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5. August bis 25. September 2005
Heinrich Otto und die Willingshäuser Malerkolonie
Heinrich Otto wurde 1858 in Wernswig (bei Homberg/Efze) als Sohn eines
Getreidehändlers und Ackermannes geboren. Um seinem
künstlerischen Talent gerecht werden zu können, zog er als
24-Jähriger nach Kassel, wo er in den 1870er Jahren in Kassel
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Heinrich Otto: "Landschaft" Radierung, 1921 |
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zunächst Bildhauerei und daran anschließend Malerei bei
Prof. Louis Kolitz und Prof. Carl Wünnenberg studierte. 1881 war
er das erste Mal in Willingshausen, wo bald zu einem gern gesehenen
Besucher des Willingshäuser Freundeskreises wurde, zu dem auch
Carl Bantzer gehörte. Hier galt sein bildnerisches Interesse vor
allem Genreszenen des ländlichen Lebens, Tierdarstellungen und
Landschaften. 1889 zog er nach Düsseldorf um und wurde zwei
Jahre später Mitglied im Düsseldorfer "Künstler-Verein
Malkasten", dessen Vorstand er von 1898 - 1902 übernahm.
1899-1900 erkundete er mit dem Zeichenstift die Eifel und erlernte
die Kunst des Steindrucks. Offenbar mit Erfolg, denn 1901 erhielt er
für seine Lithographie "Mondnacht" die Goldene
Staatsmedaille der Stadt Dresden. Ab 1903 war er in Düsseldorf
auch als Mal- und Zeichenlehrer für junge Damen tätig. 1905
entdeckte er die Radierung für sich und erlag ihrer Faszination
so sehr, dass diese Technik die Malerei in den folgenden Jahren in
den Hintergrund drängte. Nach dem Tod seines Bruders half
Heinrich Otto verstärkt in der elterlichen Landwirtschaft aus.
1920 veröffentlicht die Zeitschrift "Hessenkunst" 25
Radierungen und einen Holzschnitt. Am 14. Mai 1923 starb Heinrich
Otto an den Folgen einer verschleppten Lungenentzündung.
Die kunstgeschichtliche Bedeutung von Heinrich Otto gründet vor
allem auf seinem graphischem Schaffen, wobei er in seinen besten
Blättern Hans Thoma verwandt ist. Seine Lithographien zählen
zu den besten seiner Zeit in Deutschland.
Im Atelier der Kunststation werden vom 5. August bis 25. September 2005
die Blätter der graphischen Sammlung des "Malerstübchens
Willingshausen" gezeigt. Für die Realisation dieser
Ausstellung arbeiten die Malerdörfer Kleinsassen und
Willingshausen zusammen. Die Ausstellung stellt einen Auftakt zu
weiteren Ausstellungen und Veranstaltungen dar, die die bedeutende
Vergangenheit dieser Künstlerkolonien bekannter machen soll.
Eine engere Vernetzung mit anderen deutschen und europäischen
Künstlerkolonien ist geplant.
Die Ausstellung wird am 5. August um 18 Uhr im Atelier der Kunststation
Kleinsassen eröffnet.
Text: Marianne Blum.

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