Zurück   Startseite   Druckversion August 1998

Neue Ausstellungen in Kleinsassen

Kleinsassen. Drei Künstler zeigen in der Zeit vom 23. August bis zum 10. Oktober ihre Werke in der Kunststation Kleinsassen: Klaus Ziegert und das Künstlerehepaar Emira Turnadic-Begic und Mirsad Begic.

[Skulptur von Mirsad Begic, Groesse 11.547 Byte] "Träume bewahren" lautet der Titel der Ausstellung des slowenischen Ehepaares, das in seiner künstlerischen Sprache sehr verwandt ist. Sowohl Emira Turnadic-Begic als auch Mirsad Begic beschäftigen sich mit archaischen Formen, die bildnerisch und plastisch umgesetzt werden. Großformatige Bilder von Emira, zum Teil dramatisch in der Farbigkeit, stellen runde organische Formen dar, die zu unkontrollierter Wucherung tendieren. Figurative Figuren sind dagegen mehr oder weniger realistisch, Raum leicht erkennbar und das Material charakteristisch für ihre Collage-Technik. Die plastischen Arbeiten von Mirsad Begic sind expressiv und trotzdem still. Poetisch und morbid, komponiert aus mehreren Teilen und ausgeführt in unkonventionellen Materialien wie Hanf, Wachs und Sand bilden die Arbeiten eine große Rauminstallation, die den Betrachter in die Stille der archäologischen Unterwelt einführt.

Emira Turnadic-Begic wurde 1955 in Zagreb geboren und beendete 1979 die Akademie für Bildende Künste in Sarajewo. Seit 1980 beteiligte sich die Künstlerin an mehreren Gruppenausstellungen. Emira Turnadic-Begic ist Dozentin für Malerei an der Akademie in Sarajewo und lebt und arbeitet seit 1987 in Slowenien. Mirsad Begic, Jahrgang 1953, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Ljubljana. Begics Skulpturen zählen zu den wichtigsten zeitgenössischer Künstlern in Slowenien. Seit 1980 beteiligte sich der 45jährige an mehreren Gruppen- und Einzelausstellungen, unter anderem im Institut Audiovisuel, Paris, und im Museo de Arte Brasiliena in Sao Paolo.

[Bild von Klaus Ziegert, Groesse 12486 Byte] "Kopf-Zyklen I" von Klaus Ziegert entstanden in den Jahren 1993 bis 1996 und zeigen den versteckten und verhüllten Menschen. Lebens- und Leidenspositionen, die im Alltag verborgen werden, öffnen und enthüllen sich in diesen Bildern. Die "Kopf-Zyklen II" aus der Zeit von 1996 bis 1997 sind farblich stärker gestaltet als die des ersten Zyklus. Weiß sind schließlich die Arbeiten des dritten Zyklus, deren Werke 1997 und 1998 entstanden. Die "Negativköpfe" löschen alle anatomischen Merkmale aus und sind Zeichen einer Geburt, einer Auferstehung. Die drei Zyklen stellen die Frage nach der tieferen Lebenssituation des Menschen. Der Kopf als Ausgangspunkt einer Befragung, der Bedingungen und Verfassung menschlicher Existenz ist die Zusammenfassung der Arbeitsmotive Klaus Ziegerts. Der Künstler wurde 1931 geboren und lebt und arbeitet seit 1982 pädagogisch in der Waldorfschule Ebersburg.

Öffnungszeiten der Kunststation: Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.


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