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Zauberwelt des gutmütigen GauklersÜber die fabelhaft-exquisite Ausstellung von Armin Mueller-Stahl in der Kunststation KleinsassenVon Klaus H. Orth. Kleinsassen. Ein wirkmächtiges Werk empfängt den Besucher der Kunststation Kleinsassen. Ihm eröffnet sich in den drei Hallen eine Welt der Zeichnungen und Gemälde, deren Schöpfer meist mit bewegten Bildern, mit Fernsehfilmen und Leinwandproduktionen in Verbindung gebracht wird: Der Weltstar Armin Mueller-Stahl, charismatischer Charakterdarsteller und genialer Schöngeist, hat seinem Talent als bildnerischer Künstler lange im Verborgenen gefrönt. "Viele wissen gar nicht, dass sie Talente haben, weil sie es nie ausprobieren", sagt Mueller-Stahl. Er malt und zeichnet seit Jugendtagen, vertraut sich seinen Bildern gleich einem Tagebuch an. Und doch rang er sich erst im Jahr 2000, zu seinem 70. Geburtstag, dazu durch, eine Auswahl an Arbeiten öffentlich zu zeigen. "Wo steht geschrieben, dass man im Leben nur eines machen soll?", fragt der Schauspieler, Musiker, Maler und Autor heute. Der Erfolg der Berliner Ausstellung brachte Mueller-Stahls beseelte Bildwelten in die Feuilletons. Rasch folgten weitere Expositionen, gingen seine Arbeiten auf die Reise, um die Neugier seiner Fans zu stillen. "Viele wissen nicht, dass sie Talente haben" Nachdem Meiningen 2006 eine große Mueller-Stahl-Schau präsentiert hat, zeigt nun die Kunststation unter dem Titel "Armin Mueller-Stahl - Charakterbilder - Malerei-Grafik-Film" einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen des Malers und Zeichners. Ein "beeindruckend schönes Haus" nennt der Künstler die Kulturinstitution am Fuße der Milseburg, die er hier, "mitten auf dem Land", nicht erwartet hätte. "Das ist ein Geschenk", sagt er und ist stolz auf die "perfekte Hängung". Der wortgewandte Schauspieler hat in den Bildern eine wichtige weitere Form gefunden, sich auszudrücken, seinen Gefühlen Form zu verleihen, Geschichten zu erzählen wie der Gaukler - eine Figur, mit der er sich der passionierte Geigenspieler gern identifiziert, der nach unzähligen Bravourrollen im Film und diversen schauspielerischen Ehrungen heute noch von sich sagt: "In erster Linie fühle ich mich als Musiker, deshalb habe ich auch so viele Komponisten gemalt." "In erster Linie fühle ich mich als Musiker" Er zeigt auf die Gemälde mit Carl Orff und Franz Liszt, mit Giuseppe Verdi und Max Reger, mit Richard Wagner, Johannes Brahms und Béla Bartók. Derzeit, so verrät Mueller-Stahl, arbeite er in seinem Atelier an einem großformatigen Charakterbild Gustav Mahlers. "Die bildende Kunst ist näher an der Musik als die Literatur", sagt der Künstler. Eine Ausnahme bei der Wort-Kunst stelle die Lyrik dar, die wie Grafik und Malerei auf Bilder setze, um Gefühle zu evozieren. Metaphern als Transportmittel für Emotionen und Bilder, die den Betrachter bewegen, finden sich unter anderem im Urfaust und in den anderen Mappenwerken, etwa auf den Lithografien der Zyklen "Hamlet in Amerikä, "Venice" oder "Night on Earth - Day on Earth". In diesem Opus taucht er wieder auf, Helmut, der liebenswerte Gaukler. Eine Rolle, die Mueller-Stahl sehr am Herzen lag, und die ihn zu vielen Blättern inspiriert hat. Die Welt der Artisten wird bei Mueller-Stahl zum "Menschheitszirkus". Der Dompteur agiert in der Manege. Auf der Bühne vieler Bilder unterhält der Clown - zeigt als Karl Valentin, als Pierrot, als Harlekin oder als gutmütiger Gaukler sein Gesicht. Und niemand weiß, was sich hinter der bunten Maske verbirgt. Freude bereitet er. Das ist seine Rolle. Aber wie's tief in ihm aussieht, behält er für sich. Das wiederum verbindet ihn mit seinem Schöpfer Mueller-Stahl, der in seinen Filmen, in seinen Grafiken und Gemälden stets niveauvoller Unterhalter ist. Aus: Fuldaer Zeitung vom 4. Juli 2008
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