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Freude über Interesse
Von Klaus H. Orth
Hofbieber-Kleinsassen.
Mehr als zwei Monate lang präsentierte die Kunststation Kleinsassen
in ihren Hallen die Exposition "textileArt-Quilt.2001 Retrospektive
- Perspektive? 20 Jahre - 20 Wege". Die umfangreiche Ausstellung
bot anhand beispielhafter Arbeiten eine anschauliche Zusammenfassung der
diversen Entwicklungen in der deutschen Quilt- und Textilkunst-Szene der
letzten zwei Jahrzehnte und wagte einen Ausblick auf neue Wege kreativer
Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Stoff. Bei der Finissage zogen die
beiden Kuratorinnen, Barbara Benedix und Gisela Hafer, nun eine positive
Bilanz. Die beiden Austellungsmacherinnen freuten sich über das
enorme Besucherinteresse, das die Schau erfahren hatte. "Die
Ausstellung ist sehr gut angenommen worden", resümierte Gisela
Hafer. Und Barbara Benedix fügte hinzu:
"textileArt-Quilt ist ein Projekt, das die Verantwortlichen
der Kunststation Kleinsassen wiederholen möchten."
Die Kuratorinnen erläuterten die Konzeption der Schau und luden die
Besucher zu einem letzten Rundgang ein. Zahlreiche der insgesamt 36
ausstellenden Kreativen waren eigens aus allen Teilen Deutschlands
angereist und stellten dabei ihre Arbeiten vor. Die präsentierte
Palette reichte vom traditionellen Patchwork als textile Collage und
Quilting als zusätzliche Musterbildung durch Absteppen mehrerer
Stofflagen bis hin zu kreativen Weiterentwicklungen, die den Quilt als
textile Raumgestaltung verstehen und experimentierfreudig auch
nicht-textile Materialien mit einbeziehen. "Alle der hier
Ausstellenden haben ihren richtigen und wichtigen Weg gefunden",
sagte Gisela Hafer in Anbetracht des reichen Exponatenspektrums. Nicht
das Material oder die Technik allein machten das Quilting zu einer
eigenständigen Kunstform ergänzte Barbara Benedix: "Das
Eigentliche ist die künstlerische Aussage."
Der Weg durch die Ausstellung mündete anschließend in eine
angeregte Diskussion. Viele der Künstlerinnen bedauerten, dass
Quilt-Art von den meisten Vertretern der Kunstwissenschaft noch immer
nicht die Anerkennung erhalte, die sie verdiene. Ob und wie sich die
Aufmerksamkeit von Experten und Galeristen künftig stärker auf
die Kunstform Quilt werde lenken lasse, bleibe abzuwarten, so der eher
skeptische Teno. Einig waren sie sich die Anwesenden auch in der
Auffassung, dass die von Gisela Hafer und Barbara Benedix organisierte
Schau einen wichtigen Beitrag geleistet habe, damit die
Öffentlichkeit mit jener Kunstform künftig intensiver auf
Tuchfühlung gehen kann.
Ebenfalls am vergangenen Wochenende gab Liisa Penttinen einen Workshop,
der in die Kunst des Filzens einführte. Im Rahmen eines
Austauschprogramms war die finnische Künstlerin nach Kleinsassen
gekommen, wo sie in der an das Ausstellungshaus angeschlossenen
Werkstatt Interessierten Anleitung zum kreativen Umgang mit Wolle,
Wasser und Seife gab. Wer wollte, der konnte die Wandteppiche,
Hüte, Taschen Hand- und Hausschuhe aus Filz bewundern, die mit
großer Kreativität gefertigt worden waren.
Aus: Fuldaer Zeitung vom 2. Mai 2001.
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