Zurück   Startseite   Druckversion 7. Dezember 2009/23. Dezember 2009

13. Dezember 2009 bis 28. Februar 2010

Kunst aus Ostafrika

6 Künstler der Tulifanya Gallery in Kampala, der Hauptstadt Ugandas

Malerei ist keine Kunstform, die man mit afrikanischer Kunst assoziiert. Weit bekannter sind die afrikanischen Bronzen, Elfenbein- oder Basaltstatuen und natürlich der weite Bereich der Holzbildhauerei. Der Bevorzugung des Werkstoffes Holz ist es geschuldet, dass die Anfänge afrikanischer Kunst nicht zurückzuverfolgen sind. Das afrikanische Klima und Termiten haben dafür gesorgt, dass aus der Frühzeit kaum Zeugnisse zu finden sind. Auch Malerei auf Leinwand oder anderen Trägermaterialien ist schlicht nicht erhalten. Es gibt nur die von Generation zu Generation weitergegebene Bildtradition, die allerdings sehr reich ist und viele moderne Künstler aus Europa wie Picasso, Braque oder Matisse beeinflusst hat.

Kunst aus Ostafrika   Kunst aus Ostafrika

Arbeiten ostafrikanischer Künstler

(Klicken Sie auf ein Bild, um es zu vergrößern. JavaScript erforderlich.)

Auf diese Bildtradition aber auch auf den Einfluss internationaler moderner Kunst beziehen sich die 6 ostafrikanischen Künstler, deren Arbeiten derzeit im Seminarraum der Kunststation zu sehen sind: Nataniel Moiane, Wilson Mwangi, "Sane" Eria Nsubuga, Robert Ojok, El Tayib und Peter Tukej. Sie kennen sich aus der Tulifanya Gallery in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Dort entstand auch der Kontakt zu Gisela Hohmann, die heute in Eiterfeld ansässig ist, aber viele Jahre mit ihrem Mann in Afrika lebte, der dort im deutschen diplomatischen Dienst stand, davon fünf Jahre in Uganda. Sie vermittelte die Maler an die Kunststation.

Nataniel Moiane

Moiane stammt aus Mozambique, wo er auch lebt. Seine Bildsprache ist abstrakt, seine Farben leuchtend. Besonders Blau, Weiß und Rot spielen eine herausragende Rolle in seinen Arbeiten.

Wilson Mwangi

Für ihn sind Bilder typisch, in denen Tiere in leuchtenden Farben mit geometrischen Mustern kombiniert werden. Der taubstumme Maler lebt in den Slums von Nairobi. Dennoch hat er sich eine fröhliche, ausgeglichene Natur bewahrt und einen feinsinnigen Humor, den man auch seinen Bildern ansieht.

"Sane" Eria Nsubuga

Der Künstler wurde in der Nähe des Viktoria Sees geboren. Er arbeitet heute sowohl als Maler, wie auch als Illustrator. Für seine Collagen setzt er auf die Kombination unterschiedlicher Medien.

Robert Ojok

Die Bilder dieses Malers wirken wir Drucke, doch handelt es sich bei seinen kleinformatigen Arbeiten um Gemälde, die er schon in vielen Teilen der Welt ausgestellt hat, z.B. in Australien, aber auch in Bulgarien.

El Tayib

Der Maler, der außer in Afrika bereits in London, Berlin, Rom und Österreich ausgestellt hat, wohnt seit Ende der 90er Jahre in Nairobi und hat in Khartum, der Hauptstadt des Sudan, Kunst studiert. In seinen Arbeiten spielen alte malaische Traditionen und sudanesische Folklore nicht nur in der Motiv und Farbwahl eine große Rolle. Er verwendet auch traditionelle afrikanische Baumwollstoffe als Bildträger.

Peter Tukej

Der Künstler schließt gerade sein Studium an der Kunstakademie Makerere in Kampala ab. Für seine Collagen verwendet er einen Werkstoff, den es nur in Uganda gibt: die Barcloth Rinde. Diese Rinde wird von dem Baum abgelöst, in Pflanzensud getaucht, gekocht, geklopft und in die Sonne gelegt. Durch diese Behandlung wird sie zu einem Bildträger, der ähnliche Eigenschaften hat wie fester Stoff, aber seine eigentümliche braune Farbe mitbringt.

Hintergrund zum Land

Uganda ist ungefähr so groß wie Deutschland. Als Binnenstaat grenzt es im Norden an den Sudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania, im Südwesten an Ruanda und im Westen an den Kongo. Die Grenzen zu Kenia und Tansania verlaufen zum Teil durch den Viktoriasee, an dem auch die Hauptstadt des Landes, Kampala, liegt. Uganda ist von Seen, dem "Weißen Nil", Urwäldern und Savannen geprägt. Im Süden des Landes verläuft der Äquator. Der tiefste Punkt Ugandas ist der Unterlauf des Weißen Nils, der auch Albert-Nil genannt wird. Der Margherita Peak oder Mount Stanley im Rumenzori-Gebirge als höchster Punkt (5.110 m hoch) liegt gar nicht so weit von dem tiefsten Punkt des Landes entfernt.

Uganda wird hauptsächlich von Bantuvölkern bewohnt, die Mehrheit der Ugander (85%) sind Christen. Die Region zählt zu der Wiege der Menschheit und damit zu der am frühesten bewohnten Gegend der Welt. Zum Schutz der Flora und Fauna gibt es 9 Nationalparks und 6 Wildreservate, darunter den Queen-Elisabeth Nationalpark.

Das - im Vergleich zu anderen ostafrikanischen Staaten - an fruchtbaren Böden reiche Land wurde einst von Winston Churchill als "Perle Afrikas" bezeichnet. Da aber nach der Unabhängigkeit des Landes von den britischen Kolonialherren 1962 lange Zeit (1966 bis 1986) von Diktatoren – u.a. durch Idi Amin – beherrscht und von Bürgerkriegen gebeutelt wurde, ist davon kaum noch etwas zu spüren. Uganda zählt heute – trotz seiner Bodenschätze und dem günstigen Klima zu den ärmsten Ländern Afrikas. Im "Human Development Index " steht Uganda auf dem 157. Platz von 182. Auch der Frieden ist noch nicht in allen Teilen des Landes eingekehrt. Im Norden kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Ethnien.

Die Ausstellung im Seminarraum der Kunststation dauert noch bis zum 28. Februar 2010.

Öffnungszeiten der Galerie und des Café: Di - So, 13 - 18 Uhr. Eintritt: 3 €, ermäßigt 1,50 €, Führungen auf Anfrage.

Text: Marianne Blum.


Zurück   Seitenanfang
P. Klingebiel, Fulda

Pferde. Kunst von der Antike bis heute
 30.5. bis 10.10.2010
Mehr zur Ausstellung ...
FZ-Vorbericht zur Ausstellung
FZ-Artikel zur Ausstellung
Fotos zur Ausstellung

Hubert E. Rockenberger
 20.8. bis 10.10.2010
Mehr zur Ausstellung ...
FZ-Artikel zur Ausstellung

Sparkasse Fulda

Uewag Fulda

Ulenspiegel in der Kunststation Kleinsassen

Café in der Kunststation
Geöffnet: dienstags - sonntags, 11 - 18 Uhr

Internet-Ausstellungen
Kunstakademie Krakau
Ulrike Kuborn - Rotation
Jana Schwarz in Gersfeld
Fotoimpressionen vom Umbau
Bildhausymposium 2004
Kleine Molakana-Galerie
Zeitgenössische Steinbildhauerei
Petra Lange
Kompositum Fabel
Kunst aus Indien
Grenzgänge
RhönSalon 2000
Die Hälfte des Himmels
BBK Frankfurt / Main

Jahresprogramm 2007

Öffnungszeiten der Kunststation:
dienstags - sonntags, 11 - 18 Uhr,

Vorläufiges Programm 2010
Seminarprogramm 2010

Weg zur Kunststation

Nachricht an die Kunststation
Kunsttelegramm der Kunststation

Ausstellungen 2009

Die Gestaltung der Homepage basiert auf dem Flyer zur aktuellen Ausstellung
Pferde. Kunst von der Antike bis heute
und zeigt das Kunstwerk des Monats:
Carl Constantin Steffeck: Reiterporträt, 1867, Öl auf Leinwand, 74 x 95 cm
Den eleganten Reiter auf braunem Vollblut stellt Steffeck (1818 - 1890) in einer Allee vermutlich in Berlin vor sonnenbeschienenen Häuserfassaden dar. Bei dem Reiter soll es sich - nach mündlicher Überlieferung - um die Darstellung des Prinzen Karl von Preußen handeln. Steffeck war neben den Münchner Pferdmalern der Familie Adam der beste deutsche Pferde- und Hundemaler der 2. Jahrhunderthälfte und Schüler des berühmten Berliner Malers Franz Krüger.

Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
(www.druschel-photography.de).