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Im Atelier der Kunststation Kleinsassen präsentiert Ulrike Kuborn ihre Ausstellung "Rotation"Einladung in fulminante FarbräumeUlrike Kuborn ist zurückhaltend, wirkt beinahe scheu. Die Künstlerin, die in Essen und Düsseldorf Freie Malerei studiert hat und heute auf der Ebersburg lebt und arbeitet, ist keine Frau vieler Worte. Sie liebt die leisen Töne, lässt lieber ihre Bilder für sich sprechen, die lautmalende Beweise ihrer virtuosen Ausdrucksfähigkeiten mit Pinsel und Farbe sind. Wer mit ihren neuesten Acrylarbeiten in Dialog treten möchte, der sollte den Weg nach Kleinsassen suchen. Denn im Atelier der Kunststation präsentiert die Malerin unter dem Titel "Rotation" faszinierende Welten aus Farbe, die den Betrachter auf Augenhöhe zum Zwiegespräch auffordern. "Rotation" sei nicht im herkömmlichen Gebrauchssinne als das immer schneller werdende Umschlagen von Meinungen und Waren zu verstehen, betonte Arnulf Müller, ein Freund der Künstlerin, bei der Vernissage. Vielmehr meine der Begriff bei Ulrike Kuborn genau das Gegenteil. Sie stelle in ihrer Malerei die Eigenbewegung in den Vordergrund, eine Dynamik und Rhythmik, die nach innen gerichtet, selbst kontrolliert und frei sei. Und derjenige, der sich auf die aktuellen Arbeiten einlässt und sie eingängig betrachtet, wird staunen, wie stark die fulminanten Farbräume mit sich selbst beschäftig sind, wie sie in sich kreisen und so die Kraft des Kontemplativen verströmen, den Besucher zu sich selbst finden lassen. Schicht für Schicht schafft Ulrike Kuborn kontrastreiche Kreationen, in denen nicht traditionelle Motive oder Sujets im Mittelpunkt stehen, sondern sich die Farbe quasi selbst formiert und figuriert. "Finnische Figur I", eines von vier während eines dreiwöchigen Stipendiatenaufenthalts in Finnland entstandenen Bildern, führt das paradigmatisch vor: Die Ränder links und rechts sind bestimmt von intensivem Rot, das beinahe wie ein schützender Rahmen den Blick des Betrachters nach innen lenkt, wo zur Mitte hin Grün und Gelb gleich einer schimmernden Membran immer tiefere Sphären suggerieren. Anders das Gegenstück, das zwar ebenfalls hochformatig ist und von seiner Größe menschlichen Körpermaßen entspricht, aber eine ganz andere Wirkung auf den Schauenden ausübt: "Finnische Figur II" inszeniert vor blauem Hintergrund aus kreisendem Rot, Orange und Gelb einen Wirbel, eine Windhose, die aus einem unsichtbaren Zentrum heraus unaufhörlich zirkuliert, ein energischer Tanz um die eigene Mitte, der mitreißt - so wie die übrigen neun mittel- und großformatigen Werke, die teils an Landschaften erinnern und stets vielfältige Assoziationen wecken. Die Einladung zum Eintritt in die Farbräume Ulrike Kuborns gilt noch bis zum 8. Januar. Solange läuft die Ausstellung im Atelier der Kunststation, die täglich - außer montags - von 13 bis 18 Uhr geöffnet ist.
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