Zurück   Startseite   Druckversion 9. Oktober 2003

Die Kunststation Kleinsassen präsentiert sich im Europäischen Parlament

Ars Buchonia

Unter dem Titel "Ars Buchonia" präsentiert sich die Kunststation Kleinsassen in diesem Herbst im Europäischen Parlament in Brüssel. Die Ausstellung ist ein Vorbote des 2004 anstehenden Geburtstages der Kunststation. Dann feiert das Präsentationshaus am Fuß der Milserburg 25-jähriges Bestehen.

1979 gegründet von Jürgen Blum, dem heutigen Leiter des Museum of Modern Art in Hünfeld, avancierte die Kunststation bald zu einer Institution für zeitgenössische Kunst, die heute in der Kunstlandschaft deutlich wahrgenommen wird und in dieser Form ihresgleichen sucht.

Die Idee, die nach dem 2. Weltkrieg eingeschlafene Tradition des Malerdorfes wiederzubeleben und statt auf traditionelle Malerei auf die Präsentation, Auseinandersetzung und praktische Vermittlung zeitgenössischer Kunst zu setzen, war riskant. Kleinsassen lag in den 80er Jahren noch im so genannten Zonenrandgebiet und damit fernab von den Kulturzentren. Doch die Kunststation hatte Glück: Sie fand im Leiter der Volkshochschule, Peter Ballmaier, einen engagierten Gestalter und in dem Fuldaer Landrat, Fritz Kramer einen kenntnisreichen und streitbaren Fürsprecher und Förderer.

Der Landrat war es auch, durch dessen Vermittlung die Ausstellung im Europäischen Parlament zustande kam. Gezeigt werden dort Werke von drei Künstlern, die sich verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen bedienen, die aber alle in besonderer Weise mit der Kunststation verbunden sind: Der ehemalige Stipendiat Peter Henryk Blum, die gerade scheidende Stipendiatin, die Steinbildhauerin Petra Lange, und den frisch ernannten Stipendiaten, den Maler Predrag Hegedüs. An diesen drei unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten lässt sich exemplarisch zeigen, welche Anziehungskraft die Kunststation als Institution ausstrahlt und sie auch ganz wörtlich zu einer Heimstatt für junge Künstler aus ganz Europa macht.

Peter Henryk Blum, geboren in Elbing / Ostpreußen (Polen), aufgewachsen in Fulda, fand wesentliche Impulse für seinen künstlerischen Werdegang in der Kunststation bevor er zum Studium nach Kassel ging. Als Stipendiat der Kunststation kehrte er in die Rhön zurück und lebte drei Jahre in Kleinsassen. Seitdem ist er mit seinen Werken auf vielen Ausstellungen der Kunststation im In- und Ausland vertreten.

Petra Lange kam aus der Hauptstadt Berlin nach Kleinsassen, lebte zwei Jahre in der Kunststation, schuf unter anderem eine Skulptur, die den Vorplatz des Landratsamtes schmückt. Jetzt wird sie ihren Weg nach Italien fortsetzen.

Der aus Tuzla (Ex-Jugoslawien) stammende Predrag Hegedüs mit Wohnsitz in Bosnien und Frankfurt ist seit Jahren unverzichtbarer Mitarbeiter, gern gesehener Gast und geschätzter Künstler der Kunststation. Er wird für die nächsten zwei Jahre die Stipendiatenwohnung im Haupthaus beziehen. Alle drei Künstler dokumentieren mit ihren Biographien Lebensläufe, die sich nur im Zusammenhang mit der europäischen Zeit- und Kulturgeschichte verstehen lassen, und alle drei tragen dieser europäischen Dimension in der Qualität ihrer Werke Rechnung.

Weitere Informationen über die Künstler erhalten Sie unter www.peter-blum.net und www.petralange.com.


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Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
(www.druschel-photography.de).