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23. bis 31. August 2008Spitze heute und morgenDiejenigen, die Klöppeln ausschließlich mit Spitzendeckchen verbinden, sollten in der Zeit zwischen dem 23. und 31. August in die Kunststation Kleinsassen kommen. Dort können sie eine völlig neue Sichtweise dieses traditionellen Kunsthandwerks kennenlernen.
Vierzehn Klöpplerinnen aus Deutschland und der Schweiz haben unter der Leitung der Dozentin Barbara Saupe zwei Jahre an einem Projekt gearbeitet, das unter dem Titel "Klöppeln heute und morgen" das Ziel hatte, Spitzenwerke zu schaffen, die sich in zeitgemäßer Form präsentieren, aber - auf den Techniken des Handwerks und grundlegenden Gestaltungsüberlegungen beruhend - auch in der Zukunft noch ihre künstlerische Aussage behalten. Der Deutsche Klöppelverband e.V. organisierte das Projekt. Die dreiteilige Ausstellung beginnt mit einer Werkreihe "Strukturen in Weiß". Unterschiedlichste Garne in verschiedenen Weißabstufungen und Stärken wurden bei Kompositionen verarbeitet, die mit der Spannung zwischen dichten und lichten Strukturen, glänzenden und matten Garnen in unterschiedlichen Stärken spielen. Entstanden sind dabei Spitzen, die die Fläche gestalten und strukturieren und sogar bei einigen Arbeiten in die Höhe wachsen - etwas, was in der traditionellen Klöppelspitze so nicht vorkommt. Beeindruckend und von großer Leuchtkraft ist die aus einzelnen Teilen zusammengesetzte Gemeinschaftsarbeit "Vulkan". Mit den Farben des Feuers - gelb, orange und rot - strömt Lava über bereits erkaltetes graues Gestein, das mit grauen Garnen gestaltet ist. Zusätzliche Explosionskraft und dreidimensionale Wirkung bekommt das 1,40 Meter breite und 1,15 Meter hohe Werk durch Aufbrüche und Faltungen der Arbeiten. Genaue Absprachen in Bezug auf Garn, Farbe und Technik, und um die Übergänge zu gestalten, waren notwendig, um die Einheitlichkeit des Entwurfs in den einzelnen Segmenten zu gewährleisten. Die dritte Arbeitsreihe schließlich hatte zum Ziel, nicht klöppel-übliche Materialien in eine Klöppelarbeit zu integrieren und beides gestalterisch in Übereinstimmung zu bringen. Ausgehend von einer kreisförmigen oder quadratischen Grundform beeinflusste das fremde Material den Charakter der Arbeit. So forderten Flamingofedern einen sehr duftigen geklöppelten Träger, das störrische Pferdehaar gerade Verlaufslinien und bei einer goldfarbenen Kunststoff-Wäscheleine musste die Krümmung der jahrelang so aufbewahrten Leine in der Arbeit zum gestaltenden Faktor werden. Weitere spannende Materialien waren Perlmutt, Holzspäne und sogar die Teile einer zerlegten Uhr. Erstmals wurden die Werke im April 2007 beim 25. Klöppelspitzen-Kongress des Deutschen Klöppelverbandes e.V. in Schneeberg im Erzgebirge ausgestellt und fanden bei den Besuchern eine hohe Akzeptanz. Seitdem sind sie auf einer Wanderausstellung. Die nächste Station nach Kleinsassen wird Uffenheim sein. Die Ausstellung "Spitze heute und morgen" wird am Samstag, den 23. August 2008 um 16 Uhr eröffnet. Regelmäßige Öffnungszeiten der Kunststation und des Cafés: Di - So 13 - 18 Uhr. Eintritt: 1,50 €, Kinder und Schüler frei, Führungen nach Vereinbarung. Text: Marianne Blum.
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