Zurück   Startseite   Druckversion 27. April 2005

"KölnKunst" in der Kunststation Kleinsassen - Mitglieder des BBK Köln präsentieren einen repräsentativen Querschnitt des kreativen Schaffens in der Rheinmetropole

Im Spannungsfeld von Malerei, Installationen und Objekten

Köln ist eine pulsierende Metropole. Auch und besonders in Sachen Kunst versteht es die Stadt am Rhein zu begeistern. Einen intensiven Eindruck vom Facettenreichtum zeitgenössischen Kölner Kunstschaffens bietet derzeit eine umfangreiche Ausstellung in der Kunststation Kleinsassen. Das internationale Präsentationshaus im idyllischen Malerdorf am Fuße der Milseburg präsentiert seit dem vergangenen Sonntag 116 Arbeiten von 49 Künstlerinnen und Künstlern des Bundesverbandes Bildender Künstler Köln (BBK Köln). Bis zum 15. Juli lädt ein Miteinander von Malerei, Installation und Objektkunst zu Rundgängen im Atelier und den drei Hallen ein.

Predrag Hegedüs, Stipendiat der Kunststation, hatte die Idee, "KölnKunst" in die Rhön zu holen, und wandte sich an den BBK Köln. Dessen Vorsitzender Dieter Horký erklärte bei der Vernissage in Kleinsassen: "Eine Ausstellung mit diesem Titel außerhalb Kölns zu präsentieren, stand eigentlich nie zur Debatte." Doch sei der BBK Köln dem Wunsch der Kunststation gerne gefolgt, aus den Reihen seiner Mitglieder eine "repräsentative Bandbreite" aktueller Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Predrag Hegedüs traf die Auswahl, stellte die Exponate zusammen und brachte die Werke vom Rhein in die Rhön. Die Ausstellung, die er dort arrangiert hat, fand nicht nur bei den eigens angereisten Mitglieder des BBK Köln Beachtung, auch das Publikum war begeistert. "Ich wollte eigentlich 49 Einzelausstellungen machen", meinte Predrag Hegedüs ein wenig scherzhaft bei der Vernissage. Und beim Wandeln durch die Räume gewinnt man rasch den Eindruck, dass es Hegedüs grandios gelungen ist, die unterschiedlichen Werke zu einer Gesamtschau zu vereinen, die Interessierten immer wieder genug Raum lässt, die Einzelkünstler mit ihren Werken kennen zu lernen.

Im Atelier zieht Walther Mertels "Großer Strudel", eine vierteilige hängende Papierinstallation, die Besucherblicke auf sich. Die großen weißen Bahnen, die sich überlagern, aber nicht berühren, greifen ein Viertel des Raumes. In vier beleuchteten Vitrinen in Halle 1 sind die "Besucher" von Heather Sheehan zu sehen: weiße kleine Köpfe von zerbrechlichen Wesen, halb Mensch, halb Fabeltier, geschaffen aus Viskose, Baumwolle, Kunstharz, Holz und Speichel. Filigran entfaltet das "Linienschiff" von Knopp Ferro seine Pracht, ein filigranes Mobile aus Eisendrähten. Hauchzarte Porzellanblätter wachsen in Gillian Gockings titelloser Installation aus einer Bahn aus Glassscherben.

In Halle 2 warten eine Auswahl frivoler Blätter aus Manfred Schülers Reihe "Sympathy for the Devil", Michael Mohrs fotorealistische "Atelierbilder" und die Serie von fünf Aquarellen auf Bristolpapier von Bodo Stock. Petra Weifenbachs "nappes" zeigt drei auf ein Leinentischtuch mit roter Wolle gestickte Blutflecke. Nora Schattauers dezente "Ausblühungen" sowie malerische Kontaktanzeigen und schnappschussähnliche Mädchenporträts in knalliger Kolorierung aus dem Atelier von Claudia Grüning zieren die Wände. Das organisch anmutende Objekt "Insel" von Ruth Gilberger und die Federballinstallation von Tina Haase lenken den Betrachterblick nach unten. Am Kopfende von Halle 3 treten die großformatigen quadratischen Bilder von Behzad Mahmoudpour in Dialog mit Victoria Bells Holz-Stahl-Skulptur "Watcher" und Christel Fetzers Installation "Teeküche". Dieter Kraemers Stillleben sind von Erdtönen getragen, und Carlos Manrique entfacht mit "Kleine Särge", Acrylmalerei auf einem Objekt aus Streichholzschachteln und Kordel, ein Feuerwerk der Farbe. Die Liste an Exponaten ließe sich spielend fortsetzen.

Wer Lust bekommen hat auf "KölnKunst", der sollte sich die Gelegenheit eines Ausstellungsbesuchs in Kleinsassen nicht entgehen lassen. Bis zum 15. Juli ist dazu täglich - außer montags - von 13 bis 18 Uhr Gelegenheit. Zur Schau, die von Kunststationsleiter Peter Ballmaier eröffnet wurde, ist ein Katalog (10 Euro) erschienen.

Kunststation Kleinsassen.


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