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"Luce e Gravità" in Halle eins der Kunststation Kleinsassen vereint Arbeiten von David Campbell, Naoko Kumasaka, Lothar Nickel und Jaya SchürchSteinskulpturen, die ein Geheimnis bergenDie Exponate in Halle eins der Kunststation Kleinsassen sind aus hartem, schwerem Material geschaffen: Die Auseinandersetzung mit dem Stein ist es, die David Campbell, Naoko Kumasaka, Lothar Nickel und Jaya Schürch neben ihrem Arbeitsschwerpunkt Italien und einer langen Freundschaft verbindet. Im Präsentationshaus am Fuße der Milseburg stellen sie nun unter dem Titel "Luce e Gravità" ihre vier Künstlerpositionen in Stein aus. Auf ihre ganz individuelle Weise machen die Bildhauer Marmor zum Träger ihrer Ideen, formen vollendete Artefakte, die mal Monumentalität suggerieren, mal Masse und Gewicht vergessen lassen.So scheinen einige Arbeiten von Jaya Schürch von einer unbeschwerten Leichtigkeit beflügelt. Die gebürtige Kalifornierin (Jahrgang 1958), die seit Ende der 80er Jahre in Italien lebt und dort 2001 das "Studio Pescarella" gegründet hat, das zu einem Anlaufpunkt internationaler Künstlerinnen geworden ist, schafft in "Alien I" oder "Space Warp" jeweils einen kleinen Kosmos. An Stahldrähten hängt sie in Metallrahmen ihre Skulpturen auf, die auf die eigene Mitte konzentriert sind, still um ihr Zentrum kreisen, den Zeitläuften enthoben. Andere, wie "Helios" aus schwarz-weißem Marmor, wecken Assoziationen, erinnern entfernt an Pflanzen, die dem Licht entgegenstreben, oder an züngelnde Flammen. Naturnähe suggerieren auch die Steinskulpturen von David Campbell (Jahrgang 1956), der ebenfalls in Kalifornien geboren wurde, italienische Wurzeln hat und seit vielen Jahren in Loheland lebt und arbeitet. Seinen "modellierenden Stil" hat der Künstler während eines zweijährigen Arbeitsaufenthaltes in der Nähe von Carrara entwickelt und perfektioniert. Stets erscheinen die Kreationen aus Wölbungen und Höhlungen wesenhaft, belebt von einer abwechslungsreich gestalteten Oberfläche, die den weißen Marmor hier glatt, dort rau erscheinen lässt. Das Auge tastet förmlich den Stein ab und verführt geradezu dazu, die Exponate zu berühren. Nicht minder variationsreich versteht es Lothar Nickel (Jahrgang 1957) seinen Arbeiten Reize mitzugeben. Der Bildhauer, der aus Düsseldorf stammt und abwechselnd in den USA, in Italien und Deutschland lebt und arbeitet, lockt den Betrachter seiner Skulpturen durch Vertiefungen, durch Löcher und Kanäle, die er in den Stein treibt. So inszeniert er ein Spiel aus Licht und Schatten. Einmal scheint es, als verliere sich das Licht in den Tiefen des Steins. Dann wieder wähnt man im Marmor selbst den Ursprung des geheimnisvollen Leuchten, das sich durch das mineralische Miteinander seinen Weg sucht. Der Besucher darf mit dem Auge auf Entdeckerreise gehen. Vertraut und fremd zugleich muten die Exponate von Naoko Kumasaka an. Die Japanerin, geboren 1933 in Yokohama, die in Japan und Italien Ateliers besitzt, zeigt Steinskulpturen, die durch ihre Geschlossenheit eine monumentale Wirkung entfalten. Einerseits wirken sie wie Relikte aus untergegangenen Kulturen, andererseits aber bedienen sie mythologische Motive, die bekannt und zeitlos gültig sind. Da wird "Gaia" zum weißen Tempel der Mütterlichkeit, und im gelben Marmor aus Siena offenbart sich das "Dancing Oracolo". Wer hinter das Geheimnis der grandiosen Steinskulpturen kommen möchte, der sollte die Ausstellung unbedingt besuchen. Kunstgenuss ist garantiert. Öffnungszeiten: Bis 2. April täglich außer montags von 13 bis 18 Uhr. Eintritt: 1,50 Euro.
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