Zurück   Startseite   Druckversion 19. Dezember 2005

10. Todestag (1) von Konrad ZUSE

"Vater des Computers" - Kranzniederlegung

18.12.05 - Hünfeld - Der heutige 10. Todestag von Konrad Zuse wurde mit einer Gedenkfeier sowie einer Neupräsentation im Heimatmuseum in Hünfeld sowie einer Ausstellung in der Kunststation Kleinsassen (alle Kreis Fulda) begangen. Zuse schuf 1941 in Berlin den ersten programmgesteuerten Rechenautomaten und gilt somit als "Vater des Computers". 39 Jahre seines Lebens verbrachte er in Hünfeld, wo er am 18. Dezember 1995 im Alter von 85 Jahren starb.

Heute Vormittag gab es eine Gedenkfeier am Neuen Friedhof in Hünfeld. Pfarrer Jürgen Gossler und Pfarrerin Kirsten Schulte sprachen dort ein Gebet. Der Gründungsvorsitzende der Konrad-Zuse-Gesellschaft, Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel sowie sein Nachfolger, Professor Dr. Roland Vollmar wie auch Fuldas Landrat Fritz Kramer erinnerten an seinem Grab an das Lebenswerk des Hünfelder Ehrenbürgers.

Der Fuldaer Landrat Fritz Kramer (CDU) würdigte das Lebenswerk Konrad Zuses besonders mit Blick auf seine Tätigkeit als Künstler, die auch in der gegenwärtigen Ausstellung in der Kunststation Kleinsassen/Rhön deutlich werde. Zuse - so Kramer - sei es in vollendeter Form gelungen, seine Visionen in den Bildern so auszudrücken, wie es in einer technischen Sprache nicht möglich gewesen sei. Noch lange werde von dem vielseitigen Künstler Zuse die Rede sein, der viele Arbeiten von surrealen Sujets bis hin zu abstrakten Bildern geschaffen habe.

Mehr Beachtung als zu Lebzeiten

Für den Bürgermeister der Stadt Hünfeld, Dr. Eberhard Fennel, ist inzwischen klar, dass jetzt zehn Jahre nach dem Tod des Computervaters und Ehrenbürgers dessen wissenschaftliches Werk mehr Beachtung finde als zu Lebzeiten. Dies sei auch durch Ehrungen, Namensbenennungen von Straßen und Plätzen, das Aufstellen von Büsten bis hin zu einem der bedeutensten Deutschen des 20. Jahrhunderts spürbar. Auch die Medien schenkten Konrad Zuse immer mehr Beachtung. Dabei werde die Stadt Hünfeld nicht vergessen, dass er hier in dieser osthessischen Kleinstadt fast vier Jahrzehnte seinen Lebensmittelpunkt gehabt habe.

Bei der Gedenkfeier in der Trauerhalle des "Neuen Friedhofs" von Hünfeld machte Prof. Dr. Roland Vollmar, der Vorsitzende der Konrad-Zuse-Gesellschaft, deutlich, wie sehr sich die Welt in diesem "Dezenium" seit dem Tode Zuses verändert habe. Das "Year 2000"-Problem sei längst vergessen, die Prozessorgeschwindigkeit wuchs um den Faktor 32 und die Anzahl der Internet-Nutzer stieg von ca. 6,6 Millionen auf derzeit etwa 350 Millionen Menschen. Auch auf Unterhaltungssektor gebe es "auf höherem Niveau" ein ständiges "Aufleuchten und Verglühen". Die Namen von Nobelpreisträgern würden bis auf wenige Ausnahmen wieder vergessen, aber der Name "Konrad Zuse" sei unvergessen. Die Rechner und Computer seiner "Zuse KG" seien zur rechten Zeit an viele Universitäten gekommen und bilkdeten dank einfacher Grundstruktur und hoher Flexibilität die "Kristallisationskeime bei der Entstehung des Faches Informatik".

"...so kann das Rühmen nicht groß genug sein"

Prof. Vollmar erinnerte an die Entwicklung der ersten höheren Programmiersprache "PLANKALKÜL" durch Konrad Zuse. Dass 2006 in Deutschland zum "Informationsjahr" deklariert wurde, wäre ohne Zuses Lebenswerk nicht möglich. "Sein Name leuchtet heute noch heller als zu Lebzeiten" sagte Vollmar. Und dieser Glanz werde in Zukunft "eher noch heller strahlen". Betrachte man das erfinderische, das wissenschaftliche und nicht zuletzt das künstlerische und handwerkliche Wirken von Konrad Zuse, "so kann das Rühmen nicht groß genug sein".

Die Konrad-Zuse-Gesellschaft und viele Förderer wie Freunde würden sich in Ehrerbietung vor einem großen Menschen verneigen. "Wir sollten sein Vermächtnis wahren und mehren, in dem wir uns in seinem Sinne für eine menschgemäße anwendung von Computern einsetzen" sagte Prof. Vollmar abschließend.

HINTERGRUND: Konrad Zuse (22.6.1910 - 18.12.1995)

Er hat 1941 mit dem "Z 3" den ersten programmgesteuerten Rechner der Welt gebaut und gilt somit zu recht als der "Vater des Computers". Mit seinem "Plankalkül" entwarf er die erste universelle Programmiersprache der Welt und nutzte das Dualsystem für seine Rechenautomaten. Zuse erfuhr für sein Lebenswerk vielfache nationale wie internationale Würdigung. Er wurde 2003 im ZDF auf Platz 15 der "größten Deutschen" gewählt, und seine Erfindungen schafften im Jahr 2005 sogar den fünften Platz. Der gebürtige Berliner Zuse lebte mit seiner Familie knapp vier Jahrzehnte bis zu seinem Tode in Hünfeld. Dort widmete er sich auch seinem lebenslangen Hobby, der Malerei. Im Hünfelder Museum sind einige seiner Rechner zu bestaunen - interessante Objekte eines genialen Erfinders.

Aus: OSTHESSENNEWS vom 18. Dezember 2005


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