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Die Kunststation Kleinsassen präsentiert "Kunst der Halbinsel Krim"
Bilder, die sehen lehren
Von Klaus H. Orth
Hofbieber-Kleinsassen. Positionen zeitgenössischer ukrainischer Kunst
präsentiert eine Schau in der Kunststation Kleinsassen. Sie zeigt in
einem repräsentativen Querschnitt Fotografien, Aquarelle und
Zeichnungen, Metallarbeiten, Tempera- und Ölbilder sowie Schmuckobjekte
von sechs Kreativen, die von der Halbinsel Krim stammen.
Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation Kleinsassen, betonte den guten
Kontakt des Rhöner Ausstellungshauses zur Halbinsel Krim und freute
sich, zwei "alte Bekannte" begrüßen zu können:
Anna Petrova, die Kuratorin der Ausstellung, sowie Evgeni Smirnow, der als
Maler seit über zehn Jahren immer wieder in der Rhön zu Gast ist.
Von weit her angereist war auch Vitalis Moiseev, der Direktor des
Kulturfonds der Krim.
Anna Petrova, die im vergangenen Jahr eine Schau mit Arbeiten von
Künstlern der Kunststation in ihrer ukrainischen Heimat organisiert
hatte, erinnerte an die Bäderschau und bezeichnete den Besuch in
Kleinsassen als "weiteren Schritt zum Austausch".
Kunsthistorikerin Dr. Marion Feld dankte neben der Kuratorin Petrova auch
Viktoria Schäfer, die als Mitarbeiterin der Kunststation den Kontakt zu
den Künstlern der Krim vertieft hatte, Predrag Hegedüs, der
für die Hängung der Exponate verantwortlich zeichnete, und
Pianistin Marina Gajda, die mit ukrainischen Weisen für eine feierliche
Umrahmung sorgte.
"Wir lernen Schreiben, Lesen, Rechnen - lernen wir auch Sehen in einer
Zeit, in der täglich durch die Medien eine Bilderflut auf uns
einwirkt", sagte Gerhard Möller. Der Erste Kreisbeigeordnete lud
die Anwesenden dazu ein, anhand der ausgestellten Bilder das Auge ruhen zu
lassen und die Inhalte "in Bezug zu setzen, zu dem, was wir
empfinden".
Ein Meister des Stilllebens ist Alexander Pigarev. Muscheln und Blumen,
Zwiebeln und Äpfel arrangiert er immer wieder zu anmutigen Ansichten
einer "nature morts". Nicht minder malerisch in zweifacher
Hinsicht sind die Ölbilder von Evgeni Smirnov. Sie geben den Blick auf
stimmungsvolle Landschaften frei, die dominiert werden vom Wechsel von Licht
und Schatten. Smirnows Arbeiten laden zu ausgiebiger Betrachtung ein. Das
gilt auch für die Fotografien von Alexander Kadnikow, in deren
Mittelpunkt meist Tiere und Menschen stehen: Hier verharrt ein Tänzer
in einer angespannten Gebärde, dort stößt ein triefendnasser
Mann mit Trompete aus dem Meer. Ironie bestimmt das Bild
"Zivilisation": Eine Schnecke thront auf einer Schraube - um sie
herum leere Schneckenhäuser.
Roman Kuchar bildet in Lithografien und Zeichnungen Menschen ab - mal als
weibliche Rückenfigur, der ein Kind über die Schulter schaut, mal
als sitzenden Frauenakt. Auch Kuchars Metallobjekte kreisen um den Menschen
und die Spuren, die er hinterlässt.
Die Aquarelle und Temperaarbeiten von Anna Petrova, die am Sonntag, 16.
März, um 16 Uhr zum Ausstellungsgespräch einlädt, spiegeln
anhand von Landschaften und Tierszenen Stimmungen wider - vom energischen
Hahnenkampf bis zum elegischen Blick in die Ferne. In einer Vitrine sind
darüber hinaus Schmuckarbeiten von Sinaida Novak zu sehen, die aus
Silber, Gold und Steinen vielseitig gestaltet sind.
Die Schau ist bis 21. April täglich - außer montags - von 13 bis
18 Uhr zu sehen.
Aus: Fuldaer Zeitung vom 12. März 2003.
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