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Die Kleinsassener Ausstellung "RhönSalon 2000" klang aus mit der Preisvergabe an sieben Künstler / Froh über große Resonanz
Fünf Kunstwerke für die Artothek
Hofbieber-Kleinassen.
Am Schlusstag der überregionalen Ausstellung "RhönSalon
2000" fand in der Kunststation Kleinsassen die Preisvergabe statt.
Der Leiter der Kunststation, Peter Ballmaier, dankte Landrat Fritz
Kramer für die von Seiten des Landkreises Fulda gewährte
Unterstützung und war sichtlich erfreut über die große
Resonanz, welche die Ausstellung gefunden hatte.
Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Marion Feld, sagte, dass angesichts
von 83 Künstlern die Auswahl der Preisträger keine leichte
Aufgabe gewesen sei. Die Jury setzte sich zusammen aus Dr. Marion Feld,
Kunsthistorikerin und derzeit mit einem Projekt des Fuldaer Vonderau
Museums betraut, dem Leiter der städtischen Galerie ADA Meiningen,
Ralf-Michael Seele, und der Münnerstädter Galeristin Elisabeth
Hessel. Sie vertraten die Bundesländer Hessen, Thüringen und
Bayern.
Bei einem Rundgang durch die Ausstellung präsentierten die
Jurymitglieder die jeweiligen Preisträger direkt vor ihren Werken.
Den Förderpreis "RhönSalon 2000", eine
Personalausstellung mit Dokumentation und Präsentation im Internet
im kommenden Jahr, erhielten die beiden aus der fränkischen
Rhön stammenden Künstler Wiltrud Kuhfuß (Nüdlingen)
und Walter Graf (Oberthulba). Den Preis in Form eines Ankaufs nahmen
entgegen Masin Amer-Mahmud (Schondra), Mia Hochrein (Münnerstadt),
Lothar Nickel (Burghaun-Langenschwarz), Wolfgang Nickel
(Georgenzell/Thüringen) und Albrecht Rosenstiel (Meiningen).
Die Bilder von Masin Amer-Mahmud gehen durch ihr Material und ihre
Entstehungsgeschichte über die klassische Malerei hinaus:
Lehmschichten und Sand sind sowohl Malgrund als auch bewusst
eingesetztes Pigmet; dadurch erhalten die Tafeln auch ihre farbliche
Grundstimmung. Aus der Meditation heraus verstanden, vermitteln sie
selbst Ruhe und Versenkung.
Das bildhauerische Werk von Walter Graf ist gekennzeichnet durch die
Konzentration auf die in der Natur vorgefundenen Steine und eine
äußerst zurückhaltende Oberflächengestaltung:
"Findlinge" heißen treffend die ausgestellten
Köpfe. Die Beliebigkeit der Zufallsfunde wird mit der Einmaligkeit
der Formfindung konfrontiert.
Bei Mia Hochrein war es die Reduzierung auf das Wesentliche im
Materiellen der keramischen Substanz und in der inhaltlichen Aussage,
die die Jury zu einer Preisvergabe bewegte. Mia Hochreins Objekte
entstehen mit Hilfe von Erde und Feuer, denen sie durch Inventarisieren
und Anordnen Räume, Richtungen und persönliche Beziehungen
zuweist.
Wiltrud Kuhfuß stellte Werke aus ihrem Zyklus
"Wegmarken" in der Kunststation aus, die sich mit Gedichten
von Ingeborg Bachmann auseinander setzen. Die inhaltliche
Vergegenwärtigung und die materielle Umsetzung mit collagierten
menschlichen Körpern aus gebrannter Seide auf zartfarbiger
Grundierung faszinierten und überzeugten die Jurymitglieder.
Lothar Nickel stellt in seinem von der Jury ausgezeichneten Werk
"Bilstein" in doppelter Weise einen Bezug zum Genius Loci her:
Das Material (Basalt) stammt aus einem Rhöner Steinbruch und hat
daher Bezug beziehungsweise ist Verbindung zu der geologischen
Beschaffenheit der unmittelbaren Umgebung. Die Formgebung greift
"die über Kleinsassen thronende, das gesamte Panorama
beherrschende Milseburg auf".
Der Maler und Grafiker Wolfgang Nickel erhielt den Preis für eine
Serie von Druckgrafiken zu Sagen und Märchen von Ludwig Bechstein.
Die Jury würdigte Nickel für die "zu einem individuellen
Stil zusammengeführten unterschiedlichen Techniken und seine
gelungene Kombination von Wort und Bild".
Albrecht Rosenstiel war in der Ausstellung mit Farbholzschnitten
"von großer Tiefenwirkung und subtilem Farbklang"
vertreten. Die Jury schätzte an Rosenstiels Werken "den
sensiblen Umgang mit Kontrasten und Farben", der zu
abwechslungsreichen und atmosphärischen Lichtstimmungen
führe.
Die fünf angekauften Kunstwerke werden in die Artothek der
Kunststation Kleinsassen integriert. Die Förderpreisausstellung
soll im Herbst des nächsten Jahres realisiert werden.
Aus: Fuldaer Zeitung vom 24. August 2000.
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