Zurück   Startseite   Druckversion 16. Juni 2008

Kunst als Sprache der Seele

Vernissage Armin Mueller-Stahl

Ein Stück ungewöhnlicher Entdeckungsreise ist seit heute Vormittag möglich: "Charakter-Bilder" lautet der Titel einer Ausstellung, die bis zum 21. August die Kunststation Kleinsassen/Rhön präsentiert. Es sind rund 200 Bilder und Grafiken als repräsentativer Querschnitt des bildnerischen Schaffens von Armin Müller-Stahl. Der weltbekannte Schauspiel zeigt hier eine - zumindest in der breiten Bevölkerung - weniger bekannte Seite seines Könnens. Und das Besondere: der 78-jährige Weltstar war persönlich bei der Vernissage dabei - und mit ihm etwa 250 Gäste, die allesamt begeistert sind von den Arbeiten, aber auch von der heutigen Ausstellungseröffnung. Auf ausdrücklichen Wunsch von Müller-Stahl spielten Sarah Spitzer (Violine) und Mike Jin (Klavier) - und es war tatsächlich ein Erlebnis, denn der Beifall schien kein Ende zu nehmen.

Aber auch nach dem offiziellen etwa einstündigen Teil nahm sich Müller-Stahl noch fast eine Stunde Zeit: Interviews für die Medien, Autogramme für die Besucher in die Kataloge und kleine Plaudereien. Abschluss seines Besuches: ein Mittagessen im kleinen Kreis auf der Lothar-Mai-Hütte in der Rhön. "Das Malen, Schreiben, Musizieren und Schauspielen gehören für mich einfach zusammen." Mit diesen Worten beschreibt Armin Mueller-Stahl seine künstlerischen Mehrfachbegabungen. Er steht damit in einer Reihe mit Oskar Kokoschka, Günter Grass oder Ernst Barlach.

Erst seit 2001 tritt Armin Mueller-Stahl öffentlich als bildender Künstler auf. Doch die bildnerische Arbeit pflegte er schon immer. Seit 1952 nutzt er Drehpausen und Reisen zum Malen und Zeichnen. Wie ein Tagebuch begleiten ihn seine bildnerischen Äußerungen, oft spontan auf Dreh- und Rollenbüchern seiner lockeren Hand entsprungen, durch den Alltag. In über fünfzig Lebensjahren entstanden Federzeichnungen, Lithografien sowie Farbkompositionen in Öl und Acryl. Seine Malerei folgt der zeichnerischen Arbeit, sie entsteht als Fortsetzung des schnellen Strichs und der spontanen Schrift seiner Skizzen. Zu seinem zentralen Thema wählte er den Menschen in seinen Befindlichkeiten, sozialen Rollen und Bezügen. Wie in seinen Filmen, so verleiht er auch auf Papier und Leinwand Charakteren eine einprägsame Gestalt. Porträts und Karikaturen von bekannten sowie unbekannten Menschen und zunehmend auch Landschaften, formt er zu Charakter-Bildern aus.

Aus: Osthessennews vom 15. Juni 2008
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