Zurück   Startseite   Druckversion 5. Oktober 1999
20. Juni - 15. August 1999

1. Internationale Biennale Neues Aquarell

Preisverleihung am 8. August 1999

Jury-Mitglieder:

  • Stanislav Demidjuk, Künstler und Leiter der Association Plaisir et Culture, Montpellier/Frankreich
  • Dr. Marion Feld, Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung, Fulda
  • Fritz Kramer, Landrat des Landkreises Fulda, Fulda
  • Maria Laukka, Künstlerin und Leiterin des Kunstzentrums Sääksmäki, Voipaala/Finnland
  • Ralf-Michael Seele, Leiter der Städtischen Galerie Ada, Meiningen

Preis der Kunststation Kleinsassen

Irena Danksaite-Guobiene (* 1942 in Kaunas/Litauen)

Die Antwort, 44x30, 1998
VG BILD-KUNST, Bonn 1999
1960-1966 Kunststudium an der Kunsthochschule in Vilnius
Internationale Ausstellungen in den Baltischen Staaten, Kanada, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Norwegen, Polen, Ungarn, UdSSR, USA
Mehrere internationale Preise; in vielen internationalen Sammlungen vertreten

Irena Danksaite-Guobiene, die gerne und oft in der Einsamkeit des litauischen Aukstaitija-Nationalparks arbeitet, bevorzugt Landschafts- und Naturmotive. Diese werden durch fragmentarische Ausschnitte, kürzelhaft verwendete Kompositionselemente und integrierte Schriftzüge geheimnisvoll und surreal verfremdet. Dennoch bleibt eine lyrisch-poetische Grundstimmung erhalten, die nicht zuletzt auf ihrer Vorliebe für die litauische Volksdichtung beruht. Aus diesen unterschiedlichen Quellen entsteht eine sehr persönliche und kontinuierliche Ikonographie, deren Ziel eine harmonische Verbindung zwischen Mensch und Natur ist.

Waltraud Munz (* 1949 in Schwäbisch-Gmünd)

2 o, 23x31, 1998 1971-1980 zunächst Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Stuttgart. dann Kunststudium an den Staatlichen Akademien der Bildenden Künste in Karlsruhe und Frankfurt
Gruppen- und Einzelausstellungen im Inland (u. a. in Dreieich, Eisenach, Frankfurt, Kleinsassen, München, Stuttgart) und Ausland (Bouxwiller/Elsaß, Gouangzhou/China, Kairo/Ägypten, Norwegen)

Waltraud Munz interpretiert die traditionelle Aquarelltechnik auf eine völlig unkonventionelle und eigenständige Weise: Durch stetige Reihung zeilenartiger Elemente, durch den gezielten, jedoch spontan erscheinenden Einsatz von kleinsten Papiercollagen entstehen Kompositionen, die durch ihre lineare Erscheinung, grafische Zäsuren und farbige Rhythmen an Partituren, Kurzschriften oder symbolisch verschlüsselte Zeichensprachen erinnern. Ihre Werke bieten damit Assoziationen zu zeitgemäßen, modernen Wahrnehmungsmustern und stellen neben der innovativen Aquarelltechnik auch eine sehr individuelle Formensprache dar.

Vlado Stjepic (* 1958 in Kosci/Bosnien-Herzegowina)

Neubildung B, 76,5x57, 1999 1978-1984 Studium mit dem Schwerpunkt Malerei an der Kunstakademie in Ljubljana
Einzelausstellungen überwiegend in Slowenien; Gruppenausstellungen seit 1982 neben Slowenien und dem ehemaligen Jugoslawien auch im internationalen Ausland, z. B. in Österreich und China

Vlado Stjepic zeichnet sich durch einen äußerst sensiblen Umgang mit den lavierend übereinander gelegten Farbschichten und eine meisterhafte Verteilung der Hell-Dunkel-Werte in helle, gestaltgebende und dunkle, rahmende Kompositionselemente aus. Eine transparente Acrylemulsion als innovative Zutat zur klassischen Aquarelltechnik versiegelt die Oberfläche und verleiht den Farben darüber hinaus eine noch stärkere Intensität. Die Komposition erhält dadurch außerdem eine gesteigerte, nahezu unheimliche suggestive Wirkung. Diese läßt trotz offenbarer Gegenstandslosigkeit vielfältige Assoziationen zu organischen Erscheinungsformen, chemischen Reaktionen oder medizinischen Untersuchungsmethoden zu. So gelangt der Künstler durch eine freie Farbgestaltung zu einer gezielten, ausdrucksstarken Darstellungsform und löst damit beim Betrachter trotz der abstrahierten Vorgehensweise eine dem Realismus angenäherte, phantastische Vorstellungswelt aus.

Wang Gongyi (* 1946 in Tianjin/China)

o.T., 97x82 1980 Abschluß des Studiums im Fachbereich Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in Hangzhou
Mehrmals Einladungen nach Frankreich, dort auch Stipendiatin des Französischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten
Internationale Ausstellungen in Deutschland, Kanada und USA; Einzelausstellungen u. a. in Aix, Lyon und Paris sowie in Marokko und USA

Bezeichnend für Wang Gongyi ist ihr spontaner und gestischer Umgang mit der traditionellen chinesischen Tuschetechnik. Sie erprobt dabei auf neuartige Weise die Tiefenräumlichkeit durch eine Uminterpretation der klassischen Schwarz-Weiß-Werte und untersucht die extremen Möglichkeiten der Dunkelheit und das Geheimnis der Schwärze. Statement von Wang Gongyi: "Ich versuchte alles, was ich vorher gelernt hatte, über Bord zu werfen. Das war ein schwerer, zunächst erfolglos erscheinender Prozeß, doch im Vergleich zu dem, was ich früher erstrebte, sinnvoller. Langsam lernte ich, spontan zu zeichnen und zu malen und mich loszulösen von der Gewohnheit, krampfhaft ein Konzept vorzubereiten ... Ich befinde mich noch in einem Prozeß der Metamorphose. Und ich weiß nicht, wohin mich das führt."

Materialpreis der Firma Schleicher&Schuell

Vojko Pogacar (* 1950 in Slowenien)

Haiku I, 20x29, 1998 1973 Abschluß des Kunststudiums an der Akademie für Bildende Künste in Ljubljana
Mehrere Studienaufenthalte in Paris und New York; zahlreiche, auch internationale Preise
Einzelausstellungen zahlreich in Slowenien, auch in Frankfurt, Graz, Linz, München, New York, Paris; Gruppenausstellungen neben Slowenien vor allem in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Ungarn, USA

Vojko Pogacars zartfarbige, kleinformatige Kompositionen sind unter der Verwendung von appliziertem Sand entstanden und erreichen somit eine ungewöhnliche Oberflächenwirkung der traditionellen Aquarelltechnik. Die informellen, gestisch-spontan und sehr subtil erscheinenden Motive wirken wie komprimierte lyrische Sequenzen, deren Titel ihre Anregung durch die japanische Haiku-Dichtung verdanken.

Wang Yunong (* 1969 in Peking)

Alte Krieger, 43x117, 1999 1986-1993 Kunststudium mit dem Schwerpunkt Grafik an der Kunsthochschule und dem Zentralinstitut der Schönen Künste in Peking
seit 1998 "Freie-Kunst"-Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf
Mehrere Preise in China und Spanien

In der Materialverwendung (Reispapier und Tusche) und dem Einsatz der Technik ausgehend von der traditionellen chinesischen Tuschemalerei, ist Wang Yunong auf der Suche nach neuen, unkonventionellen Ausdrucksmöglichkeiten. Ob Farbkontraste oder Monochromie, ob rhythmische, spontane, gestische Pinselschwünge oder punktueller Pinselkontakt mit der Papieroberfläche, immer erscheinen Strukturen und deren Schichtungen, die auf abstrakte und überzeugende Weise Räumlichkeit und Bewegung thematisieren.

Preis des Landrats

(wurde von Herrn Landrat Kramer persönlich vergeben)

Max Uhlig (* 1937 in Dresden)

1955-1960 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden
1961-1963 Meisterschüler bei Hans-Theo Richter an der Akademie der Künste in Berlin
Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und der Akademie für Kunst und Gestaltung in Hamburg; seit 1995 Professor an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden, Leitung der Fachklasse Malerei und Grafik; Berufung als Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste
Zahlreiche, auch internationale Preise und Ausstellungen; 1998 Verleihung des Verdienstordens des Freistaates Sachsen

Max Uhligs Kompositionen entstehen aus einer spontanen malerischen Geste, die aus kurzen, sich überlagernden Pinselstrichen ein abstraktes Netz erzeugt. Dabei bildet der meist gesättigte Farbauftrag unterschiedlichste kompositionelle und stoffliche Werte: plastische Kompaktheit oder lockere Oberfläche, Licht und Schatten. So werden aus einer abstrakten Struktur gegenständlich angenäherte Porträts, wobei der Künstler ohne zeichnerischen Detailrealismus und ohne unmittelbare Abbildhaftigkeit dennoch individuelle Charaktermerkmale des jeweiligen Dargestellten intuitiv erfaßt und sie wie in einem "Psychogramm" bloßlegt.

Publikumspreis

Elena Bazanova (* 1968 in St. Petersburg/Russland)

Still-Life with Guelder-Rose, 29,5x39, 1998 1986 Beendigung der Sekundarschule der Künste am I. E. Repin-Institut der russischen Akademie der Künste; 1986-1992 Studium für Buchgrafik am selben Institut
seit 1995 (teilweise thematische) Gruppenaustellungen in Russland und als Teilnehmerin der Ausstellung "Junge Künstler der Akademie der Künste in St. Petersburg" in mehreren deutschen Städten (Düsseldorf, Erfurt, Marburg, München) sowie in Frankreich und der Schweiz

Preis der Galerie Liebau

(eine Partnerausstellung der beiden Preisträger im Jahr 2000)

Choi Hoi Ying (Lin Fook) (* 1945 in Kwongtung/China)

1989 Beendigung des graduierten Kunststudiums an der Akademie der Schönen Künste in Huangzhou
Dozent an der Kunstabteilung der Universität in Xi Jiang/China; Mitglied der Künstlervereinigung Hongkong und der Hongkonger Vereinigung "Internationaler Kunstaustausch"
seit 1989 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Asien: China, Hongkong, Korea, Taiwan; Kunstwerke in zahlreichen öffentlichen asiatischen Sammlungen, z. B. im Kunstmuseum in Hongkong

Zlatko Gnezda (* 1953 in Slowenien)

Transparency III, 10x100, 1999 Weitere Angaben über den Künstler liegen zur Zeit nicht vor.


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P. Klingebiel, Fulda

Freie Malschule
 30.10.2011 bis 04.03.2012
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 11.12.2011 bis 04.03.2012
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Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
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