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Die 25. Kleinsassener Kunstwoche findet vom 8. bis 15. August statt / Verbeugung vor einem Phänomen der RhönWo das Staunen ein Zuhause hatVon Bea Nolte-Schunck Hofbieber-Kleinsassen. Die Rhön ist schön - und Kleinsassen noch ein bisschen schöner. Vielleicht kann dies erklären, warum in guten Jahren etwa 20000 Interessierte zur Kunstwoche in das Dorf am Fuß der Milseburg kommen. "Wir hoffen, dass es bei der 25. Auflage ab dem 8. August auch so viele werden", betont Gerhard Trapp, Vorsitzender des Vereins Malerdorf und Motor der Kunstwoche. Was genau suchen die Menschen in Kleinsassen und bei dem Berg, der dem Ort Rückhalt gibt? Möglicherweise die Spuren der Maler, die dort seit jeher Motive und Motivation finden, wobei Julius von Kreyfelt und Paul Klüber stellvertretend für Kleinsassens Vergangenheit zu nennen sind. Außerdem kann man dort die Sehnsucht nach Schöpferischem stillen - egal, ob es sich in der Natur oder in einer Skulptur zeigt. Kleinsassen und Kreativität gehören zusammen, und denselben Anfangsbuchstaben haben sie obendrein. Dass beide so authentisch zueinander passen, macht wohl den Erfolg der Kunstwoche und natürlich auch der Kunststation aus, die ebenfalls ihr "25-Jähriges" feiert. 1979 als Jahr der Impulse Dabei war es vor 1979 sehr still geworden um das Malerdorf Kleinsassen und seine künstlerische Tradition, von der beispielsweise auch ein Milseburg-Gemälde Erich Heckels zeugt. Den Impuls zur Wiederbelebung gab eine Ausstellung mit Werken Kleinsassener Maler und zeitgenössischer Künstler, die ab 8. April 1979 auf Initiative von Gerhard Trapp und Emil Huder im Saal Trapp gezeigt wurde. Vor allem Landrat Fritz Kramer begeisterte sich für Kleinsassens zukunftsweisende Vergangenheit und fand beim damaligen Hofbieberer Bürgermeister Josef Quasebarth Unterstützung. In Zusammenarbeit mit Kramer und Peter Ballmaier von der Kreis-Volkshochschule baute Jürgen Blum die Kunststation in der alten Schule künstlerisch auf und wurde auch zum geistigen Kopf der Kunstwoche, die erstmals Anfang September 1979 stattfand. Als Jürgen Blum nach einigen Jahren Kleinsassen verließ, drohte damit auch das Ende der Kunstwoche. So kam 1986 diese Veranstaltungsreihe nicht zustande. "Es muss weitergehen, haben wir uns damals gesagt", erinnert sich Gerhard Trapp. Gemeinsam mit Wolfgang Hickmann rief er den "Arbeitskreis Kunsttage Kleinsassen" ins Leben, der die Kunsttage 1987 ausrichtete. Im selben Jahr wurde aus diesem Arbeitskreis der Verein Malerdorf Kleinsassen, der seither alljährlich die Kunstwoche organisiert. Zu seinen Gründungsmitgliedern zählt neben Trapp auch Alfred R. Krönung aus Fulda. Er war 1983 durch einen amerikanischen Arbeitskollegen auf Kleinsassen aufmerksam geworden, der ihm sagte, es gebe "up in the mountains something with art". Beide hatten mit einer Decke und ein paar Stühlen einen eher provisorischen Stand bei der Kunstwoche; Krönung zeigte einige seiner kreativen Fotografien, sein Kollege porträtierte Besucher. Seit damals ist Krönung Kleinsassen eng verbunden (siehe Artikel zum Atelier 7) und hat erfahren, dass die Kunstwoche von Ausstellerinnen und Ausstellern vielfach "als Sprungbrett empfunden wird", das zur Weiterentwicklung ermutigt. Die Palette des Gebotenen ist breit: Es gibt Ölgemälde und Installationen, Herziges und Provokantes, viel zum Schauen und viel zum Mitmachen. Handfeste Keramik ist ebenso präsent wie schwer begreifliche Objekte, die enträtselt werden wollen. Thema "Kunst und Kitsch" Das Thema "Kunst und Kitsch" begleitet die Kunstwoche schon lange. Die Frage nach dem Anspruch für das dort Gezeigte beantwortet Gerhard Trapp im Sinne der Vielfalt: "Wenn nur Maler mit ihren Arbeiten vertreten wären, dann kämen nicht so viele Menschen. Wir wollen unterschiedliche Leute ansprechen." Ihn freut, dass "der allergrößte Teil der Kleinsassener" schon auf die Kunstwoche warte. "Allerdings sind nicht alle Bewohner begeistert, aber das kann man auch nicht erwarten." Großen Ärger mit Ausstellern habe es bisher glücklicherweise nicht gegeben, kleinere Dinge kämen immer mal vor. Trapp berichtet, dass er vor Jahren einen Aussteller der Kunstwoche verwiesen habe, weil dieser - anders als versprochen - Kunstobjekte habe zeigen wollen, die gegen Erzbischof Johannes Dyba gerichtet gewesen seien. Derartiges ließ Trapp nicht zu. Er und Krönung begrüßen, dass erstmals das "Malerstübchen" aus dem Malerdorf Willingshausen/Schwalm bei der Kunstwoche ausstellt, das eine ähnliche Vergangenheit wie Kleinsassen als Künstlerkolonie hat. "Dieser Kontakt, den wir fördern wollen, kam über die Gemeinde Hofbieber zustande, die uns ebenso unterstützt wie die VHS des Landkreises", betont Trapp. Er ist "mit Leib und Seele" für die Kunstwoche aktiv und trägt nicht zuletzt durch viele kleine Gesten zu ihrem familiären Charme bei. Ein Besuch lohnt sehr! Aus: Fuldaer Zeitung vom 5. August 2004
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Letzte Änderung Menu: 7. Mai 2013 |