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Die Kunststation Kleinsassen präsentiert sich im Europäischen Parlament
Ars Buchonia
Unter dem Titel "Ars Buchonia" präsentiert sich die
Kunststation Kleinsassen in diesem Herbst im Europäischen Parlament in
Brüssel. Die Ausstellung ist ein Vorbote des 2004 anstehenden
Geburtstages der Kunststation. Dann feiert das Präsentationshaus am
Fuß der Milserburg 25-jähriges Bestehen.
1979 gegründet von Jürgen Blum, dem heutigen Leiter des Museum of
Modern Art in Hünfeld, avancierte die Kunststation bald zu einer
Institution für zeitgenössische Kunst, die heute in der
Kunstlandschaft deutlich wahrgenommen wird und in dieser Form ihresgleichen
sucht.
Die Idee, die nach dem 2. Weltkrieg eingeschlafene Tradition des Malerdorfes
wiederzubeleben und statt auf traditionelle Malerei auf die
Präsentation, Auseinandersetzung und praktische Vermittlung
zeitgenössischer Kunst zu setzen, war riskant. Kleinsassen lag in den
80er Jahren noch im so genannten Zonenrandgebiet und damit fernab von den
Kulturzentren. Doch die Kunststation hatte Glück: Sie fand im Leiter
der Volkshochschule, Peter Ballmaier, einen engagierten Gestalter und in dem
Fuldaer Landrat, Fritz Kramer einen kenntnisreichen und streitbaren
Fürsprecher und Förderer.
Der Landrat war es auch, durch dessen Vermittlung die Ausstellung im
Europäischen Parlament zustande kam. Gezeigt werden dort Werke von drei
Künstlern, die sich verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen
bedienen, die aber alle in besonderer Weise mit der Kunststation verbunden
sind: Der ehemalige Stipendiat Peter Henryk Blum, die gerade scheidende
Stipendiatin, die Steinbildhauerin Petra Lange, und den frisch ernannten
Stipendiaten, den Maler Predrag Hegedüs. An diesen drei
unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten lässt sich
exemplarisch zeigen, welche Anziehungskraft die Kunststation als Institution
ausstrahlt und sie auch ganz wörtlich zu einer Heimstatt für junge
Künstler aus ganz Europa macht.
Peter Henryk Blum, geboren in Elbing / Ostpreußen (Polen), aufgewachsen
in Fulda, fand wesentliche Impulse für seinen künstlerischen
Werdegang in der Kunststation bevor er zum Studium nach Kassel ging. Als
Stipendiat der Kunststation kehrte er in die Rhön zurück und lebte
drei Jahre in Kleinsassen. Seitdem ist er mit seinen Werken auf vielen
Ausstellungen der Kunststation im In- und Ausland vertreten.
Petra Lange kam aus der Hauptstadt Berlin nach Kleinsassen, lebte zwei Jahre
in der Kunststation, schuf unter anderem eine Skulptur, die den Vorplatz des
Landratsamtes schmückt. Jetzt wird sie ihren Weg nach Italien fortsetzen.
Der aus Tuzla (Ex-Jugoslawien) stammende Predrag Hegedüs mit Wohnsitz
in Bosnien und Frankfurt ist seit Jahren unverzichtbarer Mitarbeiter, gern
gesehener Gast und geschätzter Künstler der Kunststation. Er wird
für die nächsten zwei Jahre die Stipendiatenwohnung im Haupthaus
beziehen. Alle drei Künstler dokumentieren mit ihren Biographien
Lebensläufe, die sich nur im Zusammenhang mit der europäischen
Zeit- und Kulturgeschichte verstehen lassen, und alle drei tragen dieser
europäischen Dimension in der Qualität ihrer Werke Rechnung.
Weitere Informationen über die Künstler erhalten Sie unter
www.peter-blum.net und
www.petralange.com.
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