Zurück   Startseite   Druckversion 26. August 2008

Noch bis zum 31. August 2008

"Klöppeln kann Kunst sein"

"Klöppeln ist ein Handwerk, doch die Ergebnisse dieses Handwerks können durchaus Kunst sein, und genau deshalb stellen wir diese Werke hier in Kleinsassen aus", erklärte Peter Ballmaier, der Leiter der Kunststation, bei der Eröffnung dieser ungewöhnlichen Ausstellung am letzten Sonntag. In der Tat bekommt man bei dieser Schau weit mehr als Spitzendeckchen zu sehen. Und auch weit mehr als die üblicherweise ausschließlich verwendete Farbe Weiß. Zwar gibt es auch zarte Gewebe aus weißem und naturfarbenem Garn, doch wurde auch hier versucht, neue Formen und Kompositionen auszuprobieren und über die Grenzen des Handwerks und des traditionellen Formenkanons hinauszugehen.

Auch an größere Experimente haben sich die vierzehn Klöpplerinnen aus Deutschland und der Schweiz gewagt, z.B. an die große Gemeinschaftsarbeit "Vulkan", die aus verschiedenen Einzelteilen zusammengesetzt eine große Komposition aus wucherndem Rot, Gelb und Orange ergibt. Aber auch ganz fremdartige Materialien haben die Klöpplerinnen in ihrem zwei Jahre dauernden Projekt unter der Leitung von Barbara Saupe in ihren Werken verarbeitet: Rosshaar oder eine goldene Wäscheleine, die durch ihre spezielle Beschaffenheit auch die Form der Klöppelarbeit bestimmte. So forderten das störrische Pferdehaar gerade Verlaufslinien, bei der Kunststoff-Wäscheleine musste die Krümmung der jahrelang so aufbewahrten Leine in der Arbeit zum gestaltenden Faktor werden, während Flamingofedern einen sehr duftigen geklöppelten Träger erforderten. Weitere spannende Materialien waren Perlmutt, Holzspäne und sogar die Teile einer zerlegten Uhr, die wie ein Spinnennetz eingewoben erscheinen.

Die Ausstellung wurde vom Deutschen Klöppelverband e.V. organisiert und dauert noch bis zum 31. August. Während der gesamten Zeit demonstrieren Klöpplerinnen live ihr Können.

Text: Marianne Blum.


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