Zurück   Startseite   Druckversion 16. Februar 2006/14. März 2006

17. März bis 15. Mai 2006 - Atelier

Siglinde Kallnbach - Rheingold-Shinkansen

Siglinde Kallnbach ist in Kleinsassen keine Unbekannte. Mit ihren spektakulären und seinerzeit auch provokanten Performances sorgte die aus der Rhön stammende Künstlerin für großes Aufsehen. Mittlerweile hat sich die kompromisslose Künstlerin einen internationalen Ruf erworben. Vor allem in Japan erregen ihre Aktionen und Werke Aufmerksamkeit und um Japan geht es auch in ihrer Ausstellung im Atelier der Kunststation.

Hier zeigt sie Fotoarbeiten, in denen sie die Entsprechungen und Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturräumen untersucht. Das "Prinzip
Siglinde Kallnbach: Nara
Siglinde Kallnbach: Nara, 2005
Fotografie
Stadt", zum Beispiel, mit seinen Verkehrssystemen funktioniert zwar weltweit ähnlich, dennoch gleicht keine Stadt der anderen. Genau diese Unterschiede aber wecken unser Interesse. Beim Besuch fremder Städte spürt man ganz selbstverständlich vor allem den Eigenarten einer Stadt nach, nicht dem, was sie anderen Städten ähnlich macht. Man beschäftigt sich mit ihrer Historie, besichtigt Baudenkmäler und sucht nach folkloristischen Überlieferungen. Zu den besonderen Attraktionen zählen daher nicht zufällig traditionelle Feste. Überall auf der Welt locken sie internationales Publikum an, egal ob sich dabei um den Kölner Karneval handelt oder die Nebuta-Umzüge in den nordjapanischen Städten Aomori und Hirosaki. Sie gelten geradezu als eine Chiffre für eine "typische" kulturelle Eigenart, die Unverwechselbarkeit garantiert. Aufnahmen vom Kölner Karneval und von den Nebuta-Umzügen in Aomori bilden daher einen besonderen Schwerpunkt dieser Ausstellung.

Der Titel "Rheingold-Shinkansen" verweist darüber hinaus noch auf ein anderen Ansatz: Die Erwähnung der beiden legendären Eisenbahnzüge soll das enge Beziehungsgeflecht zwischen Tradition und Moderne herausstellen, das überall das Bewusstsein von kultureller Identität bestimmt. Der "Rheingold" war ein Luxuszug, der bei seiner Jungfernfahrt am 15. Mai 1928 die Strecke von Hoek van Holland bis Basel in 11 1/2 Stunden schaffte. Mit später moderner ausgestatteten Waggons war er bis 1987 in Betrieb. Der "Shinkansen" erreichte bereits bei seiner Inbetriebnahme 1964 eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h und gilt bis heute als Vorbild für Hochgeschwindigkeitszüge auf einem eigenen Gleissystem. Die Beschleunigung der modernen Verkehrsmittel lässt die zeitliche Distanz schrumpfen und ermöglicht so eine Intensivierung von Austausch und Kommunikation in einer globalisierten Welt.

Kallnbachs Ausstellung in der Kita Gallery in Yamatokooriyama-City, Nara-Ken Ende 2005 war Teil des offiziellen Repräsentationsprogramms der Bundesrepublik Deutschland in Japan "Deutschland in Japan 2005/6". Gleichzeitig gehörte das Projekt zur Veranstaltungsreihe der japanischen Regierung "2005 EU-JAPAN YEAR OF PEOPLE-TO-PEOPLE EXCHANGES".

Die Ausstellung wird am Freitag, 17. März 2006 18.00 Uhr eröffnet. An Eröffnungstagen erhebt Kunststation Kleinsassen keinen Eintritt, erbittet aber eine Spende.

Zur Ausstellung ist ein Katalog im renommierten Kölner Kunstbuchverlag Salon Verlag erschienen, der u.a. Künstler wie Rosemarie Trockel, Sigmar Polke u.a. veröffentlicht: "Siglinde Kallnbach: Rheingold - Shinkansen", Salon Verlag Köln, 2006, ISBN 3-89770-255-X, 59 Seiten, 35 Farbfotos, mit Texten von Prof. Georg Quander (Kulturdezernent der Stadt Köln) und Jürgen Raap (Kunstkritiker). Zu beziehen über den Buchhandel oder über vice versa Vertrieb Berlin, Immanuelkirchstr. 12, 10405 Berlin, Tel.: 030/616 092 36, Fax: 030/616 092 38, Mail: info@vice-versa-vertrieb.de.

Text: Marianne Blum.


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Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
(www.druschel-photography.de).