Zurück   Startseite   Druckversion 30. Januar 2008

Exponate mit stillem Eigenleben

Beate Debus stellt in Kleinsassen Skulpturen und Papierarbeiten aus

Von Klaus H. Orth.

Kleinsassen. Geheimnisvoll wirken die Holzskulpturen von Beate Debus in der Kunststation Kleinsassen. Mal monumental als lebensgroße Figur im Raum, mal kleinformatig als Wandobjekt, erinnern die Arbeiten im Atelier und in Halle eins an menschliche Momente, führen ein beziehungsreiches Eigenleben. Ein Eindruck, der bestärkt wird durch Titel wie "Aushalten", "Verschlossen", "Sich schützend".

Viele Skulpturen der 1957 in Eisenach geborenen und heute im thüringischen Oberalba lebenden Bildhauerin sind rau und kantig, scheinen auf eigenwillige Weise still mit sich beschäftigt zu sein. Geschickt gesetzte Schwarz-Weiß-Kontraste vermitteln dem Betrachter das Gefühl, die Arbeiten bestünden aus zwei Teilen, die zu trennen einem Unglück gleichkäme, weil alles aus dem Gleichgewicht geriete. "Stabile Unruhe" (Pappelholz, gebrannt, 2006) etwa zeigt den Versuch eines schwarzen Körpers, auf einem zweiten, im Holzton belassenen Halt zu finden. Und doch bleibt die Frage: Wer stützt hier wen?

Die dreiteilige Arbeit "Wandbewegung" (Lindenholz, gebrannt, 2004) mutet organisch an: Eigentümliche Wesen - nur aus Kopf und Schwanz bestehend - entfalten Dynamik, werfen dunkle Schatten auf das Weiß der Wand. Ein konsequentes Korrespondieren der Körper mit dem Raum, wie es das Werk von Beate Debus leitmotivisch durchzieht.

Zu den Exponaten zählen neben Holzcollagen auch grafische Blätter. Mit technischer Finesse erreicht die Künstlerin die Illusion von Tiefe in ihren Kohle- und Grafitzeichnungen. So ist das Blatt "Tanz" (2006) von einer inneren Bewegung beseelt. Effektvoll setzt Beate Debus Papierschnitt und Collage ein, erreicht auch hier immer wieder stimmungsvolle Hell-Dunkel-Kontraste, schafft ein belebtes Mit- und Gegeneinander der Bildelemente, die - ihren eigenen Gesetzen folgend - an einigen Stellen ausbrechen, den Rahmen sprengen. Eindrucksvolle Beispiel dafür sind ihre titellosen Radierungen (Aquatinta, Prägedruck, 2006). Auch ihnen ist jener enigmatische Charakter zu eigen, der das Gros der Exponate dieser sehenswerten Gesamtschau kennzeichnet.

Beate Debus. Corpus II. Kunststation Kleinsassen. Bis 13. April. Öffnungszeiten: 13 bis 18 Uhr. Eintritt: 1,50 Euro. Katalog: 20 Euro.

Aus: Fuldaer Zeitung vom 30. Januar 2008


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