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9. Januar bis 17. April 2004Gerhard Jürgen Blum-Kwiatkowski - RetrospektiveWiedereröffnung der Kunststation KleinsassenNach ihrem Umbau wird die Kunststation mit der großen Retrospektive ihres Gründers Gerhard Jürgen Blum-Kwiatkowski am 9. Januar 2005 wiedereröffnet. Die Geschichte der Kunststation Kleinsassen begann vor 25 Jahren mit einer Idee und einer Gelegenheit. Die Idee war, mit Hilfe von Künstlern die Malertradition der ehemaligen Künstlerkolonie Kleinsassen wieder aufleben zu lassen und gleichzeitig das kreative Angebot der Volkshochschule des Landkreises zu erweitern. Die Gelegenheit dazu ergab sich durch die
Er zog durch seine aufsehenerregenden Aktionen aber nicht nur Besucher und Kunstinteressierte an, sondern war durch seine Person und sein Engagement geradezu ein Garant dafür, dass die Kunststation auch unter renommierten Künstlern eine Adresse wurde. So gelang es ihm, z.B. Arbeiten des polnischen Nestor der konstruktivistischen Avantgarde, Henryk Stazewski, nach Kleinsassen zu holen, aber auch Werke von Wolf Vostell, Beuys, Christo, Harry Kramer oder K.O. Blase, um nur einige zu nennen. Damit führte er hier fort, was er in den 50er Jahren in Polen begonnen hatte. In der Ostseehafenstadt Elbing geboren und aufgewachsen gründete er dort gemeinsam mit anderen 1956 den Verband "Rote Herberge"
Mehr als einmal verursachte sein Engagement daher in den 60er/70er Jahren heftige Kollisionen mit dem System, die schließlich 1974 zu seiner Ausreise nach Deutschland führten. Hier fasste er in Fulda Fuß und formulierte im gleichen Jahr seine "Idee des Stationismus", die er durch die Gründung verschiedener Kunststationen, darunter Kloster Cornberg, Schloss Rittershain, Fulda, Hünfeld, Bad Salzschlirf, Eschwege und als Mittelpunkt die Kunststation Kleinsassen nach und nach in die Tat umsetzte. Die "Kunststation" sollte dabei ein Ort sein, an dem der Künstler nicht nur durch seine Werke präsent ist, wie das in Museen der Fall ist, sondern den Menschen als Person greifbar wird und sie am Entstehungsprozess seiner Werke teilhaben lässt. Die aktive Auseinandersetzung mit moderner Kunst ist das Ziel, nicht der passive Konsum von Kunst. Jürgen Blums Credo: "Meine Kunst ist es, Menschen zu inspirieren, Handelnde zu werden, die den künstlerischen Prozessen nicht zur staunend oder verstehend gegenüberstehen, sondern sie selbst mitvollziehen". Dieser Gedanke prägt auch die Kunstvermittlung Jürgen Blums im "Museum Modern Art" in Hünfeld, das er nach seinem Fortgang aus Kleinsassen 1990 gründete und bis heute leitet. Einige der von ihm ins Leben gerufenen Kunststationen bestehen bis heute fort, andere entwickelten sich weiter zu eigenständigen Kulturinstitutionen, immer aber hat Jürgen Blum durch seine Initiativen an den jeweiligen
Es wird deutlich, dass Jürgen Blum mit seinen zahlreichen Initiativen, Gründungen, Aktionen, aber auch mit seinen mittlerweile über 100 Einzelausstellungen und über 300 Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland über eine schier unerschöpfliche Fülle an Werken, Material und Dokumentationen für seine große Retrospektive in Kleinsassen verfügt. Da es ihm aber nie um eine museale Ansammlung von Kunstwerken ging und sein Gestaltungswille nach wie vor ungebrochen ist, darf man umso gespannter auf die Präsentation seines Rückblickes auf fast 50 Jahre künstlerischer Produktivität in der Kunststation sein. Die Vernissage der Ausstellung fällt zusammen mit der Neueröffnung der Kunststation nach ihrem umfangreichen Umbau, für den das Architekturbüro Sturm-Wartzeck, Dipperz, verantwortlich zeichnet. Ab 11. Januar 2005 ist die Kunststation und das zugehörige Café ganzjährig, jeweils Dienstag bis Sonntag, 13.00 - 18.00 Uhr für alle Besucher offen. Text: Marianne Blum
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