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Die Kunststation Kleinsassen zeigt die künstlerische Seite des Computerpioniers Konrad ZuseEin Visionär mit Pinsel und FarbeEine noch wenig bekannte Facette des Computerpioniers Konrad Zuse rückt eine Ausstellung in der Kunststation Kleinsassen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Zum zehnten Todestag des Erfinders, der fast 40 Jahre in Hünfeld lebte und dort begraben ist, präsentiert die Kulturinstitution am Fuße der Milseburg unter dem Titel "Kontrapunkte und Visionen" einen repräsentativen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens. Der Vater des legendären Rechners Z 1 näherte sich der Kunst als Autodidakt. Schon als Schüler hielt er Szenen aus dem Unterricht, Klassenkameraden und Lehrer in karikaturhaften Zeichnungen fest. Später schuf er Reklameschilder, wollte Werbegrafiker werden, schlug dann aber einen beruflichen Weg ein, bei dem seine technischen Talenten gefordert waren. Seiner kreativen Leidenschaft aber blieb er im Privaten treu, wie die von Dr. Wilhelm Mons organisierte Ausstellung mit einer Vielzahl von Exponaten aus öffentlichen Sammlungen und aus Privatbesitz beweist. Konrad Zuse versuchte sich in vielen Techniken. Da sind die Holzschnitte, die Szenen aus dem Allgäuer Raum zeigen: Hindelang, Hinterstein und Hopferau fing Zuse während der ersten Nachkriegsjahre detailreich und handwerklich ausgereift in Bildern ein und verschickte diese Ansichten gerne zu Weihnachten oder zu Ostern als Grußkarten an Freunde und Verwandte. Als Mittdreißiger schenkte er der Freude über die Geburt und das Heranwachsen seines Sohnes Horst in liebevollen und sehr lebendigen Porträts des Jungen Ausdruck. Der Porträtmalerei blieb er bis zu seinem Tode treu, wie sein letztes Bild beweist, das seinen Freund Professor Flessner vorstellt. Das Technisch-Konstruktive faszinierte Zuse nicht nur als Ingenieur. Auch als Künstler widmete er sich immer wieder Motiven, die das Spiel der Kräfte, der Linien und Formen sichtbar machten. Waren es zunächst die Linolschnitte, die grafisch die Architektur gotischer Kirchen variierten, so wandte er sich in den 60er Jahren der Ölmalerei zu, übte sich in einer flächigeren, farbenreichen Darstellung und präsentierte auf der Leinwand urbane Welten aus Türmen und Wolkenkratzern, visionäre Bilder, beherrscht von den Gesetzen der Geometrie und der Perspektive, die den Betrachter bannen. Langgezogene, himmelstürmende Hochhäuser scheinen aus expressiver Farbe gleichsam herauszudrängen. Dem Visionären in der Malerei gegenüber steht, was Elmar Hegmann, Leiter des Jungen Kunstkreises Hünfeld, bei der Vernissage so beschrieb: "Kontrapunktisch ist sicherlich, dass Zuse anders als in seinen Geräten schwungvolle, kreiselnde, verschlungene Linien einbringt, die das Freischwingende, Kühnheit, Freiheit verheißende Elemente betonen und die eine bei aller konstruktiv bedingten Starrheit vorhandene Dynamik hervorheben kann." Hegmann, der für die Hängung der Bilder zuständig ist, hat die Arbeiten nach Werkgruppen geordnet, die die Entwicklungsstationen Zuses anschaulich machen. Neben Karikaturen, Holz- und Linolschnitten, Arbeiten in Pastellkreide, Buntstiftzeichnungen, Reproduktionen von Aquarellen und vielen Ölbildern sind in einer kleinen Abteilung Exponate zu sehen, die Einblicke geben in die Erfindungen der Persönlichkeit Konrad Zuse. Die Ausstellung "Konrad Zuse - Kontrapunkte und Visionen" in der Kunststation Kleinsassen läuft noch bis 8. Januar. Öffnungszeiten: täglich - außer montags - 13 bis 18 Uhr.
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