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13. Dezember 2009 bis 28. Februar 2010Kunst aus Ostafrika6 Künstler der Tulifanya Gallery in Kampala, der Hauptstadt UgandasMalerei ist keine Kunstform, die man mit afrikanischer Kunst assoziiert. Weit bekannter sind die afrikanischen Bronzen, Elfenbein- oder Basaltstatuen und natürlich der weite Bereich der Holzbildhauerei. Der Bevorzugung des Werkstoffes Holz ist es geschuldet, dass die Anfänge afrikanischer Kunst nicht zurückzuverfolgen sind. Das afrikanische Klima und Termiten haben dafür gesorgt, dass aus der Frühzeit kaum Zeugnisse zu finden sind. Auch Malerei auf Leinwand oder anderen Trägermaterialien ist schlicht nicht erhalten. Es gibt nur die von Generation zu Generation weitergegebene Bildtradition, die allerdings sehr reich ist und viele moderne Künstler aus Europa wie Picasso, Braque oder Matisse beeinflusst hat.
Auf diese Bildtradition aber auch auf den Einfluss internationaler moderner Kunst beziehen sich die 6 ostafrikanischen Künstler, deren Arbeiten derzeit im Seminarraum der Kunststation zu sehen sind: Nataniel Moiane, Wilson Mwangi, "Sane" Eria Nsubuga, Robert Ojok, El Tayib und Peter Tukej. Sie kennen sich aus der Tulifanya Gallery in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Dort entstand auch der Kontakt zu Gisela Hohmann, die heute in Eiterfeld ansässig ist, aber viele Jahre mit ihrem Mann in Afrika lebte, der dort im deutschen diplomatischen Dienst stand, davon fünf Jahre in Uganda. Sie vermittelte die Maler an die Kunststation. Nataniel MoianeMoiane stammt aus Mozambique, wo er auch lebt. Seine Bildsprache ist abstrakt, seine Farben leuchtend. Besonders Blau, Weiß und Rot spielen eine herausragende Rolle in seinen Arbeiten. Wilson MwangiFür ihn sind Bilder typisch, in denen Tiere in leuchtenden Farben mit geometrischen Mustern kombiniert werden. Der taubstumme Maler lebt in den Slums von Nairobi. Dennoch hat er sich eine fröhliche, ausgeglichene Natur bewahrt und einen feinsinnigen Humor, den man auch seinen Bildern ansieht. "Sane" Eria NsubugaDer Künstler wurde in der Nähe des Viktoria Sees geboren. Er arbeitet heute sowohl als Maler, wie auch als Illustrator. Für seine Collagen setzt er auf die Kombination unterschiedlicher Medien. Robert OjokDie Bilder dieses Malers wirken wir Drucke, doch handelt es sich bei seinen kleinformatigen Arbeiten um Gemälde, die er schon in vielen Teilen der Welt ausgestellt hat, z.B. in Australien, aber auch in Bulgarien. El TayibDer Maler, der außer in Afrika bereits in London, Berlin, Rom und Österreich ausgestellt hat, wohnt seit Ende der 90er Jahre in Nairobi und hat in Khartum, der Hauptstadt des Sudan, Kunst studiert. In seinen Arbeiten spielen alte malaische Traditionen und sudanesische Folklore nicht nur in der Motiv und Farbwahl eine große Rolle. Er verwendet auch traditionelle afrikanische Baumwollstoffe als Bildträger. Peter TukejDer Künstler schließt gerade sein Studium an der Kunstakademie Makerere in Kampala ab. Für seine Collagen verwendet er einen Werkstoff, den es nur in Uganda gibt: die Barcloth Rinde. Diese Rinde wird von dem Baum abgelöst, in Pflanzensud getaucht, gekocht, geklopft und in die Sonne gelegt. Durch diese Behandlung wird sie zu einem Bildträger, der ähnliche Eigenschaften hat wie fester Stoff, aber seine eigentümliche braune Farbe mitbringt. Hintergrund zum LandUganda ist ungefähr so groß wie Deutschland. Als Binnenstaat grenzt es im Norden an den Sudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania, im Südwesten an Ruanda und im Westen an den Kongo. Die Grenzen zu Kenia und Tansania verlaufen zum Teil durch den Viktoriasee, an dem auch die Hauptstadt des Landes, Kampala, liegt. Uganda ist von Seen, dem "Weißen Nil", Urwäldern und Savannen geprägt. Im Süden des Landes verläuft der Äquator. Der tiefste Punkt Ugandas ist der Unterlauf des Weißen Nils, der auch Albert-Nil genannt wird. Der Margherita Peak oder Mount Stanley im Rumenzori-Gebirge als höchster Punkt (5.110 m hoch) liegt gar nicht so weit von dem tiefsten Punkt des Landes entfernt. Uganda wird hauptsächlich von Bantuvölkern bewohnt, die Mehrheit der Ugander (85%) sind Christen. Die Region zählt zu der Wiege der Menschheit und damit zu der am frühesten bewohnten Gegend der Welt. Zum Schutz der Flora und Fauna gibt es 9 Nationalparks und 6 Wildreservate, darunter den Queen-Elisabeth Nationalpark. Das - im Vergleich zu anderen ostafrikanischen Staaten - an fruchtbaren Böden reiche Land wurde einst von Winston Churchill als "Perle Afrikas" bezeichnet. Da aber nach der Unabhängigkeit des Landes von den britischen Kolonialherren 1962 lange Zeit (1966 bis 1986) von Diktatoren – u.a. durch Idi Amin – beherrscht und von Bürgerkriegen gebeutelt wurde, ist davon kaum noch etwas zu spüren. Uganda zählt heute – trotz seiner Bodenschätze und dem günstigen Klima zu den ärmsten Ländern Afrikas. Im "Human Development Index " steht Uganda auf dem 157. Platz von 182. Auch der Frieden ist noch nicht in allen Teilen des Landes eingekehrt. Im Norden kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Ethnien. Die Ausstellung im Seminarraum der Kunststation dauert noch bis zum 28. Februar 2010. Öffnungszeiten der Galerie und des Café: Di - So, 13 - 18 Uhr. Eintritt: 3 €, ermäßigt 1,50 €, Führungen auf Anfrage. Text: Marianne Blum.
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