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Peter H. Blum zeigt im Bahnhof Hünfeld die Schau "aufgetragen+ausgespart"Malerische Akte und grafische AnnäherungenVon Klaus H. Orth. Hünfeld. Dicht drängten sich gestern Abend die Besucher in der Galerie des Jungen Kunstkreises Hünfeld. Die Kunststation Kleinsassen, die derzeit umgebaut wird, hatte im Rahmen ihres 25-jährigen Jubiläums zur Schau ihres ehemaligen Stipendiaten Peter H. Blum eingeladen, der gestern zudem seinen 40. Geburtstag feierte. Den ersten Raum dominiert ein großformatiges Ölgemälde: Vor einer grünen Wand auf einer blauen, Falten werfenden Decke ist ein Nackter im Schneidersitz festgehalten. Der Mann umfasst eine Tuba. Auf der Decke vor ihm steht ein Glas Rotwein. "Wer bläst wie Gott?" ist das Bild betitelt, für das - so Blum - Michael Bleuel vom Comedy-Duo "Quatsch m.i.t. Sosse" Modell saß. "Wir sind seit Jahren befreundet", sagt der Maler und erklärt, wie es zum Titel kam: Michael bedeute "Wer ist wie Gott?". Und da der Porträtierte einst einer Blaskapelle vorstand, die ihm zum Abschied eine Tuba schenkte, sei ihm die Idee der Darstellung gekommen. Bis er diese in sehr traditioneller akademischer Manier realisierte, bedurfte es allerdings zunächst vieler grafischer "Annäherungen". Auch diese zählen zu den Exponaten: Zeichnungen auf Papier mit Feder und Tusche, die Bleuel ausschnitthaft in unterschiedlichen Posen präsentieren. Die Blätter hat Blum nach dem Zeichnen mit Kaffee übergossen und trocknen lassen, was den changierenden Braunton hervorrief. Mit dem Akt in Öl sowie mit einigen der Studien gehe es ihm einmal mehr um die "Visualisierung des Unhörbaren", so der Maler. Denn der Musiker auf dem Ölgemälde spiele nicht, das Instrument bleibe stumm, verliere dadurch seinen Wert. Blums Fazit: "Die Musik hat ihre Grenzen erreicht - hier fängt die Malerei an." Bei der Vernissage gratulierte Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation Kleinsassen, dem Maler zum Geburtstag und wies darauf hin, dass die Kunststation am 9. Januar mit einer Retrospektive von Jürgen Blum, dem Onkel des Künstlers, wieder eröffnet wird. Elmar Hegman, Leiter des Jungen Kunstkreises, erklärte mit Blick auf die eingangs erwähnten Bilder und andere Exponate: "Blum malt realistisch und ist deshalb angreifbar, weil alle seine Modelle so wiedergegeben sind, dass sie unmissverständlich wieder erkannt werden können." Dass der Fall "Praline" Blum als Künstler bis ins Mark getroffen habe, könne er nachvollziehen, so Hegmann. Eine junge Frau hatte gegen den Künstler geklagt, weil er sie angeblich ohne ihre Erlaubnis auf einem seiner Bilder festgehalten und das Motiv öffentlich präsentiert habe. Vor Gericht einigten sich Künstler und Modell darauf, das Werk zu verbrennen. Im Flur der Galerie dokumentieren Zeitungsausschnitte den Akt der Zerstörung. Eine Urne mit der Asche auf einem Podest und Reste des verkohlten Rahmens in einer Vitrine zeugen von Blums Trauer. Für die Umrahmung sorgte Ahmad Abdolahi auf der Santur. Peter H. Blum: "aufgetragen+ausgespart." Eine Ausstellung der Kunststation Kleinsassen in der Galerie des Jungen Kunstkreises Hünfeld, Bahnhofstraße 15. Bis 5. November. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 13-18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Aus: Fuldaer Zeitung vom 9. Oktober 2004
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Letzte Änderung Menu: 21. Mai 2013 |