Zurück   Startseite   Druckversion 21. Dezember 2007

20. Januar bis 13. April 2008

Beate Debus - corpus
Monumentale Holz-Skulpturen und Grafiken

Mit der Exposition "Beate Debus - corpus" bietet die Kunststation Kleinsassen ihren Besuchern das Erfahrungsfeld "Skulptur" an.

Beate Debus   Beate Debus

Beate Debus: Der Tanz
Eiche, gebrannt

 

Beate Debus

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Die Werke der Thüringer Bildhauerin Beate Debus (geb. 1957) aus Oberalba/Rhön gehören hinsichtlich ästhetischer Qualität und sozial bedeutsamer Inhalte zu den ausgereiftesten in Thüringen und in der Rhön. In ihrer vielgestaltigen Ausstellung zeigt Beate Debus Holz-Skulpturen, Holz-Reliefs, Zeichnungen, Collagen und Druckgrafiken. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in monumentalen Holz-Skulpturen. Sie verführen über reizvolle Oberflächenstrukturen sowie kontrastierende Farbnuancen und Bewegungen die Sinne und lassen Räume sowie Körper spielerisch erkunden. Der Besucher begegnet dem Wesen der klassischen Skulptur und darf dem in Bildformeln festgehaltenen Lebensgefühl der Künstlerin nachspüren. Ein unsichtbares Erfahrungsfeld öffnet sich sensiblem Gespür.

Das Gestalten ihrer Kunstwerke kennzeichnet eine kontinuierliche und spannende Entwicklung vom Konkreten zum Abstrakten. Dies betrifft die Formen und Inhalte gleichermaßen. Die genannten Kunstarten entfalten ein enges Netz formaler Wechselwirkungen um das jeweilige Thema, das die Bildhauerin in der Skulptur als ihr Hauptausdrucksfeld zur künstlerischen Vollendung bringt. Zu ihren Themen gehören existentielle Grundgefühle wie zum Beispiel Umhüllt-Sein, Verschlossen-Sein, Sich-Begegnen, Sich-Anlehnen, für die Beate Debus nachvollziehbare Zeichen in Holz findet.

Ihr bildnerisches Material Holz erscheint dem menschlichen Wesen nahe, strahlt Wärme aus, ist eigensinnig und spröde. Über die Jahre reduziert Beate Debus ihre vielfach gewundenen, Innenräume und Durchbrüche erzeugenden menschlichen Figuren zu monumentalen, die Materialität betonenden und zugleich über diese hinausweisenden Torsi bis hin zu fast geometrische Körper (corpus). Mehrere Entwicklungsreihen laufen parallel, ineinander über oder knüpfen zeitlich versetzt aneinander an. Beate Debus findet über Körperhaltungen und -formen überzeugende wie beeindruckende Sinnbilder elementarer Bewusstseinszustände. Ihre Skulpturen wirken als über harte körperliche Arbeit der Materie abgerungene eigenständige Wesenheiten. Sie gebiert Geschöpfe als in der Einfühlung lebendig werdende Stellvertreter ihrer Bildideen.

Der 128-seitige Katalog mit 100 ganzseitigen Abbildungen stellt mit sechs Texten mehrerer Autoren das Werk der Künstlerin in biografische, soziologische sowie kunstgeschichtliche und -philosophische Zusammenhänge. In einer gesonderten Zusammenschau kann der Betrachter die konsequente Entwicklung ihrer bildnerischen Arbeit von 1984 bis 2006 in der Fläche und im Raum nachvollziehen. Beate Debus beschreibt beispielhaft das Entstehen einer Skulptur. Das repräsentative Katalogbuch (20 €) entstand gemeinsam mit der Städtischen galerie ada Meiningen.

Die Ausstellunge "corpus" von Beate Debus wird am Sonntag, den 20. Januar 2008 um 16 Uhr eröffnet. Zur Einführung spricht der Meininger Kunstwissenschaftler und Leiter der Städtischen galerie ada Meiningen, Ralf-Michael Seele.

Regelmäßige Öffnungszeiten der Kunststation und des Cafés: Di - So 13 - 18 Uhr. Eintritt: 1,50 €, Kinder und Schüler frei, Führungen nach Vereinbarung.

Text + Fotos: Ralf-Michael Seele.


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