Telefon (06657) 8002. Aus: Fuldaer Zeitung vom 9. April 2009
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