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Stillleben, "Auftragsarbeiten" und mehrSigrid Oltmann und Uwe Battenberg stellen in der Kunststation Kleinsassen ausVon Klaus H. Orth. Kleinsassen. Malerei ist ein weites Feld. Viele Früchte vermag es hervorzubringen, was die Exponate zweier Ausstellungen, die gestern in der Kunststation Kleinsassen eröffnet wurden, eindrucksvoll belegen. "Zeit für Sinnlichkeit" ist die Schau von Sigrid Oltmann im Atelier überschrieben, die magische Stillleben vereint. "Kunst ist einfach" hat Uwe Battenberg seine Auswahl aktueller Arbeiten in Halle eins überschrieben. Tulpen, Rosen, Fasane, Rebhühner und Äpfel sind die Protagonisten in den Exponaten Sigrid Oltmanns. Die ausgebildete Bildhauerin, die Mitte der 70er Jahre zur Malerei gefunden und sich altmeisterliche Techniken angeeignet hat, lässt den Betrachter ihrer Stillleben in einen Spiegel blicken, der die eigene Vergänglichkeit anhand welker Blätter und anderer Vanitassymbole vor Augen führt. Oltmann verleiht realistischer Malerei in der Tradition holländischer und spanischer Stilllebenmaler eine individuelle Prägung, die Rolf Frodl, Kulturreferent der Stadt Hanau, so erklärte: "In den meisten Arbeiten sind Störungen, Irritationen zu entdecken, die stets den Eindruck vollkommener und damit blutleerer Ästhetik unterlaufen." Übermalungen, Bearbeitungsspuren, ein eigenwilliger Kompositionsstil, der Dynamik ausspart, das Auge ruhen und den Betrachter über die Motive rätseln lässt, sind Merkmale der enigmatischen Exponate der 65-Jährigen, die in Schöneck lebt und arbeitet. Fritz Kramer, ehemaliger Fuldaer Landrat und Mitbegründer der Kunststation, eröffnete die Oltmann-Ausstellung. Seit 14 Tagen ist Uwe Battenberg bereits zu Gast in Kleinsassen, wie Michael Friedrich, Leiter der Kreis-VHS, betonte. Der Professor an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter betreute zwei Wochen lang Malereistudenten, die ihre Arbeiten in der Kunststation ausstellten. Seit gestern zieren ausschließlich die Bilder des 1951 in Kassel geborenen Künstlers, der bis 1993 in Schlitz lebte, die Wände in Halle eins. Der Bildhauer Jochen Breme gab Sehhilfen zur Schau. Die in diesem Sommer entstandenen Werke auf Leinwand bezeichne Battenberg, der nach Einfachheit und Ruhe strebe, als "Auftragsarbeiten". Nicht, weil sie im Auftrag entstanden sind, sondern weil der Maler auf das kontrastreiche Spiel von Schwarz auf weißem Grund, das mitunter einem "gezähmten Chaos" gleiche, immer wieder auf unterschiedliche Art Farbe auftrage. Oft trete der Hell-Dunkel-Kontrast dabei umso intensiver hervor als "ein Schwarz-Weiß-Leben, das durch die Farbe gesteigert wird", so Breme. Neben jenen großen Bildern zeigt der Künstler die Werkgruppen "Secret Garden" und "Sickerköpfe" - Arbeiten auf Papier, in denen Alltagsspuren und Momente des künstlerischen Prozesses verschmelzen.
Uwe Battenberg: Kunst ist einfach. Bis 29. Oktober.
Aus: Fuldaer Zeitung vom 18. September 2006
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