1. Internationale Biennale Neues Aquarell: Länderschwerpunkt China
168 Gäste aus aller Welt stellen aus
Mit Arien und Klavierstücken chinesischer
Komponisten umrahmte die Pianistin und Sängerin Lan-Zhen Zeller-Yan
die Eröffnung der "1. Biennale Neues Aquarell" in der Kunststation
Kleinsassen. Die neuinszenierte und langfristig gedachte Veranstaltungsreihe
widmet sich in diesem Jahr dem Länderschwerpunkt China.
168 Künstlerinnen und Künstler
aus aller Welt präsentieren dort über 320 Exponate. Unter den
Gästen der Vernissage war unter anderem eine zwölfköpfige
China-Delegation von Künstlern, Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten
unter Vorsitz von Professor Yang Songlin aus Jinan, dem Direktor der Nationalen
Künstlervereinigung Chinas, und Wang Li Min aus Weifang, dem Vizepräsident
der Organisation zum kulturellen Austausch mit anderen Ländern.
Peter Ballmaier, Leiter der Kunststation
Kleinsassen, dankte allen, die am Zustandekommen der Aquarell-Biennale
beteiligt waren, besonders Ideengeber und Organisator Predrag Hegedüs,
Kuratorin Dr. Marion Feld, Jury-Mitglied Stanislav Demidjuk aus Montpellier,
René Böll, der die Kontakte zu den chinesischen Gästen
geknüpft hatte, den Stiftern diverser Preise sowie allen Kreativen,
die ihre Arbeiten eingesandt hatten.
Professor Yang Songlin betonte, das Thema
Aquarell bietet "eine gute Gelegenheit" zum internationalen Austausch".
Der Direktor der Nationalen Künstlervereinigung Chinas erinnerte an
die alte Tradition des Aquarells in seinem Land. China habe Spitzenwerke
herausgebracht, die die Kunstgeschichte bereichern, nun aber sei die junge
Generation bemüht, einen Anschluß an die zeitgenössische
Kunst zu finden. Dazu könne diese Biennale beitragen.
Kunsthistorikerin Marion Feld erklärte:
"Wir haben das Aquarell gewählt, weil es eine alte, sehr beliebte
Technik ist, die aber seit der Nachkriegszeit etwas vernachlässigt
worden ist." Wettbewerb und Schau sollen neue Impulse geben. In bezug auf
den Länderschwerpunkt, so die Kuratorin, sei die Wahl auf China gefallen,
weil das asiatische Land den Anfangspunkt einer künstlerischen Entwicklung
darstelle, die es zu betrachten gelte. Außerdem hätten durch
ein Austauschprogramm bereits Kontakte zu China bestanden, die es zu intensivieren
gelte. Die Biennale sei interkultureller Vergleich, Überblickausstellung
zeitgenössischer Kunst und Forum für unterschiedliche künstlerische
Positionen in einem.
Offiziell eröffnet wurde die Biennale
von Erstem Kreisbeigeordneten Gerhard Möller. Die facettenreiche Schau
umfaßt über 320 Exponate, wobei Vertreter traditioneller wie
progressiver Richtungen gleichermaßen vertreten sind. Malerische
Landschaftsansichten, technisch-brillante Stilleben, klassische Akte und
fotorealistische Porträts finden sich hier ebenso wie innovative Collagen.
Beispiele abstrakter Malerei und konstruktivistische Arbeiten westlicher
Künstler. Daneben sind - dem Schwerpunkt China entsprechend - eine
große Anzahl chinesischer Aquarelle ausgestellt. Sie rücken
vor allem Natur und Schrift in den Mittelpunkt, lassen die über 2000
Jahre alte Geschichte der Maltechnik beispielhaft offenbar werden.
Es ist ein eindrucksvolles Miteinander
zeitgenössischer Kunst der östlichen und westlichen Welt, das
sich hier zu einem kontrastreichen, aber im Ganzen äußert harmonischen
Miteinander zusammenfügt.
Zur Aquarell-Biennale erscheint ein Katalog,
der dann an der Kasse der Kunststation erhältlich sein wird. Bis zum
15. August sind die Bilder täglich - außer montags - von 14
bis 18 Uhr zu sehen.
Klaus H. Orth
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