Deutsch-Chinesisches Symposium Neues Aquarell
Die 12 Gäste aus China waren begeistert
Ein langfristiger Austausch wird angestrebt
Die Kommunikation zwischen Menschen, die
unterschiedliche Sprachen sprechen, ist schwierig. Die Kunst kann eine
Möglichkeit sein, Brücken zu bauen und Verständigungsprobleme
zu überwinden. Das erlebten die Gäste aus Weifang und Jinan,
die für eine Woche im Landkreis Fulda zu Gast waren und an dem "Deutsch-Chinesischen
Symposium Aquarell" teilnahmen.
Gemeinsam mit internationalen Künstlern,
deren Namen eng mit der Kunststation Kleinsassen verbunden sind, arbeiteten
sie in der Heimvolkshochschule in der Burg Fürsteneck bei Eiterfeld
im Rahmen eines Workshops drei Tage intensiv zusammen. Am Rande der Vernissage
zur "1. Internationalen Biennale Neues Aquarell" zogen sowohl die chinesischen
Gäste wie die Kreativen aus dem Kreis des Rhöner Präsentationshauses
eine durchweg positive Bilanz.
Reinhold Weber, Zeichner und Illustrator
aus Kassel, der ebenfalls wie Tina Schwichtenberg, Spasa Milasinovic und
Predrag Hegedüs letztes Jahr in Weifang und Jinan bei dem Besuch der
deutschen Delegation in China mit dabei waren, erinnert sich: "Ich habe
die Gastfreundschaft damals sehr genossen und wurde mit ganz anderen Landschaften,
Menschen und Kulturen konfrontiert." Gab es Verständigungsschwierigkeiten,
so sei die Kunst stets Mittel gewesen, diese zu überwinden.
Diese Erfahrung nutzte Weber während
des Workshops in der Heimvolksschule, um erst gar keine Sprachlosigkeit
aufkommen zu lassen. So gab er anfangs Begriffe vor, die die Teilnehmer
in Form von Zeichnungen und Aquarellen zu Papier brachten.
"Wir haben am ersten Tag Bäume gezeichnet
und waren verblüfft über die unterschiedliche Sicht- und Darstellungsweise
zwischen den Vertretern der westlichen und der chinesischen Kunst", erinnert
sich der Maler Peter H. Blum. Der einstige Stipendiat des Landkreises Fulda
hat das kreative Miteinander, das die Parallelen und Unterschiede zwischen
den Kulturen erkennen ließ genossen und als Chance genutzt, alte
Kontakte zu intensivieren und neue zu knüpfen.
Für Künstlerkollegin Spasa Milasinovic
ging die gemeinsame Zeit zu schnell vorbei: "Die drei Tage waren viel zu
kurz, um einander richtig kennenzulernen." Die Malerin, in deren Werk die
figürlich Darstellung eine entscheidende Rolle einnimmt, war verblüfft,
daß in der kreativen Auseinandersetzung in China die Landschaft stets
an erster Stelle steht und die Darstellung von Menschen eine untergeordnete
Rolle spielt - eine von vielen Beobachtungen, die sie als Erfahrung aus
dem Symposium mitnimmt.
Milasinovic und den übrigen Teilnehmern
ist an einer kontinuierlichen Zusammenarbeit gelegen. Und auch Bernhard
S. T. Wolf, Stellvertretender Leiter des Hessischen Volkshochschulverbandes,
und Günter Schmuck, Leiter der Hessischen HeimVolkshochschule Burg
Fürsteneck verfolgen dieses Ziel. "Wir wollen einen langfristigen
Austausch auf nicht-staatlicher Ebene", sagen die Volkshochschulvertreter
und hoffen, daß die Kooperation zwischen Hessischem Volkshochschulverband,
HeimVolkshochschule Burg Fürsteneck, Volkshochschule Berlin-Steglitz,
Kunststation Kleinassen und den chinesischen Institutionen in Zukunft Bestand
haben und sich zu einer regen kulturellen Partnerschaft entwickeln wird.
"Durch die Mitarbeit an der Biennale haben
wir unsere Kooperation mit unseren deutschen Partnern intensiviert", bestätigt
Professor Yang Songlin aus Jinan, der Direktor der Nationalen Künstlervereinigung
Chinas. Und Wang Li Min aus Weifang, Vizepräsident der Organisation
für den kulturellen Austausch mit fremden Ländern stimmt ihm
zu. Denn, so sagt er richtig: "Sprache hat Grenzen, die Kunst hat keine."
Klaus H. Orth
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