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Weltstar in der RhönArmin Mueller-Stahl zu Besuch in KleinsassenVon Hadwiga Fertsch-Röver in hr2-kultur Mikado. Dass Armin Mueller-Stahl ein international gefeierter Schauspieler ist, weiß jeder. Dass er aber auch malt, ist eher nicht bekannt. Jetzt hat er eine Ausstellung mit seinen "Charakterköpfen" in der Kunststation Kleinsassen eröffnet. "Ich sagte, als wir eben durch die Landschaft fuhren und ich die Kühe sah auf der Weide: Hier kann man sogar mal für zwei Stunden Kuh sein und sich wohl fühlen. Es ist eine wunderbare Landschaft." Der Weltstar Armin Mueller-Stahl war bezaubert von der noch intakten Ländlichkeit in der frühsommerlichen Rhön. Die Gegend ist ihm nicht unvertraut, seine Frau ist hier aufgewachsen. Überrascht war der Schauspieler aber schon von der großzügigen Kunsthalle in dörflicher Szenerie und der professionellen Inszenierung seiner Ausstellung: "Ich finde es immer wichtig und schön, dass man solche Häuser dort hat, wo man sie nicht erwartet, weil es gibt auch Talente irgendwo, wo man sie nicht vermutet." Unvermutet, zumindest vielen unbekannt ist auch das Talent, das der Schauspieler Armin Mueller-Stahl viele Jahre vor der Öffentlichkeit verbarg: Neben der Musik - vor dem Schauspiel hat er Geige studiert - das Talent, Pinsel und Tuschefedern zu führen. "Ich kokettiere nicht, wenn ich sage, ich hatte immer das Gefühl, alles, was einem so leicht fällt wie Zeichnen mir und auch Komponieren - beides fällt mir sehr leicht - das kann nicht viel wert sein." In der Kunststation Kleinsassen sehen wir vor allem Porträts, Ölbilder von Kollegen, von Musikern, von Schriftstellern, sowie atmosphärische Skizzen, entstanden bei Dreharbeiten oder zu Hause am Pazifik in den USA oder an der heimatlichen Ostsee. "Das Malen ist für mich Festhalten von Situationen, die ich sehe, die mich bewegen, die mich berühren, und es ist, wenn Sie so wollen, auch ein Festhalten von Situationen im Tage, also Tagebuch-Zeichnungen." Und es gibt viele Tage und Situationen, in denen Armin Mueller-Stahl zur Feder, zum Kohlestift und schließlich Pinsel greift. "Ich sitze manchmal vor Kollegen und zeichne sie, weil mir die Spontaneität mir auch wichtig ist. Ich möchte sozusagen den Moment erfassen und ich erkenne dann die Leute immer wieder." Die Betrachter seiner Bilder auch: Steven Spielberg zum Beispiel, dessen verschmitztes Lächeln Armin Mueller-Stahl mit wenigen Strichen aufs Papier bannte. Den Schauspielkollegen aus Hollywood, Sean Penn, tauchte der autodidaktische Maler in flammend rote und wüstengelbe Farben. Durch das Malen habe er viele wunderschöne Momente erfahren, sagt Armin Mueller-Stahl bei der Vernissage in der Kunststation Kleinsassen. Ein Selbstporträt in der Ausstellung "Charakterbilder" zeigt den Starschauspieler bei Dreharbeiten zu dem neuen Film von Tom Tykwer. Wir sehen Armin Mueller-Stahl, den Kopf nachdenklich in die Hand gestützt, und die Augen, diese stahlblauen, charakteristischen Augen, uns aus so vielen Filmen vertraut, geschlossen.
Quelle: Hessischer Rundfunk vom 16. Juni 2008
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