Zurück   Startseite   Druckversion 12. März 2005

Eintauchen in Bildwelten aus Blau

Vernissage in Kleinsassen: Die Kunststation zeigt neue Arbeiten von von Tomo Vran

Von Klaus H. Orth.

Hofbieber-Kleinsassen. Blau ist das Markenzeichen von Tomo Vran. Der slowenische Künstler (Jahrgang 1946), aufgewachsen in der Hafenstadt Koper an der Adria, war von klein auf fasziniert von der Farbe des Himmels und des Meeres - eine Begeisterung, die in ihm bis heute lebendig ist und die aus seinem Werk zum Betrachter spricht. Auch mit seinen neuen Arbeiten, welche die Kunststation Kleinsassen nun in ihrem Atelier präsentiert, lädt Tomo Vran ein zum Eintauchen in Bildwelten aus Blau.

Bei der Vernissage gestern Abend würdigte Elmar Hegmann, der Leiter des Jungen Kunstkreises Hünfeld, das Werk des Malers, der eigens zur Eröffnung angereist war: "Blau ist für Tomo Vran durchaus nicht reduziert auf cool. Vielmehr erlebt er das Blau auf dem Weg zu sich selbst oft als warme, kosmologische, bisweilen erotische Farbe." Vran sehe im Blau, das gemeinhin Frische und Kühle symbolisiere, einen Bedeutungsträger "vom Licht zur Finsternis, vom Glück bis zur Trauer". Hegmann betonte die enorme Virtuosität des vielseitigen Künstlers, der von 1967 bis 1972 Malerei und Grafik an der Akademie für Bildenden Kunst in Ljubljana studierte, zunächst als Lehrer und Grafiker arbeitete und seit 1980 freischaffend als Maler tätig ist. Seit 1972 gehört Vran dem Künstlerbund von Slowenien an und steht ihm seit 1989 als Präsident der Slowenischen Kulturkammer vor.

Die Schau im Atelier versammelt Arbeiten in Acryl auf Leinwand. Mal sind die Farben zart lasiert, mal pastos aufgetragen. Hier schimmert wie in einem Aquarell der weiße Grund durch einen Hauch von Blau, da bildet die direkt aus der Tube auf die Leinwand aufgetragene und dort mitunter gemischte Farbe Flecke und Wölbungen, die an ein Relief denken lassen. Vran greift auf Grundfarben zurück, stellt Blau neben Gelb, lässt beide Farben zu Grün verschwimmen, oder er setzt aggressive rote Akzente in einem harmonischen Meer aus Blau. Sein Pinselduktus ist dabei meist dynamisch-fordernd, suggeriert im Zusammenspiel mit der Bilddiagonalen, die von links unten nach rechts oben führt, Spannung.

Andere Exponate verströmen Ruhe, laden zur meditativen Betrachtung ein, bannen den Blick durch ihre harmonische Komposition und bezeugen - so Hegmann - "freudvollen Optimismus".

Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation Kleinsassen, eröffnete die Ausstellung. Er verwies auf die langjährigen Verbindungen des Präsentationshauses zu Slowenien, freute sich, Tomo Vran persönlich in Kleinsassen begrüßen zu dürfen, und wünschte der aktuellen Schau reges Besucherinteresse.

Tomo Vran - Neue Arbeiten. Im Atelier der Kunststation Kleinsassen. Bis 17. April. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 13 bis 18 Uhr. Eintritt: 1,50 Euro. Katalog: 30 Euro.

Aus: Fuldaer Zeitung vom 12. März 2005.


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