Zurück   Startseite   Druckversion 2. November 2009

Komposition aus Farbklängen

Die Kunststation Kleinsassen zeigt Bilder der Malerin Britta Glaser

Von Nikolaus Frey.

Kleinsassen. Eine respektable Besucherschar kam am gestrigen Morgen in die Kunststation Kleinsassen zur Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern von Britta Glaser, die bis zum 17. Januar 2010 unter dem Titel "Farbklänge" zu sehen sind. Dieses Motto ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die junge, aus Fulda stammende Künstlerin versteht sich sowohl als Malerin wie auch als Musikerin.

Da hätte es keinesfalls verwundert, wenn sie die Präsentation ihrer während der beiden letzten Jahre entstandenen großformatigen Ölbilder und kleinformatigen Werke in Öl- oder Mischtechnik mit einem musikalischen Rahmen umgeben hätte. Diesen hätte sie mit ihrer Ausbildung als Flötistin und Sängerin leicht beisteuern können. Aber darauf hat sie verzichtet, denn sie wollte an diesem Tag nicht ihre Person, sondern ihr malerisches Werk in den Mittelpunkt gestellt sehen.

Welche Rolle die Musik im Leben von Britta Glaser spielt, war dann dem einführenden Kommentar von Elmar Hegmann zu entnehmen, der als langjähriger Vorsitzender des Jungen Kunstkreises Hünfeld die Aufgabe übernommen hatte, die Ausstellungsbesucher mit Biographie und Werk der Künstlerin vertraut zu machen. Dabei wurden ihre vielseitigen Studien in Karlsruhe, Leipzig und London in Architektur, Kunst und Gesang als Symbiose unterschiedlicher Neigungen und Ziele verständlich.

Hegmann ging vor allem auf die Großformat-Bilder ein, deren wuchtige Farbflächen oft eine stark ausgeprägte Struktur durch übereinander gelegte Farbschichten aufweisen und trotz ihrer reduzierten Formensprache beim Betrachter Assoziationen auslösen. Diese ergeben sich durch die rauen Oberflächen der Bilder und durch das Vibrieren der Farbklänge im Kontext ihrer gestalteten Umgeben spontan.

Solche Prozesse vollziehen sich - so ergänzte Britta Glaser im Anschluss - ganz ähnlich wie beim musikalischen Hören, das vom jeweiligen Zusammenspiel von grundtönigen und obertönigen Klanganteilen beeinflusst sei. Damit sei die Voraussetzung gegeben, dass jede Aufführung eines musikalischen Werkes eine einmalige Wirkung erziele. Eine solche streben auch Britta Glasers Bilder an, die sich als Momentaufnahmen von seelischen Zuständen dem Betrachter primär emotional mitteilen wollen.

Außerdem wurden in Kleinsassen gestern noch die Ausstellung des Rhöner Künstlerkollektivs "Schmücke-dein-Heim" und eine Schau von Joachim Schüler eröffnet.

Aus: Fuldaer Zeitung vom 2. November 2009


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