Zurück   Startseite   Druckversion 25. August 2000

Die Kleinsassener Ausstellung "RhönSalon 2000" klang aus mit der Preisvergabe an sieben Künstler / Froh über große Resonanz

Fünf Kunstwerke für die Artothek

Hofbieber-Kleinassen. Am Schlusstag der überregionalen Ausstellung "RhönSalon 2000" fand in der Kunststation Kleinsassen die Preisvergabe statt. Der Leiter der Kunststation, Peter Ballmaier, dankte Landrat Fritz Kramer für die von Seiten des Landkreises Fulda gewährte Unterstützung und war sichtlich erfreut über die große Resonanz, welche die Ausstellung gefunden hatte.

Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Marion Feld, sagte, dass angesichts von 83 Künstlern die Auswahl der Preisträger keine leichte Aufgabe gewesen sei. Die Jury setzte sich zusammen aus Dr. Marion Feld, Kunsthistorikerin und derzeit mit einem Projekt des Fuldaer Vonderau Museums betraut, dem Leiter der städtischen Galerie ADA Meiningen, Ralf-Michael Seele, und der Münnerstädter Galeristin Elisabeth Hessel. Sie vertraten die Bundesländer Hessen, Thüringen und Bayern.

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung präsentierten die Jurymitglieder die jeweiligen Preisträger direkt vor ihren Werken. Den Förderpreis "RhönSalon 2000", eine Personalausstellung mit Dokumentation und Präsentation im Internet im kommenden Jahr, erhielten die beiden aus der fränkischen Rhön stammenden Künstler Wiltrud Kuhfuß (Nüdlingen) und Walter Graf (Oberthulba). Den Preis in Form eines Ankaufs nahmen entgegen Masin Amer-Mahmud (Schondra), Mia Hochrein (Münnerstadt), Lothar Nickel (Burghaun-Langenschwarz), Wolfgang Nickel (Georgenzell/Thüringen) und Albrecht Rosenstiel (Meiningen).

Die Bilder von Masin Amer-Mahmud gehen durch ihr Material und ihre Entstehungsgeschichte über die klassische Malerei hinaus: Lehmschichten und Sand sind sowohl Malgrund als auch bewusst eingesetztes Pigmet; dadurch erhalten die Tafeln auch ihre farbliche Grundstimmung. Aus der Meditation heraus verstanden, vermitteln sie selbst Ruhe und Versenkung.

Das bildhauerische Werk von Walter Graf ist gekennzeichnet durch die Konzentration auf die in der Natur vorgefundenen Steine und eine äußerst zurückhaltende Oberflächengestaltung: "Findlinge" heißen treffend die ausgestellten Köpfe. Die Beliebigkeit der Zufallsfunde wird mit der Einmaligkeit der Formfindung konfrontiert.

Bei Mia Hochrein war es die Reduzierung auf das Wesentliche im Materiellen der keramischen Substanz und in der inhaltlichen Aussage, die die Jury zu einer Preisvergabe bewegte. Mia Hochreins Objekte entstehen mit Hilfe von Erde und Feuer, denen sie durch Inventarisieren und Anordnen Räume, Richtungen und persönliche Beziehungen zuweist.

Wiltrud Kuhfuß stellte Werke aus ihrem Zyklus "Wegmarken" in der Kunststation aus, die sich mit Gedichten von Ingeborg Bachmann auseinander setzen. Die inhaltliche Vergegenwärtigung und die materielle Umsetzung mit collagierten menschlichen Körpern aus gebrannter Seide auf zartfarbiger Grundierung faszinierten und überzeugten die Jurymitglieder.

Lothar Nickel stellt in seinem von der Jury ausgezeichneten Werk "Bilstein" in doppelter Weise einen Bezug zum Genius Loci her: Das Material (Basalt) stammt aus einem Rhöner Steinbruch und hat daher Bezug beziehungsweise ist Verbindung zu der geologischen Beschaffenheit der unmittelbaren Umgebung. Die Formgebung greift "die über Kleinsassen thronende, das gesamte Panorama beherrschende Milseburg auf".

Der Maler und Grafiker Wolfgang Nickel erhielt den Preis für eine Serie von Druckgrafiken zu Sagen und Märchen von Ludwig Bechstein. Die Jury würdigte Nickel für die "zu einem individuellen Stil zusammengeführten unterschiedlichen Techniken und seine gelungene Kombination von Wort und Bild".

Albrecht Rosenstiel war in der Ausstellung mit Farbholzschnitten "von großer Tiefenwirkung und subtilem Farbklang" vertreten. Die Jury schätzte an Rosenstiels Werken "den sensiblen Umgang mit Kontrasten und Farben", der zu abwechslungsreichen und atmosphärischen Lichtstimmungen führe.

Die fünf angekauften Kunstwerke werden in die Artothek der Kunststation Kleinsassen integriert. Die Förderpreisausstellung soll im Herbst des nächsten Jahres realisiert werden.

Aus: Fuldaer Zeitung vom 24. August 2000.


Zurück   Seitenanfang
P. Klingebiel, Fulda

Kunsttelegramm - Newsletter
Melden Sie sich zum Newsletter an ...

Reiner Cornelius
 06.05. bis 01.07.2012
Mehr zur Ausstellung ...
FZ-Artikel zur Ausstellung
Fotos zur Ausstellung

Günter Grass - Graphik und Skulptur
 27.05. bis 09.09.2012
Mehr zur Ausstellung ...

Mozart Bilder Klang
 03.06. bis 19.09.2012
Mehr zur Ausstellung ...

Café in der Kunststation
Geöffnet: dienstags - sonntags, 13 - 18 Uhr

Sparkasse Fulda

Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

Ulenspiegel in der Kunststation Kleinsassen

Jahresprogramm

Öffnungszeiten der Kunststation:
dienstags - sonntags, 13 - 18 Uhr,

Jahresprogramm 2012
Seminarprogramm 2012

Weg zur Kunststation

Nachricht an die Kunststation
Kunsttelegramm der Kunststation

Ausstellungen 2012
Ausstellungen 2011

Die Gestaltung der Homepage basiert auf dem Flyer zur Ausstellung
Günter Grass - Graphik und Skulptur.

Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
(www.druschel-photography.de).