Zurück   Startseite   Druckversion 29. Dezember 2004

Beitrag zum Katalog aus Anlass der Wiedereröffnung der Kunststation Kleinsassen

Von Landrat Fritz Kramer.

Meine persönliche Erinnerung an die Gründung der Kunststation Kleinsassen vor 25 Jahren ist unlösbar mit dem Namen eines Mannes verbunden: mit dem Namen von Jürgen Blum.

Natürlich war da noch mehr. Da war die auf privater Basis arrangierte Ausstellung von Kleinsassener Künstlern wie Klüber und Kreyfelt, die mich erstmals auf die Maltradition dieses Rhöndorfes aufmerksam gemacht hat; da war die Schule in Kleinsassen, die - wegen fehlender
Jürgen Blum und Landrat Fritz Kramer
Landrat Fritz Kramer im Gespräch mit Jozef Robakowski und Jürgen Blum während der Eröffnung der ersten Kunstwoche am 2.9.1979
Foto aus dem Katalog zur Ausstellung
Schülerzahlen - geschlossen worden war und für andere Nutzungen zur Verfügung stand; da war die spontane Freude der Bürger von Kleinsassen, sich neuen künstlerischen Aktivitäten zu öffnen - und doch hätte all das nicht gereicht, wenn nicht der Künstler Jürgen Blum bereit gestanden hätte, Architekt der Kunststation zu werden. Er hat der Idee, der Kunst in Kleinsassen wieder eine ständige Bleibe zu verschaffen, Gestalt gegeben. Er hat Räume der Kunststation mit einem eigenen Exponat bereichert. Und er hat dafür gesorgt, dass die Kunststation nie in der Gefahr gewesen ist, zu einem Museum und einer bloßen Ausstellungsimmobilie zu werden: Er war Künstler, Kunstvermittler, Kunstinterpret und künstlerischer Lehrer in einem. Uns allen hat er die Augen dafür geöffnet, was Kunst ist, wie wir der Kunst begegnen sollten und was sie uns geben kann. Jürgen Blum hat die Kunststation wie kein anderer verkörpert und ihr über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus zu einer Reputation verholfen, die ihresgleichen sucht.

Unsere Wege haben sich dann getrennt. Vielleicht war Jürgen Blum der Auffassung, er habe sein Werk in Kleinsassen vollendet. Vielleicht hat er auch gemeint, ein weiterer Verbleib in Kleinsassen koste ihn ein Stück jener persönlichen und künstlerischen Freiheit, die ihm alles bedeutet. Der Landkreis jedenfalls musste sich darauf einstellen, die Kunststation ohne ihn fortzuführen.

Das ist geschehen. Sie hat sich weiterentwickelt und hat zu einer Attraktivität gefunden, die bauliche Verbesserungen notwendig gemacht hat.

Die Erinnerung an das, was am Anfang war, erklärt allerdings, dass Jürgen Blum aus diesem Anlass wieder in Kleinsassen sein wird. Wir ehren ihn mit einer eigenen Ausstellung, und wir freuen uns auf die Begegnung mit einem fantasiebegabten, umfassend talentierten und eigenwilligen Künstler, dem wir viel zu verdanken haben.

Aus dem Katalog zur Ausstellung


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(www.druschel-photography.de).

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