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6. November 2005 bis 8. Januar 2006 - Halle 2
Konrad Zuse - Kontrapunkte und Visionen
Vom 6. November 2005 bis zum 8. Januar 2006 findet in der neugestalteten
Kunststation in Kleinsassen im Landkreis Fulda eine Ausstellung zu Ehren von
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Professor Konrad Zuse statt. Konrad Zuse ist als Schöpfer des ersten
funktionstüchtigen Computers mittlerweile weithin bekannt. Wenig
weiß man jedoch im allgemeinen über seine ausgeprägte
künstlerische Veranlagung und Neigung. Die Ausstellung in Kleinsassen
will diesen Aspekt seiner Persönlichkeit beleuchten und zeigt ein
breites Spektrum seines kreativen Schaffens. So werden Karikaturen und
Aquarelle aus seiner Gymnasialzeit in Hoyerswerda und Reklamezeichnungen aus
seiner Studentenzeit präsentiert, während der er noch von einer
Karriere als Werbegraphiker träumte. Von 1945 bis 1947 schuf Zuse in
Hinterstein im Allgäu, wohin er zu Kriegsende geflüchtet war,
viele Holzschnitte. Erst recht spät entdeckte er seine Liebe zur
Ölmalerei. Als Ingenieur faszinierten ihn vornehmlich technische,
insbesondere architektonische Motive. Auch abstrakte Farbkompositionen und
landschaftsbezogene Darstellungen reizten ihn. Erwähnenswert sind
daneben ebenfalls seine Portraitzeichnungen, unter denen sich beispielsweise
auch die "Galerie der Computerpioniere" befindet.
Neben Zuses Bildern und Graphiken, die allesamt der Phantasie des
künstlerischen Autodidakten entsprangen und sich bewusst nicht an
Objekten der Außenwelt orientierten, soll in der Kleinsassener
Ausstellung auch der künstlerisch-architektonische Aspekt seines
Schaffens im technischen Bereich beleuchtet werden. So verkörpert der
erste von ihm geschaffene, rein mechanisch arbeitende Rechner Z 1 ein
Wunderwerk der Computerarchitektur. Eindrucksvolle Farbaufnahmen
gewähren einen Einblick in dessen komplexe Struktur.
Mit Hilfe seiner Erfindungen konnte Konrad Zuse seinerzeit auch ein
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Konrad Zuse: Lichtfunken Öl auf Lw., 60x80 cm, 1968 |
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drängendes Problem der Modeindustrie lösen. Zu Beginn der 60er
Jahre wurde es für die Textilbetriebe zunehmend schwieriger, den
vielfältigen Wünschen der Kunden zu genügen. Die auf dem
Reißbrett entworfenen Teile eines Bekleidungsstückes mussten in
einem schwierigen und arbeitsaufwendigen Prozess von geschultem Fachpersonal
auf die verschiedenen Größen und modischen Besonderheiten
umgezeichnet werden. Man nennt diesen Vorgang "Gradieren". In
Zusammenarbeit mit der Firma Neckermann gelang es der Firma Zuse, die
Schnittmusterdaten umzurechnen und mit Hilfe des von Konrad Zuse
entwickelten Zeichengerätes, dem Graphomaten, die Zeichnungen als
Vorlagen für die Textilfertigung auszudrucken. In der Ausstellung wird
dieser Vorgang in seinen detaillierten Abläufen dargestellt und
ergänzt so den Gesamteindruck der Schau, die beweist, dass technische
Begabung und Kreativität bei Konrad Zuse Hand in Hand gehen.
Kuratiert und betreut wird die Ausstellung vom Leiter des Konrad Zuse
Museums Hünfeld, Dr. Wilhelm Mons, der auch stellvertretender
Vorsitzender der Konrad-Zuse-Gesellschaft ist, und dem Leiter der Galerie Junger
Kunstkreis in Hünfeld, Elmar Hegmann.
Die Ausstellung Konrad Zuse - Kontrapunkte und Visionen
wird am 6. November 2005 um 16 Uhr in der Kunststation eröffnet.
Text: Marianne Blum.

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