Zurück   Startseite   Druckversion 23. Januar 2007

Bildwelten voller Dynamik

Barbara Heinisch präsentiert im Atelier der Kunststation Kleinsassen eine Auswahl aktueller Arbeiten

"Meine Sprache sind die Farben", sagt Barbara Heinisch. Die Malerin stellt derzeit ihre Bilder im Atelier der Kunststation Kleinsassen aus. Arbeiten, die voller Spannung stecken. Kein Wunder, arbeitet die Künstlerin doch mit expressiven Farbkontrasten. "Feuervogel" sind drei Werke betitelt, die Igor Strawinskys Komposition malerisch einfangen - mit einem dynamischen Farbauftrag und einer Pinselführung, die von Leichtigkeit und Schwung bestimmt ist.

Malerei bedeutet für Barbara Heinisch Erlebnis und Ereignis - ein Prozess, an dem Künstler, Modell und Betrachter teilhaben. Ihre Bilder lebensgroßer menschlicher Figuren, die sich dem Tanz hingeben, entstehen während öffentlicher Performances oder im Atelier der Malerin. Ihre Modelle, alle samt ausgebildete Tänzerinnen und Tänzer, sieht sie im Rahmen des Schaffensakts als gleichberechtigte Partner an. Im Vorfeld bespricht sie mit ihnen die tänzerischen Choreografien zu den gewählten musikalischen Themen wie dem "Bolero" von Maurice Ravel oder dem bereits erwähnten "Feuervogel" von Strawinsky . Dann wählt sie die Farben aus, mit denen sie hernach die Bewegungen der Tanzenden auf Leinwand bannt. Wird die weiß grundierte Oberfläche von den nackten Körpern berührt, hält Barbara Heinisch diese in Konturen als Figuren fest, vollführt in einem für sie körperlich anstrengenden und Kraft zehrenden Akt die Umsetzung von Musik und Tanz in Malerei. Kreiert Bilder, aus denen Virtuosität und Vitalität sprechen.

Wer die Werke von Barbara Heinisch intensiv betrachtet, der kann den Malprozess nachvollziehen, der wird mitgerissen von Leidenschaft und Sinnlichkeit. In Tempera auf Nessel formuliert die Malerin eine farbenreiche Hommage an die Kunst in der Einheit von Musik, Tanz und Malerei. "Ich muss das Potenzial in mir ausleben", ist ihre Maxime. Die Künstlerin, 1944 in Rathenow geboren, die bei Joseph Beuys und Karl Horst Hödicke studiert hat und in der Kunstwelt mit ihren Performances seit Ende der 70er Jahre für Aufsehen sorgte, hat sich eine jugendliche Unbeschwertheit bewahrt, die in Kombination mit ihrer Kompositionsgabe und ihrer malerischen Grandezza viele Überraschungen bereithält. Einige davon sind in Kleinsassen bis zum 8. März in Form großformatiger Bilder zu sehen. Für alle, die Barbara Heinisch live erleben und ihr bei der Arbeit über die Schulter schauen möchten, bietet die Kunststation Kleinsassen im Sommer eine Veranstaltung mit der Künstlerin an: Am 18. August findet im Präsentationshaus am Fuße der Milseburg eine Performance zum Thema "Phönix" statt. Ein Sujet, dass die Malerin schon seit langem beschäftigt, wie ein Exponat aus den 80er Jahren zeigt, dessen Entstehung in der aktuellen Schau in Kleinsassen von Schwarzweißfotografien dokumentiert wird.

Die Kunststation Kleinsassen ist dienstags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 1,50 Euro.


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Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
(www.druschel-photography.de).