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In zwei Wochen schufen sechs Holzbildhauer bei einem Symposium beeindruckende SkulpturenLiebeserklärung an KleinsassenVon Volker Nies Hofbieber-Kleinsassen. Kunst entsteht, wenn Natur durch das Temperament eines Künstlers gesehen wird. Diese Einsicht des französischen Romanciers Émile Zola, die Landrat und Schirmherr Fritz Kramer gestern Abend bei der Vernissage zitierte, beschreibt gut, was sechs Holzbildhauer in den vergangenen zwei Wochen in Kleinsassen schufen. Was die zwei Männer und vier Frauen aus Thüringen, Unterfranken, Kroatien und Polen binnen nicht einmal zwei Wochen aus den 2,70 Meter hohen und 60 Zentimeter dicken Eichenstämmen gestalteten, beeindruckte gestern Abend beim Ende des Holzbildhauersymposiums und der offiziellen Eröffnung der Ausstellung etwa 80 Gäste, die sich von strömendem Regen nicht abschrecken ließßn. Jeder für sich, aber gemeinsam hatten die Künstler das Holz im Sinne Zolas "durch ihr Temperament gesehen" - zunächst in der Regel mit der Motorsäge, dann mit filgraneren Instrumenten. "Die Künstler haben etwas geschaffen, was sie untereinander verbindet und an Kleinsassen bindet, denn ihre Werke werden hier weiter ausgestellt", sagte Dr. Marion Feld, stellvertretende Leiterin der Kunststation, auf die zwei Wochen zurüük. Peter Ballmeier, Leiter der Kunststation, beschrieb die besondere Herausforderung, Kunst unter den Augen der Öffentlichkeit zu schaffen. Die Arbeiten seien so unterschiedlich, wie die Menschen, die sie schufen. Und doch bildeten sie, weil sie buchstäblich aus dem selben Holz geschnitzt seien, weiter eine auffällige Einheit, ja, Harmonie. Dr. Marion Feld beschrieb die Arbeiten: Wo Klaus Metz etwa einfache Formen nutze und sie abstrahiere, da gestalte Gernot Ehrsam die Figuren expressiv. Während Rajko Hercegovac die Körperlichkeit des Materials aufhebe, da ruhe die mächtige Figur von Eva Skupin in barocker Ruhe in sich. Und wo das Holz der Ikarusfigur von Beate Debus den Betrachter gleichsam selbst in Bewegung zu setzen vermöge, da gebe Janina Rudnicka mit ihrem Werk "Europa" - passend zum jungen EU-Beitritt ihres Heimatlandes Polen - dem heimischen Kontinent eine metaphorische Körperlichkeit: Blaue und gelbe Arterien zeigten das Blut der alten und neuen Mitgliedsvölker. Der Eichenstamm, der einer sich verschließenden Wunde gleiche, symbolisiere das zusammenwachsende Europa. Fritz Kramer nutzte die Vernissage in Beisein seiner Ehefrau Marianne zu einer öffentlichen Liebeserklärung an Kleinsassen: Ihn fasziniere bis heute die Geschichte des Ortes: Warum sich vor 150 Jahre Künstler aus Düsseldorf ausgerechnet in Kleinsassen äund in keinem anderen Rhöndorf niedergelassen hätten, bleibe ein Rätsel. Ein Grund sei vielleicht, dass die Bürger von Kleinsassen die Verbindung mit der Kunst nicht nur duldend, sondern mit offenem Herzen schlössen. "Die Magie Kleinsassens wirkt bis heute - und der Zauber hat sicher auch die Bildhauer gepackt, die jetzt zwei Wochen lang hier gearbeitet haben." Aus: Fuldaer Zeitung vom 14. August 2004.
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