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"Kleine und große Dinge" in Halle 1 + 3 der Kunststation Kleinsassen zeigt Arbeiten des ehemaligen Stipendiaten Predrag HegedüsEingefrorene EkstaseInstallationen, Ölbilder, Zeichnungen, Collagen, Objekte - vielseitig und umfangreich ist das Schaffen, das Predrag Hegedüs im Laufe der vergangenen 14 Jahre hervorgebracht hat. So lange ist der aus Tuzsla in Bosnien-Herzegowina stammende 44-jährige Künstler bereits mit der Kunststation Kleinsassen verbunden, die derzeit eine repräsentative Auswahl seines Werkes in den Hallen 1 und 3 präsentiert: "Kleine und große Dinge" ist die Schau des ehemaligen Stipendiaten des Landkreises Fulda überschrieben. 1988 war Predrag Hegedüs das erste Mal in die Rhön gekommen. Während des Jugoslawien-Krieges fand er in Kleinsassen einen Ort der Zuflucht, ein Exil, das ihm die weitere kreative Arbeit ermöglichte. Er organisierte Ausstellungen, half Kollegen bei der Präsentation ihrer Bilder, macht sich einen Namen als formidabler Arrangeur. Von 2003 bis 2005 hatte er das Stipendium des Landkreises Fulda inne, mit dem traditionell eine Abschlussausstellung verbunden ist. Diese lohnt den Besuch, zeigt sie doch die vielen Facetten eines Unermüdlichen, eines Kompromisslosen, in dessen Schaffen immer wieder autobiografische Momente aufscheinen. "Balkan Cake" hat er ein Aquarell auf Zuckerplatte betitelt, das die kriegerischen Auseinandersetzungen in seiner Heimat symbolisiert: tiefe Risse und blutige Wunden, die nicht verheilen. Andere Exponate lassen sich als Reflexion des Künstler-Seins lesen. Beispielsweise ein Objekt aus Pinseln in diversen Größen, die mit Farbe überzogen sind und sich zu einem säulenartigen Gebilde formieren. Steht es für die unumstößliche kreative Potenz oder für die Angst vor einer künstlerischen Erstarrungß Eine Antwort auf die Frage erhält man nicht, wohl aber wichtige Denkanstöße. Spannungsreich sind die Bilder, die in verschiedenen Formaten den Betrachterblick durch ihre meist eruptive Farbigkeit bannen. Sie strahlen Dynamik und Energie aus. Ein riesiges Quadrat etwa steht auf Spitze, wirkt wie ein Wirbel aus Farbe, der unweigerlich alles mitreißt. Die Arbeiten spiegeln Gefühlswelten von überbordendem Lebensmut bis hin zu tiefer Traurigkeit. Die Farbe scheint dabei stets ein wundersames Eigenleben zu führen, mal ist sie fast transparent, lässt auf den Malgrund blicken, mal wirft sie Buckel und Wölbungen auf, vereint sich mit Materialien wie Sand, Wachs oder Stofffetzen zu Reliefs von Seelenlandschaften. Fragil sind die Selbstporträts, die mit feinem Stift gezeichnet sind und einen nachdenklichen Künstler ins Bild setzen. Und auch die Installationen weisen Predrag Hegedüs als sensiblen Zeitgenossen aus, der sich, seine Geschichte und seine Umwelt reflektiert: "Es reicht!" ist eine Arbeit aus fast 20 Bildern, die hintereinander aufgereiht stehen. An einem Gestell hängen Jacken. An Wäschekordel sind Schieferplatten aufgehängt. Darauf zu lesen sind die Namen berühmter Künstler, die ihre Heimat aus politischen Gründen verlassen mussten: Nabokov, Havel, Mann, Tucholsky, Beckmann, Benjamin. Ein Leid, das Hegedüs am eigenen Leib erfahren hat. "Mir ging es bei der Ausstellung darum, eine Vielfalt zu zeigen, die harmonisch und zugleich dynamisch ist - so etwa wie eingefrorene Ekstase", sagt der ehemalige Stipendiat. Und dies ist ihm mehr als gelungen. Überzeugen Sie sich selbst. "Kleine und große Dinge" ist bis 6. August täglich - außer montags - von 13 bis 18 Uhr zu sehen.
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