Zurück   Startseite   Druckversion 1. August 2005

Der Rhön-Salon 2005 wurde erweitert

Im Tanner Naturmuseum öffnete gestern die dritte Station des groß angelegten Kunstforums

Von Klaus H. Orth.

Tann. Die dritte Station des Rhön-Salons 2005 ist eröffnet: Im Naturmuseum zu Tann darf seit Sonntagmittag kreatives Schaffen von behinderten Malern und etablierten Künstlern aus allen Teilen der Rhön betrachtet und diskutiert werden. Bereits vor einer Woche hatte die Kunststation Kleinsassen zur Vernissage eingeladen. Am Dienstag öffnete der Präsentationspart in der Galerie des Jungen Kunstkreises Hünfeld im Bahnhof der Haunestadt. Und nun also spiegeln 70 weitere Exponate im Tanner Teil des sehenswerten Salons das große künstlerische Potenzial der Region Rhön.

Der Rhön-Salon 2005 ist ein Gemeinschaftsprojekt der seit sieben Jahren bestehenden Integrationsinitiative "Gestatten, Kultur!" der Tanner Diakonie und der Kunststation Kleinsassen, die im Jahr 2000 erstmals einen Rhön-Salon veranstaltete. Der Junge Kunstkreis Hünfeld, die Städtische Galerie Ada in Meiningen (siehe "Orte und Termine") sowie das Projekt "Bindeschuh" an der Fachhochschule Fulda unterstützen die Aktion. Peter-Christian Neubert, Geschäftsführer des Tanner Diakoniezentrums, begrüßte die Vertreter der einzelnen Einrichtungen und Gruppen sowie Sängerin und Gitarristin Brenda Vidal, die mit südamerikanischen Liedern die Vernissage umrahmte.

Waldemar Leubecher, der die Grüße der Stadt Tann überbrachte, lobte "den Ideenreichtum in den ausgestellten Werken". Eine Wertung, der man sich nur anschließen kann. Denn die Vielfalt an Ausdrucksformen, Techniken und Motiven überrascht: Martin Sauer und Christian Beck (beide Fulda) zeigen hier abstrakte, dort figurative Computerkunst. Das Malerei-Spektrum reicht von Leszek Skurskis expressiven Manifestationen menschlicher Momente und den farbintensiven Variationen von Stühlen seiner Frau und Kollegin Joanna Skurska (beide Künzell) über Jana Schwarz (Langenbieber) Traumsequenzen bis hin zu Gouachen von Jakob Hohe und Siegfried Werner (beide Tann), die mal erdige Töne virtuos zu einem gegenstandslosen Miteinander verbinden, mal florale Formen in starken Farbkontrasten vorstellen. Radierungen von Goswin Moosbauer (Tann), ein Mobile aus Prägedrucken von Linda Doernbach (Fulda), ein hölzerner Männerkopf von Klaus Metz (Langenleiten) - die Liste ließe sich spielend fortsetzen und belegt, was Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation Kleinsassen, nicht ohne Stolz konstatierte: "Wir zeigen alles, was Kunst ist in der Region."

Ralf-Michael Seele, Leiter der Städtischen Galerie Ada in Meiningen, gab Sehhilfen und Denkanstöße zu der von Bernd Baldus und Predrag Hegedüs zusammengestellten Schau, die den Besuch lohnt.

Aus: Fuldaer Zeitung vom 1. August 2005.


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